Sieben Deutsche beim Major-Finale in Wales
Major: AIG Womens Open
Royal Porthcawl, Wales, 31. Juli bis 3. August
Gefühlt stecken wir mitten in der Golfsaison, doch für die Profis biegt diese schon langsam auf die Zielgerade ein. Nach vier Herren-Majors, fünf Senioren-Majors und vier Damen-Majors findet mit der AIG Womens Open das letzte Major des Jahres statt. Ein letztes Mal misst sich die absolute Weltspitze auf einem altehrwürdigen Platz und spielt um ein stattliches Gesamtpreisgeld von 9,75 Millionen US-Dollar. Allein der Austragungsort macht diese Ausgabe der Womens Open zu etwas Besonderem. Denn erstmals in der Turniergeschichte ist man zu Gast in Wales.
Der Links-Platz im Royal Porthcawl Golf Club wurde 1898 von Ramsay Hunter entworfen, der auch für die Gestaltung von Royal St. Georges verantwortlich war. Nach Royal St. Davids war er der zweite Platz in Wales, der die Auszeichnung „Royal” erhielt. Royal Porthcawl ist dafür bekannt, dass man von jedem Loch aus einen Blick auf den Bristol Channel hat. Der Platz war bereits Austragungsort des Walker Cup, des Curtis Cup, der Amateur Championship, des British Masters und der Senior Open. Mit Bernhard Langer und Alex Cejka konnten hier übrigens schon zwei Deutsche Major-Erfolge feiern.
Vielleicht ist das ein gutes Omen für das deutsche Team in dieser Woche. Gleich sieben Spielerinnen aus Deutschland sind am Start. Sophia Popov ist als ehemalige Siegerin der Womens Open (2020) qualifiziert, Alexandra Försterling und Esther Henseleit verdienten sich ihren Platz über die Order of Merit 2024 und Helen Briem wiederum rutschte über die aktuelle Saisonwertung ins Feld. Mit Olivia Cowan, Aline Krauter und Laura Fünfstück kamen ganz frisch drei LET-Mitglieder dazu, die sich ihre Tickets über den Final Qualifier am Montag sicherten. Damit nehmen an der AIG Womens Open so viele Deutsche teil wie zuletzt 2021, als sogar acht Deutsche dabei waren. Abgesehen von der 19-jährigen Briem haben alle deutschen Teilnehmerinnen bereits Erfahrungen bei diesem Major gesammelt.
Dass Erfahrung jedoch nicht alles ist, zeigt aktuell die Engländerin Lottie Woad. Die 21-Jährige begeistert derzeit die Golfwelt mit einem beeindruckenden Durchbruch auf Profi-Niveau. Am Sonntag gewann Woad bei ihrem Profi-Debüt in Schottland, nachdem sie zuvor bereits als Amateurin in Irland triumphiert und beim vergangenen Major, der Evian Championship in Frankreich, den dritten Platz erreicht hatte. Der ehemaligen Weltranglistenersten der Amateurwertung ist offensichtlich alles zuzutrauen. Auch diese Woche bei der AIG Womens Open könnte sie wieder vorne mitspielen. Im vergangenen Jahr war sie hier noch als Amateurin am Start und holte den Smyth Salver Award als beste Amateurin im Feld.
Die Frage ist: Wer kann die Überfliegerin aus Surrey überhaupt noch stoppen? Bei einem Major ist die Auswahl zugegebenermaßen groß. Angefangen bei der aktuellen Weltranglistenersten Nelly Korda, die bei ihrem Debüt bei der Scottish Open vergangene Woche Fünfte wurde. Vor einem Jahr schnupperte sie bei der AIG Womens Open am Titel und musste sich letztlich mit dem geteilten zweiten Rang zufriedengeben. Einzig die Neuseeländerin Lydia Ko war besser. Die Olympiagoldmedaillengewinnerin von Paris tritt also als Titelverteidigerin an und jagt ihren vierten Major-Sieg. Ebenfalls auf dem Zettel haben sollte man Jeeno Thitikul. Die Thailänderin wartet noch immer auf ihren Major-Durchbruch, zeigte aber 2022, dass ihr Linksgolf liegt, als sie in Muirfield geteilte Siebte wurde. Wenn man all diese Zutaten zusammennimmt – Austragungsort, knapp zehn Millionen Preisgeld, sieben Deutsche, Woad gegen den Rest – dann darf man sich auf ein würdiges Major-Finale freuen.
PGA Tour: Wyndham Championship
Sedgefield Country Club, North Carolina, 31. Juli bis 3. August
Auch auf der PGA Tour steht ein Finale an. Mit der Wyndham Championship findet hier nämlich das letzte Event der regulären Saison statt. Im Januar wurde sie auf Hawaii eröffnet und am Sonntag in North Carolina wird sie beschlossen, mit den Top 70 des FedExCup, die sich für die Playoffs qualifizieren. Nicht umsonst sind alle Spieler zwischen Platz 60 und 109 in der Saisonwertung diese Woche am Start. Sie alle wollen entweder ihren Platz verteidigen oder auf den letzten Metern noch ins Feld der FedEx St. Jude Championship hineinrutschen. Auf dem heißesten aller Stühle sitzt ausgerechnet Matti Schmid vom Elite Team Germany. Der gebürtige Regensburger belegt aktuell Rang 70 im FedExCup und ist damit der sogenannte „Bubble Boy“.
Für Schmid sprechen seine vergangenen Auftritte im Sedgefield Country Club. In den vergangenen beiden Jahren schaffte er hier jeweils den Cut und auch seine aktuelle Form könnte schlechter sein. Bei seinen letzten drei Starts spielte er jeweils am Wochenende und sammelte damit wertvolle Punkte, die er auch diese Woche wieder benötigen wird. Sonst dürften die Playoffs mit ziemlicher Sicherheit ohne ihn stattfinden. Spieler, die direkt hinter ihm liegen, sind unter anderem Nicolai Höjgaard (71.), Keith Mitchell (72.) und Chris Kirk (73.).
Insgesamt drei Deutsche dabei
Stephan Jäger muss sich keine Gedanken um die Teilnahme an den Playoffs machen. Trotz zuletzt drei verpassten Cuts bei vier Starts belegt der Münchner Rang 57 im FedExCup und legt damit seinen Fokus auf die Qualifikation für das zweite Playoff-Event, welches wiederum den besten 50 vorbehalten ist. Jäger konnte bereits zweimal bei der Wyndham Championship überzeugen, als er 2022 und 2023 jeweils einen Platz unter den Top 15 erreichte.
Der dritte Deutsche im Feld ist Thomas Rosenmüller. Als 167. der Rangliste benötigt er in dieser Woche einen Sieg, um sich überhaupt noch für die Playoffs zu qualifizieren. In erster Linie geht es für ihn aber darum, den Schwung aus den vergangenen Wochen mitzunehmen und seine Platzierung im Ranking weiter zu verbessern. Immerhin steht nach den Playoffs der sogenannte "FedExCup Fall", also die Postseason, an, in der die letzten Tourkarten für die kommende Saison vergeben werden. Rosenmüllers derzeitige Form stimmt. Seine letzten drei Turniere beendete er unter den Top 30.
Aus internationaler Sicht zählen der bereits erwähnte Nicolai Höjgaard, der mehrfache Champion Ben Griffin und der Major-Sieger Matt Fitzpatrick zu den Top-Favoriten in North Carolina. Laut Weltrangliste ist Keegan Bradley als Siebter der am höchsten platzierte Spieler im Feld. Mit Hideki Matsuyama und Robert MacIntyre hoffen zwei weitere Spieler aus den Top 15 auf einen positiven Abschluss der regulären Saison. Der Engländer Aaron Rai tritt als Titelverteidiger bei dem mit 8,2 Millionen US-Dollar dotierten Turnier an.
Weitere Turniere mit deutscher Beteiligung:
Korn Ferry Tour: Utah Championship
Ogden Golf & Country Club, Utah, 31. Juli bis 3. August
Jonas Baumgartner
Epson Tour: Four Winds Invitational
South Bend Country Club, Indiana, 1. bis 3. August
Sophie Hausmann und Isi Gabsa
LET Access Series: Q-Tour Himmerland Championship
Himmerland Resort, Dänemark, 31. Juli bis 3. August
Sarina Schmidt, Hannah Karg, Lara Ok, Sophie Witt, Kimberley Sommer, Anna-Maria Diederichs und Similan Scheer
HotelPlanner Tour: Farmfoods Scottish Challenge
Schloss Roxburghe, Schottland, 31. Juli bis 3. August
Philipp Katich, Marc Hammer, Tim Tillmanns, Hurly Long, Maximilian Schmitt und Tiger Christensen
Pro Golf Tour: Bonmont Pro Golf Tour
Golf & Country Club de Bonmont, Schweiz, 28. bis 30. Juli
Legends Tour: Staysure PGA Seniors Championship
Trump International Golf Links, Schottland, 31. Juli bis 3. August
Thomas Gögele








