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2025 European Amateur Team Girls Championship 2025, Slaley Hall. Maya Burmann - Germany | © LEADERBOARD_PHOTOGRAPHY

Viertelfinal-Sieg gegen Schweden

Die Lochspiel-Phase der Team-EM hat begonnen und im ersten Spiel trafen die deutschen Mädchen auf das notorisch starke Team aus Schweden. Die Skandinavierinnen hatten noch eine Rechnung mit dem Junior Team Germany offen und hofften auf eine Revanche. Doch auch wenn es eine ganze Zeit lang so aussah, als hätten die „Tre Kronor“ die Oberhand: am Ende waren es die jungen Deutschen, die siegreich vom Platz gingen.

 

Bundestrainer Sebastian Rühl hatte mit einem engen und taffen Match gegen Schweden gerechnet. Und die Prophezeiung wurde war: schon an diesem ersten von drei Lochspiel-Tagen kam es zu echten Herzschlag-Entscheidungen. Aber der Reihe nach: Gegen 07:50 Uhr gingen die beiden Teams an den Start und waren damit das zweite im Line Up der vier Viertelfinal-Spiele. 

 

Ausgeglichene Vierer

In diesen frühen Vierer-Matches konnten Antonia Steiner (GC Hubbelrath) und Sophie Renner (Stuttgarter GC Solitude) zunächst ihren Punkt gegen Wilma Augustsson und Olivia Holmberg (SWE) mit 3&1 dingfest machen. Das zweite Vierer-Match, das lange all square lag, mussten die beiden Clubkolleginnen Laetitia Leisinger (GC St. Leon-Rot) und Sofia Maier-Borst (GC St. Leon-Rot) dann allerdings auf dem letzten Grün an Havanna Torstensson und Ella Forss (SWE) abgeben. Per 1up holt Schweden den wichtigen Punkt zum Ausgleich.

 

Ohne jegliche Vorentscheidung ging es also am Nachmittag in die Einzel. Nur eines war da schon klar: die beiden Mannschaften spielen absolut auf Augenhöhe. Und dann gelang Maya Burmann (GC St. Leon-Rot) in ihrem Duell gegen Molly Ralin (SWE) ein deutliches 6&5. Das war stark und vor allem auch psychologisch unfassbar wichtig, denn genau zu jenem Zeitpunkt sah es für die jungen Bundesadler gar nicht gut aus: von den vier noch offenen Spielen lagen ganze drei zugunsten der Schwedinnen und eines stand unentschieden. Düstere Aussichten also an diesem eigentlich doch zumeist sonnigen Tag in Northumberland, England - zumindest für den Moment. Denn das Blatt wendete sich. 

 

Hier geht es zum Live Scoring der EGA

Das Momentum verschiebt sich

Zwar ging der Punkt aus dem Duell zwischen Sophie Bingel (G&LC Berlin-Wannsee) und Ebba Mejer (SWE) erneut an Schweden und der Spielstand war wieder ausgeglichen. Doch zu dem Zeitpunkt hatte Sofia Maier-Borst ihr 2down gegen Ella Forss wieder ausgleichen können. Und auch Laetitia Leisinger lag gegen Olivia Holmberg all square. 

 

Vor allem jedoch lag die Initiative bei dem jungen deutschen Team. Maier-Borst, die amtierende Deutsche Lochspielmeisterin, spielte mit breiter Brust und offenem Visier gegen die Elftplatzierte der German Girls Open. Die Endphase des Duells sah für die Süddeutsche so aus:

  • Bahn 14 Lochgewinn zum all square
  • Bahn 15 Lochverlust zum 1down
  • Bahn 16 Lochgewinn zum all square
  • Bahn 17 Lochgewinn zum 1up

So ging sie per 1auf auf die 18 und spielte dort ein Tap-In-Birdie. Auch Forss hatte mit ihrem Ein-Meter-Putt noch eine starke Birdie-Chance, hatte das Match allerdings an dieser Stelle dennoch verloren und führte den Putt nicht mehr aus. Der notierte Endstand blieb jedoch bei 1up für Maier-Borst. Das bedeutete drei feste Punkte für das deutsche Team - und schon das nächste Duell kann die Entscheidung für das Halbfinale bringen. 

 

Leisinger mit der Entscheidung

Nur wenige Minuten später sollte es soweit sein: Laetitia Leisinger machte ihren Punkt ebenfalls per 1up am 18. Grün fest. Das letzte noch laufende Duell zwischen Sophie Renner und Havanna Torstensson stand ebenfalls schon auf Bahn 18, dem langen Par 5. Mit einem Spielstand von all square standen die beiden Spielerinnen am Abschlag. Renner schlägt ihren Drive Mitte Fairway. Torstenssons Ball geht links ins Wasser. Bevor die Schwedin ihren Ball weiterspielt, war die Entscheidung zum deutschen Sieg bereits gefallen und Renner schlug vor, den Punkt zu teilen.

 

Sophie Renner, die heutige Schlussspielerin der Deutschen zieht ein Fazit: „Grundsätzlich kann man sagen, haben wir hier bislang wirklich eine sehr schöne Team-EM. Wir sind als Team hier über die Tage wahnsinnig gut zusammengewachsen. Man weiß, dass jeder für den Anderen da ist - und zwar auf und neben dem Golfplatz. Diese Stimmung hat uns auch heute auf alle Fälle geholfen, die Matches am Ende zu drehen und das Momentum wieder auf unsere Seite zu bekommen. Wir haben gekämpft bis zum Schluss und haben uns alle gegenseitig bis zum letzten Putt unterstützt.“

 

Und ihre Viererpartnerin Antonia Steiner sieht das ganz ähnlich: „Ich denke, wir haben unseren Vierer solide gespielt und auch solide gewonnen. Auf jeden Fall hatten wir viel Spaß und gehen auch morgen nochmal als Vierer raus. Im Einzel war ich ab Loch neun bei Laetitia an der Tasche. Ich muss ehrlich sagen, wir hatten als Team so einen guten Vibe und obwohl jede von uns an einem anderen Ort auf diesem Platz war, waren wir dennoch so dicht beieinander. Wir waren einfach so homogen unterwegs und verstehen uns so gut und strahlen das auch aus. Wir freuen uns alle, dass wir weiter sind.“

 

Sofia Maier-Borst, die mit ihrem Sieg für eine Vorentscheidung sorgte, resümiert: „Was uns heute sehr sehr weit gebracht hat, war unsere Stimmung im Team. In unserem Vierer waren wir wirklich gut unterwegs - es war am Ende einfach sehr knapp und wir haben sehr gute Chancen gehabt. Es hat nur nicht ganz gereicht. In den Einzeln sah es im ersten Moment nicht ganz so aus, aber auf den Back Nine haben wir das Spiel drehen können. Und obwohl wir kein Live Scoring bei uns hatten, haben wir gemerkt, wir sich das Momentum in unsere Richtung bewegt. Das war ein starkes Gefühl und am Ende auch sicher entscheidend.“

 

Weitere Paarungen:

Die Viertelfinal-Paarungen gingen damit wie folgt aus:

  • Frankreich vs. Spanien = 3 : 4
  • England vs. Irland = 2 : 5
  • Italien vs. Tschechische Republik = 5,5 : 1,5
  • Schweden vs. Deutschland = 2,5 : 4,5

Bemerkenswert ist in diesen Halbfinals das eklatante Favoritensterben. Denn auch wenn es in den einzelnen Duellen mitunter sehr eng war: Mit Frankreich und England sind beide Überflieger der Zählspiel-Phase direkt am ersten Matchplay-Tag gescheitert. In den Halbfinalspiele trifft damit Italien auf Irland. Das Junior Team Germany hingegen misst sich mit dem Team aus Spanien. Ab 08:12 Uhr sind die Vierer schon wieder unterwegs.

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