Schweizer Profi für zehn Events gesperrt
Der Schweizer Tourspieler Cedric Gugler wurde von der HotelPlanner Tour für zehn Turniere gesperrt. Hintergrund ist ein Regelverstoß während der Raiffeisenbank Golf Challenge im Juni im tschechischen Kaskáda Golf Resort. Nun hat Gugler auf Instagram öffentlich Stellung dazu bezogen.
Was war passiert?
In der ersten Runde des Turniers spielte Gugler eine 75 (+4). Er wurde jedoch im Anschluss disqualifiziert, da er seinen Ball mehrfach vom falschen Ort auf dem Grün gespielt hatte. Seine Flightpartner, der Spanier Adri Arnaus und der Italiener Aron Zemmer, meldeten die Regelverstöße nach der Runde den Offiziellen.
Ein unabhängiges Disziplinargremium, bestehend aus Philip Evans KC, Ian Larsen und Markus Brier, wertete Guglers Verhalten als „reckless infringement“ und damit als schweren Verstoß gegen den Verhaltenskodex der Tour. Die Folge war eine der drastischsten Strafen der vergangenen Jahre.
Gugler: „Ein sehr schwieriger Moment“
In seiner Stellungnahme zeigte sich Gugler betroffen: „Als Athlet, der seit seinem sechsten Lebensjahr Golf spielt und für den Fairness und Respekt immer oberste Priorität hatten, ist das ein sehr schwieriger Moment.“ Er bestätigte die Vorwürfe, betonte jedoch, dass er sich keinen Vorteil verschaffen wollte. Sein Fehler sei vor allem eine unpräzise Aussage bei der ersten Anhörung am Abend nach der Runde gewesen.
„Ich habe unachtsam zugegeben, dass es möglich gewesen sein könnte, dass der Ball nicht exakt an derselben Stelle zurückgelegt wurde. Es war nie meine Absicht, irgendeinen Vorteil zu erlangen. Diese ungenaue Aussage löste leider einen langen Prozess aus.“ Dennoch akzeptiert der Schweizer die Entscheidung und kündigt an, künftig noch sorgfältiger beim Markieren seines Balls zu sein.
Auswirkungen auf die Saison 2026
Die Sperre umfasst die ersten zehn Veranstaltungen der HotelPlanner Tour 2026, beginnend mit der SDC Open in Südafrika am 29. Januar 2026. Gugler darf erst nach Abschluss des zehnten Turniers zurückkehren. Wann genau das sein wird, hängt vom finalen Tourkalender ab, der noch nicht vollständig veröffentlicht wurde. Für den jungen Schweizer bedeutet die Strafe einen verpassten Saisonstart von rund fünf Monaten – ein herber Rückschlag in seiner noch jungen Profikarriere.
Das sagt DGV-Regelfachmann Dietrich von Garn dazu:
„Das ist ein seltsamer Fall. Angenommen, ich mache etwas falsch, weil ich die Regeln nicht kenne, und meine Mitspieler beobachten dies 18 Löcher lang, ohne mir etwas von meinem Regelverstoß zu sagen. Anschließend gehen sie zur Spielleitung. Was würde ich wohl davon halten? Können die nicht beim ersten Mal sagen: ‚Pass auf, was du machst, sonst fängst du dir einen Strafschlag ein!‘? Leg deinen Ball richtig zurück!”
Meine Antwort wäre: „Oh, sorry, danke für den Tipp.“ Aber so, wie es geschehen ist, ist die Sache schräg.
Natürlich handelt es sich hier um Professionals, die alle wissen müssen, was sie tun. Die Wiederholung der Fälle lässt auf Absicht oder zumindest grobe Fahrlässigkeit schließen, aber weiß man das als Mitspieler beim ersten Verstoß? Vor allem bleibt es ohne Folgen, wenn der Fehler vor dem Schlag bemerkt wird und der Ball richtig zurückgelegt wird. Es wäre also sehr interessant, das Motiv der Mitspieler zu erfahren. Warum haben diese bis zur Abgabe der Scorekarte gewartet, um die Angelegenheit zur Sprache zu bringen? Gibt es da möglicherweise eine Vorgeschichte zu dem Fall?
Im Amateurgolf wäre ich versucht, dies als Böswilligkeit der Mitspieler zu werten und sie wegen eines Verstoßes gegen den „Spirit of the Game“ zu disqualifizieren, wenn sie den Spieler nach der Runde „ins Messer laufen lassen“, ohne ihn rechtzeitig auf den Fehler hinzuweisen. Natürlich käme auch der Spieler nicht um seine Strafe herum, vor allem nicht, wenn er in der Anhörung angibt, dass es möglich gewesen sei, dass der Ball nicht genau zurückgelegt worden sei. Immerhin war er am nächsten dran und hätte dies genau beobachten können.
Wie schon erwähnt, ist dies sicher einer der ungewöhnlicheren Fälle auf der Tour."








