Kieffer: „Wir sind noch nicht fertig…“
Max Kieffer aus dem Elite Team Germany war über viele Jahre eine feste Größe im deutschen Profigolf auf der DP World Tour. In einer Phase, in der sich nur wenige deutsche Spieler dauerhaft im Oberhaus etablieren konnten, war er neben Martin Kaymer und Marcel Siem einer der Namen, die Woche für Woche dazugehören. 335 Starts auf Europas größter Bühne, knapp 5,7 Millionen Euro an Preisgeld: Zahlen, die von Beständigkeit und sportlicher Substanz zeugen.
Unvergessen bleiben dabei einzelne Momente, die sich tief ins kollektive Gedächtnis der deutschen Golffans eingebrannt haben. Sein Marathon-Stechen über neun Löcher gegen Raphael Jacquelin bei der Open de España 2013 oder das spektakuläre Albatross bei der BMW International Open 2022 – ein Schlag für die Ewigkeit. Und natürlich der größte Triumph seiner Karriere: der Sieg beim Czech Masters 2022, mit dem Kieffer, der bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio dabei war, sich spät, aber eindrucksvoll für seine Geduld und Beharrlichkeit belohnte.
Verlust der Tour-Karte nach 13 Jahren
Doch jede Konstante kennt leider irgendwann einen Bruch. Nach 13 Jahren endete im vergangenen Jahr vorerst Kieffers Zeit auf der DP World Tour. Platz 143 im Race to Dubai reichte nicht, die volle Tour-Karte über die Rangliste zu sichern, und auch der zweite Anlauf über die Q-School blieb erfolglos. Mit Kategorie 20 wird der 35-Jährige künftig nur noch sporadische Startmöglichkeiten im Oberhaus erhalten.
Damit richtet sich der Blick nach vorn – und auf neue Wege. Die Challenge Tour wird wohl zur sportlichen Heimat, zumindest vorerst. Vielleicht öffnet sich auch eine weitere Option: der Sprung in die LIV Golf League. Im Januar wird Kieffer bei der Promotions Series in Florida an den Start gehen, wo in einem hochkarätig besetzten Feld zwei Eintrittskarten für die lukrative Saudi-Liga ausgespielt werden.
„Sind noch nicht fertig…”
Kieffer selbst hat die vergangene Saison als schmerzhaft erlebt, aber keineswegs als Endpunkt. In einem offenen Instagram-Statement sprach er von der Enttäuschung über den Verlust der Karte, fand aber klare Worte für die Ursachen: Es habe spielerisch schlicht nicht gereicht. Gleichzeitig betonte er, dass die Liebe zum Spiel ungebrochen sei – vielleicht stärker denn je. Die Bereitschaft, den Weg zurück über harte Arbeit und neue Herausforderungen zu gehen, ist spürbar.
So steht Max Kieffer am Beginn eines neuen Kapitels. Die Bühne mag sich zunächst ändern, der Anspruch bleibt derselbe. „I love you, golf — and we’re not done yet“, schrieb er selbst. Es sind Worte, die nach Aufbruch klingen.








