Partner des DGV

Sechs Plätze, 99 Löcher – aber nur einer im Rampenlicht. Dessen Löcher 15, 16 und 17 tragen einen Namen, der Programm ist: „Bear Trap“. | © PGA National Resort

Location-Check: PGA National – Palm Beach Gardens

Wenn die PGA Tour im Frühjahr ihren Florida Swing absolviert, gehört dieser Ort zum festen Inventar. Sponsoren wechseln. Logos verändern sich. Doch manche Plätze behalten ihre Identität – wie eben der Champion Course im PGA National Resort.

Gebaut für große Momente

Eröffnet 1981, ursprünglich von Tom und George Fazio entworfen, war dieser Platz von Beginn an auf Turniergolf ausgelegt. Zwei Jahre später schrieb er Geschichte: 1983 fand hier der Ryder Cup statt. Unter Kapitän Jack Nicklaus setzte sich das US-Team knapp gegen die von Tony Jacklin angeführten Europäer durch.

 

2014 wurde er von Nicklaus selbst überarbeitet und modernisiert. Das Routing blieb im Kern erhalten, doch strategisch wurde nachgeschärft. Die Landezonen enger definiert, die Bunker neu positioniert, die Grüns subtiler modelliert. Kein radikaler Umbau, sondern ein Update für die Gegenwart.

Präzision statt Power

Was den Champion Course auszeichnet, ist nicht seine Länge. Nicht Power entscheidet hier, sondern Präzision. Die Wasser ist hier kein rein optisches Element, sondern klarer Bestandteil der Spielstrategie. Wer den Driver ohne Plan zückt, bezahlt. Die Grüns sind hart, leicht erhöht, vom Wind beeinflusst – und kleiner, als sie im Fernsehen wirken.

 

Im Gegensatz zu vielen modernen Tour-Plätzen ist PGA National kein Birdie-Festival. Es ist ein Geduldstest. Hier gewinnt in der Regel nicht der, der am meisten Birdies macht – sondern der, der sich die wenigsten Fehler erlaubt.

Signature Stretch: „Bear Trap“

Die Löcher 15, 16 und 17 tragen einen Namen, der Programm ist: „Bear Trap“, also „Bärenfalle“. Benannt nach Nicklaus’ Spitznamen „Golden Bear“, ist dieser Stretch einer der dramatischsten auf der ganzen Tour. 

 

Drei Löcher, umrahmt von Wasser, Wind und Erwartungsdruck. Kein übertriebenes Spektakel, sondern puristische Nervenarena. Besonders wenn der Atlantikwind auffrischt, wird aus einem kontrollierbaren Eisen schnell ein Überlebenskampf.

Ein Ort im Wandel

Während der Platz seinen Prüfungscharakter bewahrt hat, hat sich das Resort selbst stark verändert. Das PGA National Resort wurde in den vergangenen Jahren umfassend renoviert. Rund 100 Millionen Dollar flossen in Zimmer, Pools, Gastronomie und Infrastruktur.

 

Die Lobbybar wurde ins Zentrum des Entrées verlegt – buchstäblich ins Herz des Hauses. Dahinter öffnet sich der Blick auf den beheizten Pool, Cabanas säumen das Deck, an Wochenenden legt ein DJ auf. Die Atmosphäre ist weniger „klassisches Clubhaus“, mehr „Südflorida-Lifestyle“.

 

Kulinarisch positionierte sich das Resort ebenfalls neu: vom lässigen Honeybelle bis zum Steakhouse The Butcher’s Club. Zwischen Pro-Shop und Spa entstand eine Mischung aus Championship-Golf und modernem Rückzugsort.

Sechs Plätze, 99 Löcher – aber nur einer im Rampenlicht

PGA National verfügt über insgesamt sechs Golfanlagen mit insgesamt 99 Löchern. Neben dem Champion Course gehören unter anderem The Palmer, The Fazio und The Match zum Portfolio. Architektonische Vielfalt ist gewollt – doch im Rampenlicht steht naturgemäß nur einer.

 

Der Champion Course ist das Aushängeschild. Und er trägt diese Rolle mit Anmut und Strenge. Für Single-Handicapper ist er eine Herausforderung, für Bogey-Golfer ein Reality-Check. Spielbar? Ja. Gnädig? Nein.

Drei Dinge, die man im TV nicht sieht

  1. Der Wind. Er wirkt moderat – bis der Ball in der Luft steht.
  2. Die Landezonen. Breiter als sie aussehen, aber taktisch enger als gedacht.
  3. Die Bienen. Rund 250.000 Honigbienen leben auf dem Gelände. Der produzierte Honig findet sich in Cocktails, Gerichten – und sogar im Spa wieder.

Location-Score

  • Architektur: 8/10
    Strategisch anspruchsvoll, ohne künstlich zu wirken.
  • Dramaturgie: 9/10
    Die Bear Trap allein hebt das Finale auf ein anderes Niveau.
  • Amateur-Tauglichkeit: 6/10
    Spielbar, aber nur mit Disziplin.
  • Reise-Faktor: 8/10
    Championship-Test plus Resort-Komfort – tolle Kombination.

Weiteres zum Thema

Partner des DGV