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Cameron Young ist einer der Golfer mit der stärksten Form auf der PGA Tour. | © golfsupport.nl/Joe Robbins/ism

Nach Strafe: Young fordert Regeländerung

Es war ein Moment, der gleichermaßen für Aufsehen und Respekt sorgte: Cameron Young zeigte bei der Cadillac Championship in Miami vorbildlichen Sportsgeist – und wurde dennoch bestraft. Während der Finalrunde auf dem Platz von Trump National Doral bemerkte der 28-Jährige selbst, dass sich sein Ball auf dem Fairway minimal bewegt hatte, als er ihn ansprach. Obwohl keine anderen Spieler oder Offiziellen die Bewegung wahrgenommen hatten, informierte Young umgehend einen Referee. Die Folge war ein Strafschlag gemäß Regel 9.2.

 

Bemerkenswert war dabei nicht nur die Situation selbst, sondern auch Youngs Reaktion. Trotz dieses Rückschlags ließ er sich nicht aus der Ruhe bringen, spielte souverän weiter und sicherte sich am Ende einen dominanten Sieg mit komfortablem Vorsprung – obwohl ihm mit Scottie Scheffler die Nummer eins der Welt im Nacken saß. Seine Gelassenheit unterstrich einmal mehr die starke Form, in der sich Young seit Monaten befindet.

Einige Tage später nutzte Young einen Auftritt in der „The Pat McAfee Show“, um die Szene noch einmal einzuordnen und Kritik zu äußern. Insbesondere die Auslegung der Regel, nach der bereits das unbeabsichtigte Bewegen des Balls strafbar ist, hält er für diskussionswürdig. „Ich habe nichts getan, um mir einen Vorteil zu verschaffen“, erklärte Young. Unter den gegebenen Bedingungen („Lift, Clean and Place“) habe er ohnehin bereits die bestmögliche Lage gehabt. Für ihn ist es ein klarer Fall: Fehlende Absicht sollte nicht automatisch zu einer Strafe führen.

 

So nachvollziehbar Youngs Argumentation auch ist, eine mögliche Anpassung der Regel bleibt schwierig. Denn würde man den Strafschlag bei unbeabsichtigten Bewegungen abschaffen, könnte dies Tür und Tor für Missbrauch öffnen. Spieler könnten versucht sein, ihre Lage zu verbessern und dies im Zweifel als Versehen darzustellen. Genau dieser Graubereich macht Regel 9.2 so sensibel – und wohl auch unverzichtbar.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

"Im letzten Absatz des Berichts wird das eigentliche Problem des Vorschlags von Cameron Young bereits deutlich: Wenn „fairerweise“ ein absichtliches Bewegen des Balls nicht mehr unter Strafe gestellt würde, wer würde dann darüber entscheiden, ob es Absicht war? Wenn der Referee es nicht glaubt, ist das dann wieder unfair? Und soll hier noch zwischen ‚wirklich unabsichtlich‘ und grob fahrlässig unterschieden werden? Das würde zu noch mehr Diskussionen führen als die aktuelle Strafe für das Bewegen des Balls.

 

Wird dann nicht ein Spieler kommen und sagen, er habe seinen Ball droppen wollen und nun erfahren, dass er dies nicht dürfe, weshalb es unabsichtlich gewesen sei? Das ist sicher auch ein Versehen, das nicht böswillig war. Für Spieler, die ihren Ball bewegen, um sich einen unfairen Vorteil zu verschaffen, gibt es ohnehin eine andere Strafe als nur einen Schlag.

 

Die aktuelle Regel mit einem Strafschlag für Nachlässigkeit ist also differenziert genug, um im Vergleich mit einem Betrugsversuch nicht unfair zu wirken."

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