Von Zypern nach Großbritannien in wenigen Sekunden
Er hat's noch einmal getan! Cabell B. Robinson, berühmt als “Doyen der Costa del Golf Designer”, der der südspanischen Costa del Sol um Malaga und Marbella einen ganzen Strauß herausragender Golfplätze wie Finca Cortesin, Valle Romano oder La Reserva de Sotogrande bescherte, hat offensichtlich auch ein Abonnement auf die Ausdehnung der europäischen Golfszene in Richtung Südosten.
Ein knappes Vierteljahrhundert nach Eröffnung seines ikonischen “Aphrodite Hills”-Kurses hoch über Zyperns Südküste nahe der beliebten Touristenstadt Paphos schuf der inzwischen 85jährige Robinson mit “Limassol Greens” - am Rande der wesentlich größeren Hafen- und High-Tech-Stadt Limassol - einen neuen “südöstlichsten europäischen Golfplatz”. Im vergangenen Herbst und Winter wurde die neue Robinson-Kreation in zwei Etappen eröffnet. Anfang Juni, wenn die touristische Saison auf Zypern richtig Fahrt aufgenommen hat, steigt das offizielle "Grand Opening" des insgesamt fünften Golfresorts in der griechisch geprägten Republik Zypern, die seit 2004 EU-Mitglied ist und im ersten Halbjahr 2026 stolz die EU-Ratspräsidentschaft innehat.
"Out of Bounds" und "Out of EU"
Gute Chancen, Signature Hole des neuen Golfplatzes zu werden, hat die Bahn 7. Das kurze, aber golferisch und optisch attraktive Par-4-Loch mit von mehreren Bunkern stark verteidigtem Grün zieht sich entlang des Sometos-Forest zur Rechten. Der dichte Eukalyptus-Wald trennt auf fast ganzer Länge die Golfanlage vom nur 200 Meter südlich angrenzenden Ufer des Akrotiri-Lake, des größten Salzsees Zyperns, der im Winterhalbjahr von tausenden Flamingos bevölkert wird.
Allerdings – Bahn 7 bestraft jeden Slice auf sehr besondere Weise. Wie auf keinem zweiten Golfplatz Europas wird ein mißglückter Schlag hier zu einem geopolitischen Kuriosum: saust ein verzogener Ball über den unscheinbaren Maschendrahtzaun auf der rechten Seite, passiert er zugleich eine Staatsgrenze – von Zypern nach Großbritannien innerhalb weniger Sekunden; die Kugel liegt dann nicht nur “out of bounds”, sondern auch “out of EU”. Denn schon der Rand des Eukalyptuswalds ist Teil der Akrotiri-Halbinsel und der gleichnamigen, 123 Quadratkilometer umfassenden britischen Sovereign Base Area, des zweitgrößten Stützpunktes der britischen Luftwaffe auf Zypern.
"Life in perfect balance"
Akrotiri ist eine der beiden großen Militärzonen an der Südküste der östlichen Mittelmeerinsel, die sich Großbritannien vertraglich sicherte, als Zypern sich 1960 vom United Kingdom trennte und zur unabhängigen Republik wurde. Für die Royal Air Force und die NATO gilt der Luftwaffenstützpunkt als wichtiger Vorposten an der Schnittstelle zwischen Europa und dem politisch chronisch unruhigen Nahen Osten.
In der Nacht zum 2. März 2026, am dritten Tag des Iran-Kriegs, wurde eine offenbar aus dem Libanon stammende Drohne über der RAF-Base gesichtet, die auch auf einer Landebahn einschlug, ohne größeren Schaden zu verursachen.
Freilich ist nur ein Teil des britischen Hoheitsgebietes bei Limassol streng abgeschirmtes Kasernengelände. In Akrotiri leben tausende zypriotischer Zivilisten in etlichen Dörfern; und kaum einen Kilometer südöstlich des Golfplatzes erstreckt sich der Lady’s Mile Beach, der beliebteste Party-Strand von Limassol, bis in die Nähe des Militärflughafens – alles ganz entspannt auf zypriotisch-mediterrane Art.
“Life in perfect balance” lautet denn auch das Marketing-Versprechen für alle, die in Limassol Greens nicht nur die ideale Spielwiese für ihr Golf-Hobby, sondern auch ihr neues Zuhause oder eine komfortable Zweitwohnung suchen. Entlang der Fairways sollen in den kommenden Jahren insgesamt gut 300 Apartments und Town Houses sowie rund 550 luxuriöse Villen entstehen mit beschwingten Typen-Bezeichnungen wie Kingfisher, Falcon oder Skylark (also Eisvogel, Falke bzw. Lerche), entworfen von den mit dem Bau hochwertiger Ferien- und Golfimmobilien bestens vertrauten Architekten einer US-Firma.
"Signature Olive Trees"
“Wir hatten einen sehr, sehr guten Start in unsere erste Saison”, betont Andrew Darker und freut sich darüber, daß die Marke der hundert ersten Clubmitglieder bereits geknackt wurde. Aber mehr als 115 sollen es in diesem Jahr auch nicht werden. Darker: “Wir wollen langsam und organisch wachsen; denn auch, wer erst in vier oder fünf Jahren eine Villa neben einem der Fairways bezieht, muß noch die Möglichkeit haben, Clubmitglied zu werden.”
Sie alle dürfen sich auf einen attraktiven und sportlich herausfordernden Championship-Course freuen. Er zählt exakt 67 Bunker, dazu vier größere Seen und vier kleine Teiche, so daß an insgesamt acht Bahnen Wasser ins Spiel Kommt. Zwar ist das Gelände, auf dem der von den Championship-Abschlägen 6.400 Meter lange Platz entstanden ist, nahezu bretteben und bietet – obwohl nur wenige hundert Meter vom Strand entfernt – keinen Meerblick wie die spektakulären Sea-View-Plätze Eléa und Aphrodite Hills bei Paphos. Doch Cabell B. Robinson ließ jede Menge Erde bewegen und schuf so abwechslungsreiche, leicht hügelige Fairways und teils stark ondulierte Grüns.
“Wir haben eine sehr klare und große Vision, Limassol Greens als ein echtesTop-Golfresort im östlichen Mittelmeerraum zu etablieren”, unterstreicht Darker selbstbewußt. Und er verweist gerne auf den Top-Job, den sein 15-köpfiges Greenkeeper-Team seit Monaten macht, unterstützt von einer externen Gartenbaufirma. Über tausend neu gepflanzte Bäume und Büsche säumen die Fairways – “und jetzt”, verrät Darker, “platzieren wir sehr sorgfältig rund 40 große Signature-Olive-Trees, die den Platz verschönern werden.” Und schmunzelnd ergänzt er: “Diese prachtvollen Olivenbäume werden viele Annäherungsschläge nicht unbedingt erleichtern.” Man sieht: Der Name ist Programm in Limassol Greens.
Die ganze Geschichte erzählt die neueste Episode des Golfreise-Podcasts Ever-Greens unseres Autors Wolfgang Weber, den Sie auf allen gängigen Podcast-Plattformen finden.






