Schefflers Dominanz, Schmids Traumschlag und Försterlings Formstärke
Scottie Scheffler spielt eine herausragende Saison, in der bislang zwar fünf zweite Plätze, aber nur ein Sieg für den 30-Jährigen heraussprang. Bei der St. Jude Championship, dem Auftakt der Playoffs der PGA Tour, konnte der Weltranglistenerste aber wieder zeigen, was ihn in den vergangenen Jahren so stark gemacht hat: erstklassiges Golf gerade dann, wenn es in die heiße Phase geht. Scheffler gewann im TPC Southwind nicht nur irgendwie, sondern überquerte die Ziellinie mit acht Schlägen Vorsprung auf Si Woo Kim. „Ich hatte das Gefühl, dass so eine Woche kommen würde“, erklärte der Führende im FedExCup.
Für Matti Schmid endete in Memphis eine sehr gute Saison auf der PGA Tour. Der Bayer aus dem Elite Team Germany landete im Weltklassefeld auf dem 47. Rang und verpasste das Top-Ergebnis, das nötig gewesen wäre, um sich unter die Top 50 der Saisonwertung zu verbessern und auch kommende Woche bei der BMW Championship abschlagen zu dürfen. Das letzte Turnier der Saison hatte für Schmid dennoch einen besonderen Moment zu bieten: Am Freitag gelang ihm auf Loch vier das erste Hole-in-One seiner Karriere auf der PGA Tour.
Rory McIlroy war etwas eingerostet zum Playoff-Auftakt gereist – und das machte sich auch spielerisch bemerkbar. „Ich hatte das Gefühl, je länger die Woche andauerte, desto verlorener habe ich mich mit meinem Golfschwung gefühlt“, erklärte McIlroy, der als 66. des 69er-Feldes ins Ziel kam. Für den Nordiren geht es nun kurz in die Heimat, um den Schwung in den Griff zu bekommen, ehe es bei der BMW Championship weitergeht.
Försterling Zweite, Boost für Gimmy, Schott top
Zwar klappte es am Ende nicht mit dem Sieg, doch für Alexandra Försterling aus dem National Team Germany war der Ausflug in die Schweiz zur Swiss Ladies Open erneut ein sehr erfolgreicher. Die Turniersiegerin von 2023 beendete das Turnier im Golfpark Holzhäusern auf Rang zwei. Nur ein Schlag fehlte auf Turniersiegerin Eleanor Givens. „Die Freude überwiegt“, kommentierte Försterling, die sich auf Platz fünf in der Order of Merit verbesserte. „Wir liegen alle sehr nah zusammen, am Ende entscheiden Details. Bei meinen Siegen lief vieles für mich, heute lief es für Eleanor, der ich den ersten Sieg bei ihrem 210. Start sehr gönne.“
Celina Sattelkau und Verena Gimmy beendeten das Turnier jeweils mit dem Tagesbestwert von 65 Schlägen und teilten am Ende den 15. Rang. „Ich habe es nicht so mit der Geduld“, analysierte Sattelkau. „Aber dieses Turnier hat mir gezeigt, dass auch nach zwei nur mittelmäßigen Runden eine sehr gute Runde entstehen kann. Das nehme ich für die restliche Saison mit.“ Gimmy freute sich hingegen über ihre bislang beste Runde auf der LET: „Die Putts sind heute endlich gefallen“, kommentierte Gimmy. „Ich möchte meine Karte behalten, da gibt mir diese Woche natürlich einen kleinen Boost.“
Einen weiteren Boost in einer ohnehin bereits herausragenden Saison verdiente sich Freddy Schott bei der Danish Golf Championship. Nach einer 69 im Finale reichte es für den 25-Jährigen zu einem neunten Rang (-10). Die positiven Folgen: knapp über 50.000 Euro Preisgeld sowie der Sprung auf Rang 27 im Race to Dubai. Mit Marcel Siem (T21), Anton Albers (T39), Nicolai von Dellingshausen (T53) und Yannik Paul (T67) schafften es vier weitere Deutsche in die Preisgeldränge.
Thailändische Dominanz und Langers Liebe
Während Esther Henseleit ihre erste Turnierwoche nach dem sensationellen Auftritt bei der Womens Open auf Platz 25 beendete, zeigte sich bei der Portland Classic einmal mehr, welch enorme Leistungsdichte im thailändischen Frauengolf herrscht. Jeeno Thitikul sicherte sich beim LPGA-Stopp im Columbia Edgewater Country Club den dritten Sieg in dieser Saison vor ihren Landsfrauen Arpichaya Yubol und Chanettee Wannasaen (T2). Mit Pajaree Anannarukarn (T5) und Suvichaya Vinijchaitham (T8) landeten zwei weitere Thailänderinnen unter den besten Zehn.
Eines steht fest: Thomas Rosenmüller gönnt sich aktuell keine Pause. Bei der Albertsons Boise Open spielte der Münchner aus dem Elite Team Germany sein achtes Turnier in Folge. Und das erneut erfolgreich: Beim Gastspiel der Korn Ferry Tour im Hillcrest Country Club reichte der 29-Jährige vier Runden unter 70 Schlägen ein und landete am Ende auf dem neunten Rang (-17). In der Saisonwertung verbesserte sich Rosenmüller auf den 90. Rang.
Die Liebe zum Golf ist ungebrochen: Bernhard Langer hat auch mit 68 Jahren weiterhin große Lust auf Wettkampf, wie er in einem Gespräch mit Sports Illustrated Deutschland bekräftigt. „Golf macht unheimlich viel Spaß – egal, wie alt man ist. Der Golfplatz ist nie derselbe. Das Wetter verändert sich, die Fahnenpositionen sind anders, die Abschläge wechseln und man fühlt sich selbst jeden Tag ein bisschen anders. Es ist immer eine neue Herausforderung und dadurch bleibt es spannend“, sagt Langer.
Auf der PGA Tour Champions setzte der Rekordsieger bei den Senioren in dieser Woche aus. Den Titel bei der Boeing Classic in Snoqualmie, Washington, sicherte sich Stewart Cink, der bereits den fünften Siegerpokal in dieser Spielzeit in Empfang nehmen durfte. Der Open-Sieger von 2009 setzte sich im Stechen gegen Miguel Ángel Jiménez durch. Der Spanier hatte sich zuvor mit acht Birdies auf den zweiten Neun noch nach ganz vorne spielen können.







