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Regelfrage der Woche #46/2025 | © golfsupport.nl/Frank Vuylsteke

Ball von äußerem Einfluss wieder auf den Platz bewegt?

Die Situation: 

Kai Kannichtumdieeckegucken steht auf dem Abschlag eines Par 4 mit einem scharfen Dogleg um eine Waldecke. Ein langer hoher Drive kann hier gut über die Ecke gespielt werden, und mit einem kleinen Slice dabei lassen sich gegenüber einem geraden Schlag gut 50 Meter Längengewinn herausholen. 

 

Keiner denkt wirklich darüber nach, dass die Spieler, die die Abkürzung nehmen können, auch mit einem geraden Schlag in die Doglegecke nur noch ein mittleres Eisen bis auf das Grün haben, denn es sieht cool aus, wenn man irgendwo entlang spielt, wo nicht jeder hinschlagen kann.

 

Kais Ball fliegt auch wie geplant über die Waldecke. Die beiden Mitspieler Willi Wasmachenwirdennnun und Isolde Ichweißeseinfachnicht spielen in die Doglegecke und von dort aus ohne großen Aufwand weiter Richtung Grün. Kai geht ein Stück weiter und sieht seinen Ball im Semirough auf der gegenüberliegenden Fairwayseite. 

 

„Da hab' ich wohl nochmal Glück gehabt, noch zehn Meter und er wäre im Aus auf dem Wanderweg“, kommentiert er das Ergebnis seines Schlags. Auch er spielt auf das Grün, alle machen zwei Putts und haken ein eigentlich einfaches „Pflichtloch“ als gespielt ab.

 

Nachdem die drei auf dem nächsten Loch abgeschlagen haben, kommt auf dem Wanderweg eine Familie mit ca. acht- bis zehnjährigen Kindern an und guckt, wie die Spieler ihre Schläger wieder einpacken. Plötzlich fragt eines der Kinder Kai neugierig: „Hast Du Deinen Ball gefunden? Hab' ich da hingelegt. Der war im Wald.“ 

 

Kai wird blass und Willi und Isolde schauen sich unsicher um. Müssen sie diesen Kommentar zur Kenntnis nehmen? Hat Kai nicht gerade einen falschen Ball gespielt, denn sein Ball war nach Angaben des Kindes im Wald und dort ist Aus. Das Zurücklegen durch einen äußeren Einfluss macht den Ball nicht wieder „lebendig“. Er hätte einen neuen Ball spielen müssen.

 

Was sollen die drei Spieler machen?

Die Lösung:

Die drei können die Spielleitung fragen, das schadet nie etwas und bringt dem Clubspielleiter wieder eine Gelegenheit, sich mit dem Regelbuch zu beschäftigen.

 

Sie können auch einfach nichts machen. Aber bei ihrer Unsicherheit, wie man den Fall behandeln sollte, werden sie dann ein schlechtes Gewissen haben, weil sie denken, sie würden einen Regelverstoß ignorieren. 

 

Also wird der Clubspielleiter den drei Spielern nach anstrengender Suche mitteilen, dass es straflos bleibt, wenn man erst nach dem nächsten Abschlag erfährt, dass der Ball im Aus zur Ruhe kam und dann von einem äußeren Einfluss wieder auf den Platz bewegt wurde.

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