Vier Positionen, vier Lösungen: Tipps für bessere Wedge-Schläge
Kaum etwas entscheidet auf dem Golfplatz häufiger über gute oder schlechte Scores als das kurze Spiel. Ein unsauber getroffener Pitch oder ein kleiner Wackler beim Chip reichen häufig, um das Ergebnis einer gesamten Runde zu ruinieren. Obwohl den meisten Amateuren die Bedeutung des kurzen Spiels bewusst ist, übersehen viele, dass jede Balllage eine unterschiedliche Strategie erfordert. Damit befasst sich Ian Holloway im Video (s.u.). Der von der PGA of Germany zum Trainer des Jahres 2024 ausgezeichnete Pro erklärt, warum jede Lage eine andere Technik erfordert und worauf Golfer dabei besonders achten sollten.
1. Ball im Semirough
Liegt der Ball leicht im Semirough, setzt Holloway auf einen flacheren Chip, der lange rollt. Dafür stellt er den Schläger bewusst etwas auf die Kante. „Ich will nicht, dass der Schläger tief in den Boden geht“, erklärt er. Stattdessen soll die Unterkante des Schlägers leicht über den Boden gleiten. Der Ball wird etwas näher am Körper angesprochen, anschließend genügt eine kleine Pendelbewegung. Wichtig dabei: den Körper aktiv durch den Schlag drehen und den Radius des Schwungs konstant halten.
2. Ball tief im Rough
Ganz anders sieht die Situation aus, wenn der Ball tiefer im Rough liegt und sich direkt hinter ihm Gras befindet. Hier wechselt Holloway vom 54- auf das 58-Grad-Wedge. „Jetzt will ich das Gras schneiden“, erklärt er. Dafür wird die Schlagfläche leicht geöffnet, der Ball etwas weiter vorne positioniert und der Schläger so angesetzt, dass die schärfste Kante, im hinteren Bereich der Schlagfläche, durch das Gras arbeiten kann. Ähnlich wie bei einem Bunkerschlag geht es darum, mit genügend Geschwindigkeit durch das Rough zu schwingen.
3. Ball auf dem Fairway
Liegt der Ball sauber auf dem Fairway, empfiehlt Holloway erneut das 54-Grad-Wedge. Auch hier stellt er den Schläger leicht auf die Spitze, damit die Sohle besser über den Boden gleitet. Einen Fehler beobachtet er dabei immer wieder: Viele Amateure stehen zu weit vom Ball entfernt und treffen den Ball dadurch unsauber.
4. Kahler Boden
Besonders unangenehm sind Balllagen auf hartem, nahezu kahlem Untergrund. Wer sich dort unsicher fühlt, sollte laut Holloway zum Putter greifen. Wer den Schlag dennoch mit dem Wedge spielen möchte, braucht vor allem Mut, um den Boden zu treffen. „Es ist wichtig, hier das Vertrauen zu haben, den Boden zu touchieren“, erklärt Holloway.
Auch in dieser Situation stellt er den Schläger leicht auf die Spitze und lässt ihn möglichst flach über den Boden gleiten. Die Bewegung bleibt kompakt, der Körper arbeitet durch den Ball – entscheidend ist, dass der Schläger nicht im Boden stecken bleibt. Holloways wichtigste Botschaft zieht sich durch alle vier Balllagen: Nicht jede Situation verlangt dieselbe Technik. Wer Schlägerwahl, Ballposition und Schlägereinsatz an die jeweilige Lage anpasst, schafft die Grundlage für mehr Kontrolle und bessere Ergebnisse rund ums Grün.








