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Antonia Steiner vom GC Hubbelrath spielt auf das beeindruckende Clubhaus zu | © DGV

Steiner auf Rang 17

Garches/Frankreich – In der Trophée Esmond steigen die besten 64 Spielerinnen aus dem Feld der 120 in die Matchplays auf. Um den Titel zu gewinnen, waren von da an noch sechs Siege in direkten Duellen Frau gegen Frau nötig.

Deutschland war mit sieben Spielerinnen im Cut sehr stark in die Matchplays eingezogen, aber nur Antonia Steiner gelang es, in der ersten Runde einen Sieg einzufahren. Die Hubbelratherin setzte sich mit 4&3 gegen Anastasia Back vom Stuttgarter GC Solitude durch. Die gerade von St. Leon-Rot nach Stuttgarter gewechselte Spielerin ging zwar früh in Führung, aber Steiner glich sofort aus und brachte sich schnell mit drei Lochgewinnen in eine komfortable Lage. Back konnte das Blatt nicht mehr wenden und so reichte ein weiterer Lochgewinn auf dem 15. Grün zum 4&3-Sieg.

Antonia Steiner

In der Runde der besten 32 traf die Westdeutsche auf Teodora Nikolovski aus Frankreich. Es entwickelte sich ein Duell auf Augenhöhe, bei dem die Spielerin von Golf Bordelaise mehrfach in Führung ging, Steiner aber immer schnell wieder ausgleichen konnte. Auf dem 14. Grün ging die Hubbelratherin dann selbst nach dem zweiten Lochgewinn in Folge erstmals in Front, aber das Momentum des Talents aus Frankreich war damit nicht gebrochen. Nach 16 Löchern stand das Match erneut all square und so ging es in die Verlängerung.
Auf dem 21. Loch ging Nikolovski zum vierten Mal in Führung, was an der Stelle gleichbedeutend mit dem Sieg und dem Aufstieg in die Runde der besten 16 war.

„Ich habe an dem Tag ganz solide gespielt und hatte echt gute Chancen. Das Match war wirklich sehr knapp und auf Augenhöhe. Am Ende hat meine Gegnerin einen langen Putt gelocht und ich leider nicht. Obwohl das nicht mein gewünschter Endstand ist und ich auch im ersten Moment traurig war, bin ich trotzdem jetzt sehr zufrieden mit meiner Entwicklung und meinen Ergebnissen. Nachdem das letzte Jahr schwer war, sehe ich jetzt ganz klar die steigende Kurve in der Entwicklung. Ich bin auf einem guten Weg und bin im Endeffekt ganz zufrieden mit dem Turnier! Aus Frankreich nehme ich sehr viel Selbstbewusstsein und Zuversicht für die kommenden Turniere mit“, fällt das Fazit von Antonia Steiner insgesamt sehr positiv aus.

Sophie Renner

Sophie Renner hatte es in ihrem ersten Match mit Benedicte Brent-Petersen zu tun. Das dänische Top-Talent und die Spielerin des Stuttgarter GC Solitude lieferten sich lange ein Duell auf Augenhöhe. Nach elf Bahnen stand es noch immer all square, weil jede der Kontrahentinnen nur ein Loch gewonnen hatte.

Im letzten Drittel der Runde schaffte es Brent-Petersen, zweimal zwei Löcher in Folge zu gewinnen, so dass das Endergebnis 4&2 deutlicher aussieht, als das Match sich auf dem Platz angefühlt hat. Die Dänin zog anschließend Runde für Runde weiter und steht letztlich im Finale, das erst am Ostermontag über 36 Löcher ausgespielt wird.

Trotz der Niederlage war Sophie Renner mit dem Match an sich zufrieden: „Es war auf jeden Fall ein gutes Match, es hat auch wirklich Spaß gemacht. Es war aber auch relativ stressig, weil wir wenige Löcher geteilt haben, sondern eigentlich immer irgendjemand das Loch gewonnen hat. In Summe war es ausgeglichen bis ins letzte Drittel. Am Ende habe ich es auf den Grüns verloren. Bis zum Grün haben wir ziemlich gleich gespielt, aber sie hat dann einige gute Putts gelocht. Insgesamt war es ein gutes Match. Ich konnte irgendwann auf den Grüns nicht mehr mithalten. Wir haben beide gut gespielt, aber sie hat dann doch verdient gewonnen.“

Sofia Maier-Borst

Sofia Maier-Borst lieferte sich mit Axelle Martin einen spannenden Schlagabtausch. Die Schweizerin behielt die Nerven, als die Kurpfälzerin die beiden ersten Löcher gewann und damit schnell 2auf lag. Auch als Maier-Borst auf dem zehnten Grün die Führung auf 3auf erhöhte, blieb Martin ruhig und schaffte es, schon auf der 14. Bahn den Ausgleich zu erzielen.

Sofia Maier-Borst ging sofort wieder in Front, hatte damit aber noch immer den Sieg nicht in der Tasche, denn die mehrfache Swiss-Junior-Tour-Siegerin glich auf der 18 erneut aus. Damit nicht genug. Auch das 19. Loch ging an die Spielerin des Payerne GC, die 2025 auf der LET bei der Swiss Ladies Open den 17. Platz erspielt hatte.

Sophie Bingel

Ebenfalls auf dem ersten Extraloch hatte Sophie Bingel das Nachsehen. Die Spielerin des G&LC Berlin-Wannsee hatte auf der regulären Runde dreimal eine Führung erkämpft und einmal einen Rückstand ausgeglichen. Nachdem es nach 18 Löchern all square gestanden hatte, gewann Elena Leblond aus Frankreich das 19. Loch und damit auch das Match.

Yoo Jin Bae

Yoo Jin Bae vom GC St. Leon-Rot traf auf Lana Guyot. Die Schweizerin geriet einmal in Rückstand, als die deutsche Jugendnationalspielerin das Loch 5 für sich entschied. Anschließend gewann Guyot aber mehr und mehr die Oberhand und führte nach zwölf gespielten Löchern komfortabel mit 3auf. Diese Führung ließ sich die Eidgenossin nicht mehr nehmen und beendete mit 3&1 dieses Duell.

Lena Geier

Lena Geier vom GR Bad Griesbach sah sich in ihrem Match einem spanischen Tornado gegenüber. Amanda Revuelta lag nach sieben Bahnen schon mit 6auf in Führung. Der Lochgewinn auf dem 12. Grün war gleichbedeutend mit dem 7&6-Endstand zu Gunsten der Madrilenin.

Zählspielqualifikation

Am ersten Tag der Zählspielqualifikation hatte Antonia Steiner vom GC Hubbelrath einen hervorragenden Start ins Turnier. Bei nur einem Bogey drückte die Spielerin aus NRW mit fünf Birdies ihren Score auf vier unter Par. Von Platz vier ging es in den zweiten Tag.
Steiner war damit zufrieden, blieb aber sehr sachlich: „Ich bin super happy mit dem Ergebnis. Es zeigt eine schöne Entwicklung in meiner Saison.“
 

Sophie Renner vom Stuttgarter GC Solitude startete mit einer bunten Scorekarte, die sich zu Even Par aufsummierte. Dies reichte für Rang 19. Aus Sicht der Schwäbin war die Runde positiv zu sehen, weil sie einige gute Putts gelocht und viele Fairways sowie Grüns getroffen hatte: „Insgesamt war die Runde heute auf alle Fälle ganz gut.“
 

Schlaggleich mit Renner gingen auch Lena Geier vom GR Bad Griesbach und Sophie Bingel vom G&LC Berlin-Wannsee in den zweiten Tag. Vor allem Geier durfte mit ihrer Even-Par-Runde sehr zufrieden sein, weil sie auf den Grüns wieder Sicherheit gefunden hatte. Bei Regen und alles andere als einfachen Bedingungen fühlte sich dieses Ergebnis für die Bayerin wie ein wichtiger Schritt nach vorne an. „Ich hatte in letzter Zeit Probleme beim Putten, hab es heute aber wieder richtig gut hinbekommen.“
 

Nur einen Schlag mehr als das Trio Renner, Geier und Bingel benötigte Sofia Maier-Borst. Die Kurpfälzerin vom GC St. Leon-Rot kämpfte mit Problemen von der Tee-Box, hielt ihren Score aber mit starkem kurzem Spiel zusammen und blieb mit einem Schlag über Par klar in Reichweite der Matchplays. Gerade unter den regnerischen Bedingungen war diese Runde mehr als ordentlich: „Ich habe sehr, sehr gut geputtet und damit so einige Pars gerettet.“
 

Yoo Jin Bae hatte am ersten Tag mehr Mühe. Die Clubkameradin von Sofia Maier-Borst brachte sich zwar immer wieder in ordentliche Positionen, konnte daraus aber zu wenig Kapital schlagen und haderte vor allem mit den Putts. Entsprechend fiel ihr Zwischenfazit selbstkritisch aus. „Es lief leider nicht so gut.“ Umso bemerkenswerter war die Reaktion am zweiten Tag: Auf den Grüns lief es deutlich besser, vom Tee fühlte Bae sich sicherer und obwohl noch nicht alles gelang, wirkte ihr Spiel wesentlich stabiler: „Ich habe heute viel besser geputtet als gestern, was mir einige Schläge eingespart hat.“
 

Lena Geier musste am zweiten Tag dagegen richtig leiden. Schon früh in der Runde machten sich Schmerzen im Nacken bemerkbar, die bei jedem Schlag stärker wurden und ihr langes Spiel massiv beeinflussten. Dass sie sich unter diesen Umständen dennoch bis ins Clubhaus kämpfte und mit der +7 den Cut sicherte, war Ausdruck von einem eisernen Wille und großem Kampfgeist.

 

Sophie Renner blieb auch in der zweiten Zählspielrunde ihrer Linie grundsätzlich treu. Viele Grüns, viele ordentliche Schläge, viele brauchbare Ausgangslagen – nur die Chancenverwertung blieb hinter den eigenen Erwartungen zurück. Dazu mischten sich einige Dreiputts, die ein besseres Resultat verhinderten. Entsprechend fiel ihre Analyse nüchtern und treffend aus: „Die Chancenverwertung war sehr mäßig.“
 

Zwei weitere Deutsche mussten anerkennen, wie anspruchsvoll diese zwei Tage der Zählspielqualifikation in Garches gewesen sind. Johanna Kirch vom Frankfurter GC hatte nach eigener Einschätzung zunächst „ums und auf dem Grün gestruggled“, konnte am zweiten Tag manches verbessern, ohne daraus aber einen richtig guten Score zu machen. Laura Schedel vom GC Schloss Guttenburg haderte zu Beginn von Runde eins mit ihrem Long Game und ließ später mit vielen Dreiputts einige Federn. Auch für die Bayerin reichte der zweite Tag nicht mehr, um nochin den Cut zu klettern.
 

So blieb unter dem Strich ein Turnier, das in den Matchplays aus deutscher Sicht früher zu Ende ging, als es sich das starke Septett nach den insgesamt gelungenen Zählspielrunden erhofft hatte. Gleichzeitig war dieses Turnier vor den Toren von Paris aber auch ein Wettbewerb, der zeigte, wie hoch auf diesem Niveau die Leistungsdichte in Europa ist.

 

Endstand Trophée Esmond:

T17: Antonia Steiner (GC Hubbelrath)
T33: Sophie Bingel (G&LC Berlin-Wannsee)
T33: Anastasia Back (Stuttgarter GC Solitude)
T33: Yoo Jin Bae (GC St. Leon-Rot)
T33: Sophie Renner (Stuttgarter GC Solitude)
T33: Sofia Maier-Borst (GC St. Leon-Rot)
T33: Lena Geier (GR Bad Griesbach)
 

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