Hausmann zaubert, Siem formstark und Scheffler sorgt für Fairplay-Moment
Medinah und Team USA – da war doch was. 2012 erlebten die Amerikaner beim Ryder Cup das „Miracle of Medinah“ als Leidtragende und verspielten in den Einzeln am Sonntag eine deutliche Führung. In diesem Jahr war es andersherum: Drei Punkte Rückstand hatte das Team um Captain Brandt Snedeker vor dem letzten Tag des Presidents Cup im besagten Medinah Country Club gegen die Weltauswahl – und siegte am Ende mit 17:13. 9,5 der zwölf möglichen Punkte gingen am Sonntag an Rot-Weiß-Blau.
„Ich habe den Jungs gesagt, dass hier verrückte Dinge passieren“, erklärte Snedeker. „Medinah hat eine Geschichte von erstaunlichen Wendungen.“ Seine Spieler hätten die Herausforderung angenommen und alles auf dem Platz gelassen. „Ich bin wahnsinnig stolz.“ Team USA holte damit den 14. Sieg bei der 16. Austragung des Vergleichs mit dem Rest der Welt (außer Europa).
„Unser Plan war ziemlich gut; ich würde ihn auch im Nachhinein nicht ändern“, erklärte Geoff Ogilvy, der das internationale Team anführte. „Manchmal passiert so etwas. Die Amerikaner zu Hause in den Einzeln zu besiegen, ist nun mal eine enorm schwierige Sache.“
Highlight-Clip: Bridgeman sorgt für die Entscheidung
In Erinnerung bleibt neben dem eindrucksvollen Comeback auch der Auftritt von Scottie Scheffler. Der Weltranglistenerste schenkte seinem Kontrahenten Nico Echavarría einen Putt aus knapp zehn Metern. Zuvor hatte ein US-Fan den Kolumbianer auf dem Abschlag während des Rückschwungs mit einem Zwischenruf gestört. „Für so etwas ist kein Platz in unserem Spiel“, erklärte Scheffler nach der Runde. Scheffler gewann das Match am Ende mit 2&1.
John Dritter, Hausmann Zweite
67, 68, 67 und 66 Schläge, 20 unter Par – Allen John zeigte bei der Rwanda Open der Sunshine Tour seine ganze Klasse. Am Ende reichte es für den 39-Jährigen aus Ludwigshafen im Kigali Golf Resort zu einem geteilten dritten Rang. Es ist sein bislang bestes Ergebnis der laufenden Saison.
„Ich habe etwas gefunden, das sehr gut funktioniert hat, bin geduldig geblieben und das fühlt sich sehr gut an“, kommentierte Sophie Hausmann nach ihrer Runde bei der Ladies Italian Open am Sonntag. Die 29-Jährige, die vorwiegend auf der Epson Tour in den USA abschlägt, hatte ihren dritten und letzten Durchgang beim Mailand-Stopp der LET mit einer 64 (-8) beendet. Es war nicht nur die beste Runde des Tages, sondern auch des gesamten Turniers im Golf Club Milano. Am Ende kletterte die Münsteranerin aus dem National Team Germany durch die sensationelle Finalleistung auf den geteilten zweiten Platz – ihr bestes LET-Ergebnis überhaupt.
Alexandra Försterling wird zwar mit ihrer 74 am Sonntag nicht glücklich sein, konnte mit dem geteilten fünften Platz am Ende aber einmal mehr ein starkes Ergebnis verbuchen. Es war das achte Top-Zehn-Ergebnis der laufenden Saison.
Siem hofft auf die Wende, deutlicher Premierensieg auf der LPGA Tour
Marcel Siem verbindet mit den 18 Löchern des Le Golf National eine besondere Beziehung. 2012 gewann er an Ort und Stelle die Open de France und holte acht Jahre nach seinem Debütsieg auf der DP World Tour den zweiten Titel. Mittlerweile kamen vier weitere Siege hinzu. In diesem Jahr läuft es auch wegen Verletzungsproblemen noch nicht so rund für den 46-Jährigen. Doch Platz 14 beim Gastspiel auf seinem Wohlfühlkurs könnte die Wende einleiten. Trotz einer 73 im Finale gelang Siem sein bestes Ergebnis der laufenden Saison, was Punkte für das Race to Dubai betrifft. Den Sieg sicherte sich Matt Fitzpatrick.
Einen Start-Ziel-Sieg feierte Yuna Nishimura bei der Walmart NW Arkansas Championship. Für die Japanerin, die nach zwei 63er-Runden eine 66 im Finale nachlegte, war es der erste Titel auf der LPGA Tour. Mit 21 unter Par kam sie mit stolzen fünf Schlägen Vorsprung auf die drei Zweitplatzierten Akie Iwai, Chanettee Wannasaen und In Gee Chun ins Ziel. Beste Deutsche wurde Polly Mack als geteilte 64. Helen Briem und Isi Gabsa hatten den Cut verpasst.
Stichwort LPGA Tour: Während Europas dramatischer Solheim-Cup-Triumph sportlich beste Werbung für das Frauengolf war, fielen die TV-Quoten in den USA ernüchternd aus. Am Samstag verfolgten laut Sports Business Journal 179.000 Zuschauer die Übertragung beim Golf Channel, am Sonntag waren es 170.000 – rund 39 Prozent weniger als beim Solheim Cup 2023 in Spanien. Europas Vize-Kapitänin Mel Reid sieht das Problem in der Vermarktung: „Ich glaube, dass das Marketing bei der LPGA ein großes Problem ist“, erklärte die Engländerin. Die Spielerinnen würden liefern, so Reid – nun müsse es gelingen, deutlich mehr Menschen zum Einschalten zu bewegen.
So geht es bei MagentaSport weiter
Für die Asse der DP World Tour geht es in dieser Woche an der schottischen Küste weiter: Bei der renommierten Alfred Dunhill Links Championship (täglich ab 13 Uhr live bei MagentaSport) treten unter anderem die Ryder-Cup-Stars Robert MacIntyre, Justin Rose, Tyrrell Hatton und Matt Fitzpatrick an. In den USA steht die Bank of Utah Championship auf dem Programm.








