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Zwei Schwergewichte des Golfsports: Jack Nicklaus (li.) und Scottie Scheffler. | © golfsupport.nl/Jason Mowry/ism

Vom Trost zum Triumph: Ein Handshake, der drei Jahre Zeit brauchte

Es ist ein Jahr vergangen, seit Scottie Scheffler zum ersten Mal das prestigeträchtige Memorial Tournament auf der PGA Tour gewann – und am 18. Grün endlich das bekam, worauf er Jahre gewartet hatte: den Handschlag von Gastgeber Jack Nicklaus. 2021 war der Amerikaner in Muirfield Village noch knapp gescheitert, wurde am Ende Dritter hinter Patrick Cantlay und Collin Morikawa. Der Trost damals: eine freundliche Ermutigung vom 18-maligen Major-Champion.

Die Nicklaus-Prognose von 2021

„Er schüttelt mir die Hand und sagt: ‚Hör zu, Scottie, du hast heute den Putt nicht gemacht, aber eines Tages wirst du genau auf diesem Grün den entscheidenden Putt zum Turniersieg lochen.‘ Und ich sagte: ‚Danke, Mr. Nicklaus, ich weiß die Unterstützung zu schätzen. Danke für die tolle Woche, blablabla.‘ Und ein paar Jahre später hatte er recht. Ich habe den Putt gemacht und das Turnier gewonnen“, erzählt Scheffler am Rande seiner Vorbereitung auf das Memorial 2025. „Das war einfach ein richtig cooler, runder Moment.“

Schefflers starke Bounce-Back-Statistik

Schefflers Schlussrunde im vergangenen Jahr war wenig glanzvoll – mit 74 Schlägen rettet man nicht immer eine Führung ins Ziel. 2024 hat es gereicht für Scheffler, weil er eine seiner großen Stärken zeigen konnte – eine pragmatische Spielweise und die Fähigkeit, sich nach Fehlern wieder zurückzukämpfen. Dieses Muster zieht sich durch Schefflers Saison – und war zuletzt auch Grundlage seines Triumphs bei der PGA Championship. In der sogenannten „Bounce-Back-Statistik“, die misst, wie oft ein Spieler nach einem Bogey ein Birdie spielt, rangierte Scheffler in der Finalrunde mit 60 Prozent ganz vorn. Zum Vergleich: Der Rest des Feldes lag nur bei 16 Prozent.

Scheffler: „Stolz darauf, dass ich nach Fehlern zurückkommen kann“

„Ich versuche immer, mit allem so gut umzugehen, wie ich kann. Ich mache in einem 72-Löcher-Turnier viele Fehler, aber das Entscheidende ist, dass ich mich davon nicht runterziehen lasse und weitermache“, erzählt Scheffler. „Ich glaube, meine Einstellung hat sich über die Jahre verbessert – und das ist wohl auch der Grund, warum diese Statistik eine meiner besseren ist. Ich bin stolz darauf, dass ich nach Fehlern zurückkommen kann.“

Auf Augenhöhe mit Woods und Nicklaus

Mit seinem dritten Major-Titel und dem 15. Tour-Sieg vor dem 29. Geburtstag rangiert Scheffler auf Augenhöhe mit Tiger Woods und Nicklaus ein. Nicklaus selbst beschreibt seinen inneren Antrieb beim Blick zurück auf seine Karriere so: „Ich habe mich immer gefühlt, als würde ich einen Berg erklimmen. Ich habe das durch meine ganze Karriere so empfunden. Immer weiter lernen, immer besser werden – dieser Berg war nie einfach. Aber solange ich mich gut vorbereitet und mein Bestes gegeben habe, war das in Ordnung – auch wenn ich nicht immer gewonnen habe.“

Der nächste Handshake?

Scheffler verkörpert diesen Ansatz in ähnlicher Weise. Trotz seiner beeindruckenden Erfolge startet er in jedes Turnier mit Demut und Zurückhaltung: „Viele fragen mich: Wie ist das, wenn man als Titelverteidiger antritt? Ich sage dann: ‚Was bringt mir das? Nichts.‘ Ich habe ein bisschen Erfahrung auf dem Platz, ja. Aber am Ende starten alle bei Even Par. Und ich will am Sonntag vorne mitspielen. Zu hoch oder zu tief einsteigen – beides bringt nichts.“

Auch am Sonntag will Scheffler wieder vorn dabei sein – und am liebsten erneut triumphieren. Dann gäbe es den nächsten Handschlag zwischen dem erfolgreichen Golfer der Geschichte und jenem, der derzeit alle anderen überragt.   

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