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Titelverteidiger bei der 125. US Open: Bryson DeChambeau. | © 2025 Getty Images

Möge der Hartnäckigste gewinnen

Major: US Open

Oakmont Country Club, Pennsylvania, 12. bis 15. Juni

Wer am vergangenen Sonntag das Herrenfinale der French Open in Roland Garros verfolgt hat, dem wird der prominent platzierte Schriftzug auf den Tribünen des Court Philippe-Chatrier aufgefallen sein: „Victory belongs to the most tenacious“ prangt in großen Lettern im größten Tennisstadion des Grand Slams auf Sand. Übersetzt heißt dies: „Der Sieg gehört dem Hartnäckigsten.“ Ein Satz, der sich perfekt auf das nächste sportliche Großereignis übertragen lässt: die 125. US Open in Oakmont. So zahm und niedlich das Logo des altehrwürdigen Golfclubs in Pennsylvania auch daherkommt – es ist ein Eichhörnchen –, der Platz ist alles andere als das. Gleichzeitig steht das süße Krafttier auch für Geschicklichkeit. Eine Fähigkeit, die beim dritten Herren-Major des Jahres besonders gefragt sein wird.

 

Schon wenige Tage vor dem Start der US Open ist abzusehen, was die 156 Teilnehmer auf dem Par-70-Platz, ein paar Meilen östlich von Pittsburgh, erwartet. Hohes, dichtes Rough, gepaart mit ondulierten, schnellen Grüns. Eine US Open eben, wie sie leibt und lebt. Und Oakmont kann Major. Zum zehnten Mal findet die US Open auf dem 1903 von Henry Fownes entworfenen Platz statt – ein Alleinstellungsmerkmal. Das letzte Mal, als man hier zu Gast war (2016), gewann Dustin Johnson mit einem Gesamtergebnis von -4; noch nie schoss ein US-Open-Sieger in Oakmont ein tieferes Ergebnis als Johnson in dieser Woche. Als der PGA-Tour-Sieger Ben Griffin im Vorfeld des Turniers nach einem Ergebnis gefragt wurde, mit dem er nach 72 Löchern zufrieden wäre, lautete die Antwort: Vier über Par. Mit dem nachgeschobenen Satz: „Ich glaube sogar, damit hätte ich eine realistische Chance auf den Sieg.“

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Unabhängig davon, wo das Siegerergebnis am Ende landen wird – vermutlich irgendwo zwischen Johnsons Marke und Griffins Vorstellung – können wir uns auf einen Test freuen, bei dem die besten Golfer der Welt reihenweise zur Verzweiflung gebracht werden. Zuschauer, die Schadenfreude empfinden, werden auf ihre Kosten kommen. Gleichzeitig werden diejenigen Spieler vorne mitspielen, die diese Herausforderung mit Freude annehmen. Ruhe und Geduld werden in Oakmont der Schlüssel zum Erfolg sein. Wie eigentlich immer bei großen Turnieren. Aber bei der US Open an diesem Ort ganz besonders. Es sind Eigenschaften, für die zuletzt niemand so sehr stand wie Scottie Scheffler. Der Weltranglistenerste wirkte in den vergangenen Wochen fast stoisch ruhig. Seine drei Titel bei vier Starts holte der Familienvater beinahe im Vorbeigehen. Nach jeder Runde, nach jedem Siegputt nahm Scheffler seinen Sohn Bennett auf den Arm und schien die getane Arbeit bereits hinter sich gelassen zu haben.

 

Es ist davon auszugehen, dass Scheffler auch bei der US Open um den Titel mitspielen wird. Seine drei Siege in den vergangenen Wochen waren geprägt von purer Dominanz. Beim CJ Cup hatte er acht Schläge Vorsprung, bei der PGA Championship waren es fünf und beim Memorial vier. Nun würde der dreimalige Major-Sieger gerne erstmals die Trophäe der US Open in den Händen halten. Bei sieben Starts schaffte er es bislang dreimal unter die Top Ten. Sein größter Konkurrent könnte ein Spieler werden, der die US Open bereits zweimal gewinnen konnte. Titelverteidiger Bryson DeChambeau misst sich als LIV-Spieler nur noch bei Majors mit den besten Spielern der Welt. Dort gab er zuletzt aber meist eine gute Figur ab. Fünfter beim Masters und Zweiter bei der PGA Championship – das kann sich sehen lassen. DeChambeau gegen Scheffler im Titelkampf am Finaltag? Wir hätten nichts dagegen.

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Letztlich ist der Ausgang dieser Woche genauso offen wie der Platz ohne Wasser und Bäume selbst. An einem Ort, an dem manche Spieler Driver auf dem Par 3 schlagen, Bälle wie von Geisterhand im Rough verschwinden und Putts von den Grüns rollen, sind Vorhersagen kaum möglich. Es wird darum gehen, Widerständen zu trotzen. Doch wer wird am Ende die begehrte Trophäe in Oakmont gen Himmel strecken? Möge der Hartnäckigste gewinnen!

 

Wie man eine US Open gewinnt, hat Martin Kaymer vor elf Jahren in Pinehurst gezeigt. 2014 gewann er als erster Deutscher dieses Turnier und erhielt ein zehnjähriges Startrecht. Dieses ist seit diesem Jahr abgelaufen, sodass mit Stephan Jäger nur ein Deutscher im Feld steht. Die Qualifikationsversuche etlicher deutscher Golfer bei den unzähligen Qualifiers rund um den Globus waren nicht von Erfolg gekrönt. Somit hält der Münchner die schwarz-rot-goldene Fahne hoch. Für Jäger ist es der fünfte Start bei einer US Open. Bislang war ein geteilter 21. Rang im Jahr 2024 sein bestes Ergebnis. Das einzige Mal, dass der 36-Jährige den Cut verpasste, war bei seinem Debüt 2015. Jäger scheint der US-Open-Test also zu liegen. Ob er sich als der Hartnäckigste herauskristallisieren wird? Golf-Deutschland drückt ihm die Daumen.

LPGA Tour: Meijer LPGA Classic

Blythefield Country Club, Michigan, 12. bis 15. Juni

Bei den Herren ist Major. Bei den Damen kommt Major. Nämlich in der nächsten Woche, wenn sich die besten Golferinnen der Welt bei der KPMG Womens PGA Championship in Texas treffen. Doch zuvor steht mit der Meijer LPGA Classic in Michigan noch ein Major-Test an. 144 Spielerinnen kämpfen um ein Gesamtpreisgeld in Höhe von drei Millionen US-Dollar. In der Woche darauf geht es um mehr als das Dreifache. Titelverteidigerin bei der elften Ausgabe des Turniers im Blythefield Country Club ist die US-Amerikanerin Lilia Vu, die vor einem Jahr sensationell acht Schläge in der Finalrunde aufholte. Im Play-off gegen Grace Kim und Lexi Thompson entschied sie den spannenden Showdown mit einem Birdie am dritten Extra-Loch für sich. Es war der fünfte LPGA-Triumph für die 27-Jährige.

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Ansonsten wirft das anstehende Major seine Schatten voraus. Viele große Namen bevorzugen eine freie Woche, weshalb die Titelkandidatinnen Haeran Ryu, Jin Young Ko und Jin Hee Im heißen und nicht Nelly Korda, Lydia Ko oder Atthaya Thitikul. Des Weiteren sind die Major-Siegerinnen Céline Boutier, Minjee Lee und Brooke Henderson am Start. Letztere konnte die Meijer LPGA Classic schon zweimal gewinnen (2017 und 2019). Mit Lexi Thompson ist eine weitere Expertin für den Blythefield-Kurs dabei. Die US-Amerikanerin gewann das Turnier 2015 und wurde hier zudem dreimal Zweite.

 

Mit Caroline Masson, Polly Mack und Olivia Cowan treten auch drei Spielerinnen des Golf Team Germany in Michigan an. Mit Masson und Cowan stehen zwei von ihnen auch im Feld der Womens PGA Championship. Für sie ist es also eine ideale Vorbereitung auf das Major, während Mack ihr zweites LPGA-Event in Folge spielt und jeden Punkt für die Saisonwertung gebrauchen kann. Nach sieben Starts liegt sie dort aktuell auf Rang 144; die Top 100 am Ende der Saison halten ihre Tourkarte.

Ladies European Tour: Hulencourt Womens Open

Hulencourt, Belgien, 12. bis 15. Juni

Von Teneriffa nach Belgien. Von der Insel aufs europäische Festland. Mit dem Hulencourt im wallonischen Ortsteil Vieux-Genappe betritt die Ladies European Tour (LET) gleichzeitig Neuland. Erstmals werden hier die Belgian Ladies Open ausgetragen, wobei mit der Challenge sowie der Pro Golf Tour bereits zwei andere Profitouren zu Gast waren. Der „Le Vallon“-Kurs wurde 2020 von Frank Pont und Hendrik Hilgert neu gestaltet und wird die 132 Spielerinnen vor eine ordentliche Herausforderung stellen. Die Fairways sind von dichtem Rough gesäumt, die Bunker sind strategisch platziert und die Grüns sind schnell und wellig. Das Gesamtpreisgeld beträgt diese Woche 300.000 Euro.

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Mit einem Jahr Verzögerung darf Patricia-Isabel Schmidt zur Titelverteidigung antreten. 2023 holte sie im belgischen Naxhelet Golf Club ihren ersten Sieg in der ersten Liga, als sie unter anderem ihre Landsfrau Chiara Noja mit zwei Schlägen Vorsprung auf Rang zwei verwies. Nach zuletzt zwei Top-Ten-Ergebnissen in Folge kann Schmidt auch diese Woche ein Sieg zugetraut werden. Die Form stimmt. Die Erinnerungen an das Turnier ebenfalls. Neben ihr sind neun weitere deutsche Spielerinnen am Start: Sophie Witt, Noja, Helen Briem, Laura Fünfstück, Verena Gimmy, Carolin Kauffmann, Leonie Harm, Helen Tamy Kreuzer und Celina Sattelkau. Vor allem Briem zeigte sich mit ihrem zweiten Platz auf Teneriffa zuletzt in bestechender Verfassung.

Weitere Turniere mit deutscher Beteiligung:

Epson Tour: Great Lakes Championship
The Highlands, Michigan, 13. bis 15. Juni

 

Sophie Hausmann und Isi Gabsa

 

LET Access Series: Amundi Czech Ladies Challenge
Panorama Golf Resort, Tschechien, 13. bis 15. Juni

 

Isabelle Schlick, Hannah Karg, Kimberley Sommer, Lara Ok, Hanna Tauber und Anna-Maria Diederichs

 

HotelPlanner Tour: Raiffeisenbank Golf Challenge

Kaskáda Golf Resort, Tschechien, 12. bis 15. Juni

 

Tim Tillmanns, Michael Hirmer, Anton Albers, Maximilian Schmitt, Marc Hammer und Tiger Christensen

 

Legends Tour: Costa Navarino Legends Tour Trophy

Costa Navarino, Griechenland, 12. bis 14. Juni

 

Thomas Gögele

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