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Die strahlende Siegerin von Wales: Miyu Yamashita mit der Trophäe der AIG Womens Open. | © 2025 R&A

Yamashita ganz groß, Henseleit beste Deutsche

Wer das Leaderboard nach der ersten Runde sah, konnte bereits ahnen, dass am Ende der Woche eine Japanerin den Titel holen würde. Gleich sechs Spielerinnen aus dem golfbegeisterten Land der aufgehenden Sonne lagen unter den besten 13, darunter Miyu Yamashita, die mit einer 68 (-4) ins Turnier gestartet war. Es folgte eine herausragende 65 (-7), mit der die aus Neyagawa stammende Japanerin die Führung übernahm und diese anschließend nicht mehr aus der Hand gab. Daran änderte auch eine etwas wacklige 74 (+2) an ihrem 24. Geburtstag am Samstag nichts. Yamashita nahm einen knappen Vorsprung mit in die Finalrunde und baute diesen mit drei Birdies auf den ersten neun Löchern zwischenzeitlich aus.

 

Ihre größte Konkurrentin an diesem wunderschönen Golftag an der walisischen Küste war die Engländerin Charley Hull. Die Solheim-Cup-Veteranin machte der Führenden Druck, als sie zwischen den Löchern fünf und 14 fünf Birdies notierte. Plötzlich war es wieder nur ein Schlag, der Yamashita von der Konkurrenz trennte. Doch Hull, die weiter auf ihren ersten Major-Sieg wartet, brachte sich mit Bogeys auf den Löchern 16 und 17 selbst ins Hintertreffen und musste sich letztlich mit dem geteilten zweiten Platz bei −9 zufriedengeben. Yamashita dagegen rettete auf den Back Nine immer wieder das Par und konnte sich daher auf der 17 sogar ein Bogey erlauben. Sie ging mit zwei Schlägen Vorsprung auf die 18 und besiegelte mit einem abschließenden Par zur 70er Finalrunde (-2) ihren ersten Major-Triumph mit einem Ergebnis von elf unter Par.

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Auf den ersten Blick ist Yamashita eine Überraschungssiegerin, da sie ihre erste Saison auf der LPGA Tour spielt. Bei näherer Betrachtung fällt jedoch auf: Die Japanerin ist in ihrem Heimatland längst ein Star. Sie gewann sowohl 2022 als auch 2023 die Geldrangliste der japanischen LPGA Tour, holte seit 2021 schon 13 Titel und wurde Vierte bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris. Ihre LPGA-Tourkarte sicherte sie sich im vergangenen Jahr über das Final Qualifying, das sie ebenfalls gewinnen konnte. Hinzu kommen bereits zwei Top-Ten-Ergebnisse bei der Womens PGA Championship. Mit ihrem beeindruckenden Erfolg bei der AIG Womens Open ist die 1,50 Meter kleine Yamashita aber nun auch außerhalb ihrer Heimat eine ganz Große.

 

„Es war schon seit meiner Kindheit mein Ziel, ein Major-Turnier zu gewinnen, und dass ich das nun geschafft habe, ist ein sehr befriedigendes Gefühl, etwas ganz Besonderes“, sagte Yamashita in der Pressekonferenz nach ihrem Sieg. „Das war mein Ziel, etwas, auf das ich mein ganzes Leben lang hingearbeitet habe, sozusagen ein Traum. Es ist das Ergebnis harter Arbeit jeden einzelnen Tag, Veränderungen und Verbesserungen, und dass ich es jetzt geschafft habe und mich Champion nennen kann, ist etwas ganz Besonderes.“

 

Für ihren bislang größten Erfolg erhielt sie knapp 1,5 Millionen US-Dollar. Im „Race to CME Globe“ rückte sie auf Platz vier vor und wird sich mit ihrer Landsfrau Rio Takeda um den Titel „Rookie of the Year“ streiten. Nach Ayako Okamoto (1984) und Hinako Shibuno (2019) ist sie übrigens erst die dritte Japanerin, die die AIG Womens Open gewinnen konnte. Nach Mao Saigo (Chevron Championship) ist sie zudem die zweite japanische Major-Siegerin des Jahres.

 

Mit Hull teilte sich Minami Katsu, ebenfalls aus Japan, den zweiten Rang. Takeda wurde mit der Südkoreanerin A Lim Kim (-7) geteilte Vierte.

Henseleit Top 25

Aus deutscher Sicht waren vor allem die ersten beiden Runden der AIG Womens Open ein sehr erfreuliches Major-Erlebnis. Zur Halbzeit lagen mit Laura Fünfstück und Esther Henseleit gleich zwei Deutsche unter den Top Ten. Für Fünfstück ging es am Wochenende jedoch in die komplett falsche Richtung. Nach Runden von 78 und 82 Schlägen fiel die gebürtige Langenerin bis auf den geteilten 67. Rang (+12) zurück.

 

Henseleit konnte sich immerhin in den Top 25 halten. Die Spielerin des Elite Team Germany unterschrieb am Wochenende Runden von 72 und 74 Schlägen und kam als geteilte 23. bei Even Par ins Ziel. Bei ihrer siebten Teilnahme war dies ihr bisher bestes Ergebnis bei der AIG Womens Open. In der LPGA-Saisonwertung verbesserte sie sich auf den 27. Rang.

 

Alexandra Försterling, Olivia Cowan, Helen Briem, Aline Krauter und Sophia Popov hatten den Cut nicht geschafft.

Verrücktes Hole-in-One

Für den kuriosesten Moment der Woche sorgten Mimi Rhodes und Steph Kyriacou, die quasi in Co-Produktion für das verrückteste Hole-in-One des Jahres verantwortlich waren. Rhodes nutzte Kyriacous Ball auf Loch fünf als Bande, um ihren Abschlag im Loch unterzubringen. Mehr dazu hier >>>

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