Stimmen und Stimmungen von Green Eagle
Winsen an der Luhe – Esther Henseleit war als Kind einst selbst bei einem Turnier der Profis und bekam seinerzeit einen Ball von Mel Reid. Dies sei, so die inzwischen 26-Jährige, ein wichtiger Moment gewesen, denn da habe sie als Kind den Entschluss gefasst, selbst Profi werden zu wollen.
Auf die vielen Kinder angesprochen, die Autogramme von ihr haben wollten, huscht ein breites Lächeln über das Gesicht der Silbermedaillengewinnerin von Paris: „Das ist mein Lieblingsteil wirklich, dass man hier junge Mädchen und Jungen inspirieren kann. Als ich zehn oder elf Jahre alt war, habe ich bei einem Turnier der LET in München zugeschaut, habe dort einen Ball bekommen und das war dann wirklich am Ende der ausschlaggebende Punkt, wo ich gesagt habe, okay, ich will auch Profi werden. Wenn ich das mit ein paar von den kleinen Mädchen heute hier machen kann, dann habe ich auf jeden Fall meinen Dienst getan. Es ist extrem schön, zu hören, dass in diesem Jahr die ersten Spielerinnen des Junior Team Germany mich als Vorbild genannt haben.“ Lachend ergänzt die Hanseatin: „Ich schätze, ich werde auch älter. Ich bin zehn bis zwölf Jahre älter als die jungen Spielerinnen, die jetzt ins Junior Team Germany kommen. Zu sehen, dass ich für einige das Vorbild bin, dass ich jungen Leuten gezeigt habe, dass es möglich ist, als Deutsche so erfolgreich auf der Tour zu sein, ist schön. Wenn ich das schaffen kann, können andere das auch.“
Auch von Alexandra Försterling, die vor einem Jahr das Turnier gewonnen hatte und ebenfalls für Deutschland bei den Olympischen Spielen von Paris gespielt hat, waren die Autogramme und Selfies sehr begehrt. Auch die Berlinerin war von dieser Resonanz total begeistert: „Das ist natürlich super schön. Ich finde es auch umso toller, dass so viele Leute hier sind, zugeguckt haben und die Kinder sich freuen über eine Unterschrift oder einen Ball. Ich habe es extrem genossen, hier zu spielen. Es ist wirklich schön, dass so viele Zuschauer da waren. Ich bin wirklich sehr dankbar, dass so viele Leute bei mir zugeguckt haben. Ich freue mich immer sehr über Unterstützung. Sportlich war auf jeden Fall noch viel drin, gerade beim Putten. Das war natürlich am Ende ein bisschen ärgerlich, aber trotzdem bin ich insgesamt sehr zufrieden. Mein langes Spiel war gut. Man muss hier bei viel Wind halt viel mehr nachdenken, welchen Schläger man nimmt, wo ein Miss noch okay ist. Dabei habe ich mich heute zweimal ein bisschen verzettelt und habe leider ein paar Schläge liegen lassen, die ich mir hätte sparen können. Aber so ist es halt, wenn so viel Wind ist. Man kann nicht immer perfekte Entscheidungen treffen. Ich würde schon sagen, dass die Misses entscheidend sind, einfach damit man eine bessere Ausgangslage hat, falls man mal den Ball nicht perfekt trifft.“
Helen Briem hat mit dem zweiten Platz erneut ein absolutes Spitzenergebnis erspielt. Die Spielerin des Stuttgarter GC Solitude war auch von der Zuschauerresonanz sehr angetan: „Das war ein mega tolles Event. Dass so viele Zuschauer kommen, hätte ich jetzt nicht erwartet. Das ging direkt am Donnerstag los. Da waren bei einer frühen Startzeit schon so viele Leute da. Hier auf Green Eagle wurde sehr viel sehr richtig gemacht. Sportlich hat am Ende nicht viel gefehlt. Über alle vier Runden gesehen sind zu viele Putts nicht reingegangen. Das lange Spiel war sehr solide. Auf diesem Platz ist der Schlüssel, um erfolgreich spielen zu können, den Wind gut einschätzen zu können. Der Wind ist schon sehr, sehr stark. Wer den Wind am besten einschätzen kann, der hat eben das beste Ergebnis.“
Carolin Kauffmann strahlte über ihren achten Platz sehr glücklich: „Ich bin sehr happy. Das ist mein erstes Ergebnis in der Top Ten. Und dies ,,Zuhause“ zu erreichen, das ist sehr besonders. Es hat super viel Spaß gemacht. Ich war sehr begeistert, wie viele Leute die ganze Woche, aber besonders auch heute da waren. Ich war noch nicht so oft in der Situation, vor so vielen Zuschauern zu spielen. Aber ich kann sagen, es hat verdammt viel Spaß gemacht!“
Charlotte Back feierte ein mehr als gelungenes Debüt auf der LET: „Die Finalrunde war natürlich sehr gut. Ich wollte heute nochmal sehr genießen und ich glaube, das ist mir gelungen. Ich war sehr entspannt und habe mich gefreut, hier sein zu dürfen. Ich habe viel gelernt, auch über mein Spiel diese Woche. Ich habe nicht das beste Golf gespielt, habe aber gekämpft und alles gegeben. Es ist natürlich auch schön zusehen, dass ich als Amateur auf der LET mithalten kann.“
Celina Sattelkau, die mit sehr gleichmäßigen Scores ebenfalls den sehr guten 19. Platz erkämpft hatte, war auch happy: „Es hat auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht. Ich habe ja vor zwei Jahren schon mal als Amateurin bei Amundi in Berlin gespielt. Da waren auch viele Leute dabei, aber bei mir waren es keine Menschenmassen. Heute und auch schon gestern waren deutlich mehr Leute dabei. Es macht einfach Spaß. Am ersten Loch habe ich aufgeteet, mein Name wurde angekündigt. Alle Zuschauer haben geklatscht und gejubelt. Ich habe so schmunzeln müssen. Dafür spiele ich hier und das macht Spaß. Es war einfach cool. Die Zuschauer sind einfach super drauf. Es ist hier mit den vielen Wasserhindernissen echt schwierig. Bleibst Du zu kurz, dann droppst Du. Wenn der Schlag lang ist, dann bist du aber auch nicht unbedingt sicher. Die Schlägerwahl muss schon passen. Mein Papa hat mir auf jeden Fall als Caddie ein paar gute Tipps gegeben. Ich bin sehr stolz und sehr froh darüber, dass ich heute noch so viel Energie hatte, an Tag vier in Woche vier.“
Stefan Morales, Chef-Bundestrainer Frauen, war von der Erstauflage des Amundi German Masters in Winsen an der Luhe begeistert: „Das war eine tolle Stimmung. Da geht einem das Herz auf, wenn man so viele Zuschauer sieht, die die führenden Flights dann am Ende mit Ahh und Ohh begleitet haben. Das ist ja nicht alltäglich im Frauengolf, das ist auf der Ladies European Tour noch viel seltener und freut mich, dass die Mädels das erleben durften. Durch diese große Begeisterung sieht man ja, dass die Deutschen Frauen wirklich gefragt sind. Wenn jedes Turnier so wäre, das wäre toll und eine mega Wertschätzung für das deutsche Frauengolf. Es war mit Sicherheit nicht einfach, mit dem Wind hier umzugehen. Gerade die Längenkontrolle auf den nicht ganz einfachen und teils sehr ondulierten Grüns, da musste man schon zusehen, dass man die richtigen Spots trifft, um sich eine Birdie-Chance zu erarbeiten. Ich habe hier von allen Spielerinnen Putts gesehen, die aus zwei bis vier Metern teils unter-, teils überschätzt wurden. Der Platz hat natürlich auch viel, viel Potenzial, ihn lang zu machen. Das ist aber diese Woche nicht passiert. Grundsätzlich denke ich, wäre das vielleicht sogar für die eine oder andere deutsche Spielerin ein noch größerer Vorteil gewesen, wenn wir ihn von weiter hinten gespielt hätten. Aber wenn ich die Scores sehe, die hier gespielt wurden, finde ich, hat das Setup eigentlich gut gepasst. Das Gesamtbild, das die Deutschen abgegeben haben, war sehr, sehr gut. Wir haben ja Spielerinnen gehabt, die auch vorne um den Sieg mitgespielt haben. Das ist ja auch immer nochmal wichtig, um halt auch die Zuschauermassen anzuziehen. Aber auch andere, die bisher noch nicht so auf den vorderen Plätzen in Erscheinung getreten sind, wie zum Beispiel Carolin Kauffmann, hatten ein tolles Erlebnis. Ich bin mit dem Gesamtergebnis sehr zufrieden. Die Leistung von Charlotte Back, die als Amateurin heute noch mal eine sehr, sehr gute Schlussrunde gespielt hat und sich noch mal nach vorne geschossen hat, war großartig. Wenn man gerade über eine Tourkarriere nachdenkt und dann sieht, dass man hier mitspielen kann, dann ist das hilfreich und wertvoll.“
Marcus Neumann, Vorstand Sport im DGV, war nach dem letzten Putt mehr als zufrieden: „Wir haben ein tolles Turnier gesehen, bei dem ganz viele Faktoren hervorragend gepasst haben. Der Platz, das Wetter, die Fans, die Organisation – es haben einfach alle Zahnräder perfekt ineinandergegriffen. Und dazu sind noch die sportlichen Leistungen unserer Athletinnen gekommen, sodass wir in der Breite ein ganz, ganz großartiges Ergebnis haben. So kann es gerne für die Damen im Golf Team Germany weitergehen. Man sieht hier wirklich die Früchte von vielen Jahren engagierter Arbeit ganz vieler Menschen, die im Hintergrund für die Spielerinnen da sind.“
Achim Battermann, stellvertretender Präsident des DGV, freute sich über den Erfolg dieses Turniers: „Wir haben hier im Süden von Hamburg eine echte Werbung für das Damengolf erleben dürfen. Der Platz von Green Eagle hat sich herausragend präsentiert und das ganze Setup begeistert mich. Ich kann mich im Namen des Deutschen Golf Verbandes nur bei der LET, bei Amundi, der VcG, bei U.COM und all den fleißigen Helfern bedanken, die dieses Turnier ermöglicht und zu dem gemacht haben, was es ist: Ein echter Zuschauermagnet. Die Stimmung war schon in den ersten Tagen überragend und die Athletinnen wurden am Wochenende von einer Welle der Begeisterung getragen. Das hat einfach nur Spaß gemacht. Ich freue mich, dass Amundi hier an diesem Standort für mindestens drei Jahre das Turnier weiter entwickeln möchte, zumal DGV und VcG ebenfalls gerade entschieden haben, das Turnier bis 2028 zu unterstützen. Das ist für unsere Talente des Golf Team Germany sehr wertvoll. Auch wenn es nach dem Sieg von Alexandra Försterling vor einem Jahr nun nicht ganz für einen deutschen Sieg gereicht hat, ist das in der Breite überragende Ergebnis für uns die beste Motivation, den eingeschlagenen Weg der Förderung unserer Talente intensiv weiter zu gehen.“










