Rookie oder Routinier? Der Kampf um den letzten Platz im Team Europa
Harry Hall ist keiner, den man kennt, wenn man sich nicht intensiv mit Profigolf beschäftigt. Dabei befindet sich der der 27-Jährige in der besten Form seines Lebens. Seit März hat er keinen Cut verpasst – schaffte es bei 22 Starts in der laufenden Saison auf der PGA Tour 19-mal ins Wochenende. In den letzten drei Monaten beendete er sieben Turniere unter den Top-20. Laut DataGolf, eine unabhängige Datenanalyse-Plattform, ist Hall aktuell der sechstbeste Europäer, das berichtet das US-Portal golf.com. Auf den Grüns zählt er zu den Topspielern weltweit. Klingt nach einem heißen Anwärter für das europäische Ryder-Cup-Team, oder nicht?! Theoretisch ja, die Realität könnte am Ende aber anders aussehen.
Donalds Qual der Wahl: Form oder Erfahrung?
Rund drei Wochen Zeit bleiben Kapitän Luke Donald noch, um die finale Entscheidung zu treffen, welche zwölf Spieler vom 26. bis 28. September auf dem Kurs von Bethpage Black in New York gegen die USA antreten sollen. Die entscheidende Frage: Setzt der Teamchef auf Form oder Erfahrung? Klar scheint: Zehn, vielleicht sogar elf Plätze im Team-Europe dürften vergeben sein. Laut DataGolf ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass folgende Profis ihren Platz nahezu sicher haben:
So könnte das Team Europa aussehen
1) Rory McIlroy
2) Jon Rahm
3) Tommy Fleetwood
4) Ludvig Aberg
5) Sepp Straka
6) Tyrell Hatton
7) Robert McIntyre
8) Matt Fitzpatrick
9) Viktor Hovland
10) Aaron Rai
11) Shane Lowry
Ein starkes und größtenteils erfahrenes Team – abgesehen von Aaron Rai, der sich erst in den letzten zwölf Monaten mit überzeugenden Leistungen empfohlen hat. Bliebe also ein freier Platz, den Donald besetzen müsste. Mit Hall? Oder doch mit Justin Rose?
Rose aktuell nur Nummer 20 in Europa
Vieles spricht für den Routinier. Er ist seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil der Tour, Ryder-Cup-Held von 2023 in Rom. 25 Turniersiege, bei den großen Events war er oft vorne dabei, wurde beim Masters-Triumph von McIlroy in diesem Jahr Zweiter. Die persönliche Verbundenheit mit Donald ist groß. Allerdings: Laut DataGolf ist Rose aktuell nur die Nummer 20 in Europa. Bei der PGA Championship und der US Open verpasste er den Cut, bei vier weiteren Turnieren ebenfalls. Sein Spiel ist solide, aber nicht mehr überragend. Und ausgerechnet vom Abschlag fehlte ihm zuletzt öfter die nötige Länge.
Rookie oder Routinier?
Harry Hall ist das Gegenteil von Rose: jung, unbekannt, ohne große Meriten – aber mit deutlich steigender Formkurve. Und: Für einen Ryder-Cup-Sieg braucht es nicht zwingend zwölf große Namen. Dennoch: Die wahrscheinlichere Besetzung für den letzten Platz im Team heißt Rose. Er hat 26 Ryder-Cup-Matches bestritten, nach McIlroy die meisten im Team der Europäer. In drei Wochen wissen wir mehr.









