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Gibt Einblicke in seine Trainingsroutine bei Turnieren: Matti Schmid. | © golfsupport.nl/George Walker/ism

Seltene Einblicke: Mit Matti Schmid auf der Range

Wenn Matti Schmid vor einem großen Turnier trainiert, wirkt vieles erstaunlich ruhig. Kein Stress, keine endlosen Technik-Gedanken. Stattdessen: klare Abläufe und eine Routine, die sich über Jahre eingespielt hat. Bei der BMW PGA Championship in Wentworth gewährte Deutschlands Tour-Profi auf dem YouTube-Kanal von KW Golf ungewöhnlich offene Einblicke in seine Vorbereitung und zeigte, wie ein Arbeitstag eines Profis aussieht (s. Video unten).

Eine Viertelstunde auf dem Putting-Grün

Schon der Start verrät viel über Schmids Herangehensweise. Bevor überhaupt ein Ball auf der Driving Range geschlagen wird, verbringt er rund eine Viertelstunde auf dem Putting-Grün. Dort spielt er zunächst nicht einmal auf ein Loch, sondern kontrolliert mit Spiegeln, Matten und Ausrichtungshilfen sein Setup, die Ballposition und die Startlinie. „Es sieht eigentlich immer genau gleich aus“, erzählt über seine Routine. Erst wenn alles passt, geht es ans Putten mit Ziel.

Was Amateure oft vernachlässigen

Ein Gedanke zieht sich durch die gesamte Session: Wiederholbarkeit. Schmid versucht, jede Übung möglichst realitätsnah und konzentriert durchzuführen. „Golf ist natürlich mental“, erklärt er. Viele Amateure würden zwar trainieren, aber nie wirklich in ihre Turnier-Routine eintauchen. Genau das versucht er bewusst zu simulieren – selbst bei kurzen Putts oder einfachen Rhythmusübungen.

Fokus aufs Gefühl

Dabei überrascht vor allem, wie stark sich Schmid auf sein Gefühl verlässt. Zwar nutzt auch er immer mal wieder moderne Technik wie einen Trackman, doch Statistiken spielen eher eine Nebenrolle. „Ich war noch nie so der Zahlen-Typ“, sagt Schmid. Statt komplizierter Wedge-Systeme oder exakt definierter Schwunglängen arbeitet er lieber intuitiv. Selbst Spinwerte oder Schlagdaten kontrolliert er nur gelegentlich. „Wenn etwas nicht passt, arbeite ich zwei, drei Tage intensiv dran – und dann passt’s meistens wieder.“

Die Rolle des Caddies

Besonders interessant: Wie stark ein Profi auf sein Team angewiesen ist. Sein Caddie übernimmt laut Schmid 95 Prozent der Platzvorbereitung. In den USA greifen die Teams auf umfangreiche Datenbanken zurück, die exakt zeigen, wie sich bestimmte Fahnenpositionen spielen oder von welchen Stellen aus besonders viele Bogeys entstehen. Schmid selbst möchte davon oft gar nicht alles wissen. „Ich will eigentlich nur Golf spielen“, sagt er lachend. Das Verhältnis zum Caddie basiere vor allem auf Vertrauen.

Fußball, Kids & Olympia

Zwischen all den technischen Details wird aber auch deutlich, dass es bei Schmid nicht nur um Golf geht. Er spricht über Fußball, Harry Kane und Bayern München, freut sich über Kinder, die Fotos wollen, und erzählt begeistert von seinen Olympia-Erfahrungen in Paris. „Das war der Hammer“, sagt er über die Atmosphäre bei den Spielen. Besonders die Stimmung in seinen Flights mit Victor Perez, Wyndham Clark oder Viktor Hovland sei außergewöhnlich gewesen.

Freude am Training

Und trotz Reisestress scheint Schmid eines nie verloren zu haben: die Freude am Training. Auf die Frage, ob ihn stundenlange Sessions auf dem Putting-Grün irgendwann nerven, kommt die Antwort prompt: „Nein, überhaupt nicht.“ Spaß mache es vor allem dann, wenn Dinge funktionieren. Und genau daran arbeitet er – Schlag für Schlag.

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