„Wir gehen immer raus, um zu gewinnen“
Glückwunsch zum Aufstieg in die 1. Bundesliga. Kurz zurück zum Relegationsspiel gegen Neuhof: Wie habt ihr das Match erlebt? Wie waren Platz und Gegner und wie wurde anschließend gefeiert?
Wir haben das Match zunächst als sehr ausgeglichen und nervenaufreibend erlebt. In den Vierern ging es die ganze Zeit hin und her, mit dem besseren Ende für uns, was uns natürlich eine gewisse Gelassenheit für die Einzel gegeben hat. Man kann also sagen, dass uns Neuhof alles abverlangt und ein sehr gutes Match geliefert hat. Der Golfplatz ist jedes Mal ein Erlebnis, super gepflegt und ein absolut einzigartiges überragendes Layout. Ich freue mich, nächstes Jahr wieder in der 1. Bundesliga nach Frankfurt zu kommen. Gefeiert wurde einfach direkt im Anschluss im Frankfurter Golfclub und natürlich war im Bus auf der Heimreise nicht die schlechteste Stimmung.
Damit krönt dein Team eine grandiose Saison. Im Resümee: Was waren über das Jahr 2025 die Gründe bzw. Garanten für euren Erfolg? Warum seid ihr verdient zurück im Oberhaus?
Am Ende definitiv die Mischung aus kontinuierlicher Entwicklung in fast allen Bereichen, vor allem aber im Umgang und der Analyse des eigenen Spiels und zusätzlich schon die Qualität und Erfahrung unseres Kerns. Wenn du jeden Spieltag ein bisschen besser wirst, dann hast du es am Ende auch verdient, wieder aufzusteigen. Am Anfang hat das nicht so ausgesehen.
Wie war die Unterstützung des Clubs im Lauf der Saison? Wie stark der Support von Mitgereisten beim Relegationsmatch und welches Standing hat das erste Damenteam im Club?
Die Unterstützung des Clubs ist schon sehr gut, die Damenmannschaft ist aber natürlich auch das sportliche Aushängeschild und steht somit an erster Stelle. Ich denke, hier kann man auch mal erwähnen, dass Lisa Schumacher extra für die Relegation aus den USA kommen konnte. Das hat auch der Club möglich gemacht. Die Menge der von allein angereisten Fans aus dem Club spricht hier denke ich für sich. Frankfurt ist von Fürth aus kein Katzensprung und trotzdem waren wirklich viele Mitglieder aus Fürth vor Ort.
Liga eins ist kein Neuland für euch. Wie wird sich das Team in der DGL-Saison 2026 verändern und wie stellt man sich als Aufsteiger auf die Matches gegen die „Großen“ aus St. Leon-Rot, München und Frankfurt ein?
Groß verändern werden wir uns nicht. Vielleicht schaffen wir es, uns punktuell nochmal zu verstärken, da müssen wir mal schauen, was sich so ergibt und was möglich ist. Ein bisschen mehr Tiefe in unserem Kader würde aber definitiv helfen. Wir wissen schon, unsere Rolle einzuschätzen, haben aber ja auch in der Vergangenheit schon oft gezeigt, dass wir am Ende doch ganz gut mithalten können. Also ist auf jeden Fall der Klassenerhalt möglich; einfach wird es aber nicht.
Reichswald runter, ihr hoch. Also Franken für Franken. Wie ist es um die Rivalität der Clubs bestellt?
Die hält sich die letzten Jahre etwas in Grenzen, da wir die letzten Saisons ja immer in unterschiedlichen Ligen gespielt haben.
Wie schätzt du das Leistungsniveau in der DGL ein und welche Bedeutung hat das Ligasystem für das deutsche Golf?
Das Niveau, vor allem in der 1. Bundesliga, ist schon enorm hoch. Das sieht man ja zum einen an den Gesamtergebnissen der Mannschaften und zum anderen an der Zahl der tiefen Runden einzelner Spielerinnen. Das Ligasystem führt am Ende dazu, dass es mehr Möglichkeiten gibt, sich auf tollen Golfplätzen mit starker Konkurrenz zu messen. Das ist langfristig sicher kein Nachteil.
Das Aufstiegsspiel ist Matchplay. Euch scheint dieses Format zu gefallen und zu Höchstleistungen zu pushen. Das Final Four ist auch Lochwettspiel. Ist Riedhof 2026 für euch nur Träumerei bzw. ist das mittel- bis langfristig für Fürths Damen überhaupt möglich?
Das Format liegt uns auf jeden Fall. Ich denke, dass wir einfach immer rausgehen, um zu gewinnen und nicht, um Fehler zu vermeiden. Das mit dem Final Four lässt sich relativ einfach beantworten: Das ist natürlich ein Traum, aber am Ende der Traum, für den wir spielen. Wir wissen um unsere Rolle, spielen aber selbstverständlich trotzdem darum, es zu schaffen. Würden wir das nicht tun, dann bräuchten wir gar nicht erst antreten.
Hösels Herren sind mit ungeheurem Teamgeist, rosa Socken und KI aufgestiegen. Was passiert bei euch in den kommenden Monaten? Geht auch ihr neue Wege in Sachen Trainingsmethoden und gibt es auch bei euch etwas Besonderes in Sachen Kleidung?
Nein. Ich versuche zwar immer, neuen Input zu generieren und neue Sichten und Ansätze für das Team einzubringen. Dass wir aber alles komplett verändern und neu machen, davon gehe ich nicht aus. Ich denke auch so etwas wie beispielsweise die rosa Socken müssen vom Team selbst von innen heraus kommen. So etwas kann man nicht vorgeben.
Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für 2026!











