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Der 51-jährige Australier Greg Chalmers spielt aktuell auf der PGA Tour Champions. | © 2025 Getty Images

Vergessener Sensor sorgt für Disqualifikation

Ein kurioser Vorfall hat jüngst für Aufsehen gesorgt: Der australische Profi Greg Chalmers wurde bei der Boeing Classic 2025 nicht wegen eines groben Regelverstoßes im Spiel disqualifiziert, sondern wegen eines winzigen, unscheinbaren Sensors an seinem Schläger. Was auf den ersten Blick wie eine Bagatelle wirkt, entpuppte sich als klarer Regelbruch.

 

Chalmers befand sich in seiner Finalrunde, als er nach einem Schlag aus dem Bunker sein Lob Wedge zurück in die Tasche steckte. Dabei entdeckte er am Griffende einen Blast-Motion-Sensor, ein elektronisches Gerät, das Schlagdaten wie Tempo und Bewegung erfasst. Der Australier hatte den Sensor offenbar irgendwann zuvor verloren – und er hatte sich unbemerkt wieder am Schläger befestigt. Sofort informierte Chalmers einen Regeloffiziellen, der wiederum die USGA konsultierte. Das Urteil lautete auf Disqualifikation wegen des Einsatzes eines nicht konformen Schlägers gemäß Regel 4.1a der „Rules of Golf”.

Erst mit Schlagausführung regelwidrig

Regel 4.1a befasst sich mit der Ausrüstung, die ein Spieler während einer Runde verwenden darf. Demnach muss jeder Schläger den Ausrüstungsregeln entsprechen. Ein Schläger gilt als nicht konform, wenn er während der Runde so verändert oder mit zusätzlicher Ausrüstung versehen wird, dass er einen potenziellen Vorteil bietet – unabhängig davon, ob dieser Vorteil tatsächlich genutzt wird. Blast-Motion-Sensoren sind bei PGA-Tour-Events komplett untersagt. Der Knackpunkt: Hätte Chalmers den Sensor einfach lose in seiner Tasche gefunden, hätte er ihn mitführen dürfen, solange er nicht benutzt wird. Da er jedoch bereits mit dem Schläger samt montiertem Sensor gespielt hatte, galt der Schläger als unzulässig.

 

Trotz des unglücklichen Endes nahm Chalmers die Sache sportlich. In den sozialen Medien erklärte er: „Heute gab es eine seltsame Disqualifikation. Als ich den Schläger zurück in die Tasche stecke, bemerke ich einen Sensor am Ende des Schlägers. Ich spreche mit den Regelbeauftragten, die die USGA anrufen und herausfinden, dass ich wegen der Verwendung eines nicht konformen Schlägers disqualifiziert bin.“ Mit einem Augenzwinkern fügte er hinzu: „Positiv zu vermerken ist, dass Steve Allan erneut gewonnen hat und ich einen früheren Flug nach Calgary erwischt habe.“

 

Turniersieger Steve Allan, ebenfalls aus Australien, feierte unterdessen mit einer beeindruckenden Finalrunde von −7 seinen dritten Saisonsieg auf der PGA Tour Champions. Für Chalmers hingegen war es eine Lehrstunde in Sachen Regelkunde – und eine Erinnerung daran, dass im Golfsport selbst kleinste Details große Auswirkungen haben können.

Das sagt DGV-Regelfachmann Dietrich von Garn dazu:

„Manchmal ist es nicht einfach. Weder für die Spieler, die Presse oder für einen Kommentar über das Geschehene. 

 

Klar ist, dass ein Spieler während der Runde keine Informationen aufzeichnen darf, die er dann sofort für sich auswertet, um sein Spiel darauf einzustellen. Das wäre z. B. ein Auswertungsprogramm, das die Information gibt, man habe einen bestimmten Schläger heute nun schon drei mal 15% kürzer als normalerweise geschlagen, so dass es sich anbieten würde, beim nächsten Schlag ein Eisen mehr zu nehmen. Ein guter Spieler merkt das aber auch ohne Software.

 

Andererseits erlaubt Regel 4.3a(3) das Erfassen von Informationen, die dann nach der Runde ausgewertet werden dürfen. Da der Spieler hier nicht wusste, dass sich so ein Sensor an den Schläger „geschlichen“ hat, hat er wohl kaum auf eine unmittelbare Auswertung der Daten gehofft. Wenn man sich die Erklärung der PGA näher anschaut, stellt man fest, dass dort wohl ein Sensor im Einsatz war, der aufgrund irgendeiner Funktion generell unzulässig war. Andere ähnliche Sensoren sind dagegen zugelassen.

 

Wieder einmal zeigt es sich, dass man bei Trainingshilfen nicht vorsichtig genug sein kann und besser das Kleingedruckte liest oder einen Referee fragt, möglichst, bevor etwas Schlimmes passiert ist.“

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