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Mit viel Touch: Das Gefühl im kurzen Spiel beeinflusst die Längenkontrolle. | © golfsupport.nl/Leslie Plaza Johnson/ism

Gefühl vs. Länge: So gelingt die perfekte Dosierung

Die Längenkontrolle rund ums Grün gehört zu den größten Herausforderungen im Golf. Viele Spieler greifen dabei zuerst zum Entfernungsmesser – und verlieren genau das, worauf es eigentlich ankommt: das Gefühl. Für PGA Golf Professional Vaughan Hawtrey ist deshalb klar, dass effektives Training anders funktioniert.

Erst fühlen, dann messen

Sein Ansatz, den er im Video (s.u.) erklärt, ist einfach: Zunächst entscheidenden Sie sich für eine Fahne, ohne die Distanz zu kennen. Ziel ist es, den Ball möglichst nah an die Fahne zu spielen und dabei ein Gefühl für die Bewegung zu entwickeln. Der erste Fokus liegt auf der Schwunglänge. Hawtrey beschreibt ein wiederkehrendes Muster: ein Ausholen und Durchschwingen bis sich der Schläger etwa parallel befindet. Wer mehrere Bälle mit dieser Bewegung spielt, entwickelt schnell ein Gespür dafür, wie weit der Ball mit genau dieser Schwunggröße fliegt. „Nur wenn du mehrere Bälle gespielt und ein Gefühl für die Schwunglänge entwickelt hast, ist die nächste Aufgabe, die Schwunggeschwindigkeit zu beherrschen“, erklärt Hawtrey.

Der zweite Schritt: Tempo kontrollieren

Ist die Schwunglänge konstant, kommt die Feinjustierung über die Geschwindigkeit. Dabei bleibt die Bewegung gleich – lediglich das Tempo wird angepasst. Ein zu langer Ball ist oft kein Technikproblem, sondern schlicht auf zu viel Energie im Schwung zurückzuführen. Die Lösung: bewusst etwas ruhiger, entspannter schwingen. So entsteht ein Gefühl dafür, wie stark sich kleine Tempoveränderungen auf die Länge auswirken. „Du wirst nach sehr kurzer Zeit ein super Gefühl bekommen“, verspricht Hawtrey. Für ihn liegt darin die Grundlage, um die Dosierung später reproduzieren zu können.

Die passenden Distanzen

Erst wenn Bewegung und Tempo verlässlich funktionieren, wird gemessen. In Hawtreys Beispiel ergibt sich so eine klare Referenz – etwa 13 Meter für eine bestimmte Schwunglänge und -geschwindigkeit. Auf dem Platz lässt sich dieses Wissen dann einfach übertragen: Bei kürzeren Distanzen wird das Tempo reduziert, bei längeren leicht erhöht. Die Grundlage bleibt jedoch immer dieselbe Bewegung. 

Training im eigenen Garten

Der Vorteil dieses Ansatzes: Er funktioniert unabhängig von äußeren Bedingungen. Selbst ohne Golfplatz – etwa zu Hause im Garten – lässt sich das Zusammenspiel aus Schwunglänge und Tempo üben. Hawtreys Botschaft ist klar: Wer zuerst ein Gefühl für Bewegung und Dosierung entwickelt und sich erst danach mit Zahlen beschäftigt, wird im kurzen Spiel deutlich konstanter.

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