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Helena Baraka vom GC St. Leon-Rot | © DGV

Medaille in Sicht

Valencia/Spanien – Titelverteidiger Deutschland hat sich am zweiten Tag der European Young Masters im Kampf um die Medaillen deutlich verbessert. Das Team von Bundestrainer Pascal Proske brachte auf dem Parador de El Saler einen Tagesscore von drei unter Par in die Wertung, machte damit zwei Plätze gut und liegt vor der Finalrunde auf Rang drei. Die Ausgangslage im Kampf um Edelmetall ist gut. Frankreich belegt mit drei Schlägen Vorsprung den zweiten Platz, England folgt direkt hinter Deutschland. Gastgeber Spanien marschiert dagegen mit großen Schritten in Richtung Titel. Die Iberer stellten auch am zweiten Tag den besten Teamscore und gehen mit zehn Schlägen Vorsprung auf Deutschland in die letzte Runde.
 

Für den deutschen Tagesscore zählten die Ergebnisse von Fabian Buhl, Bjarne Murr und Helena Baraka. Cecilie Volckens erwischte einen schwierigen Start, stabilisierte ihre Runde anschließend aber deutlich.

Buhl setzt das Ausrufezeichen

Die stärkste deutsche Leistung des Tages brachte Fabian Buhl ins Recording. Der Spieler des GC München-Aschheim unterschrieb eine 69 (-3) und verbesserte sich damit in der Jungenwertung auf den siebten Platz.
 

Buhl hatte bereits zum Auftakt mit einer 72 (Even) einen soliden Eindruck hinterlassen. Am zweiten Tag gelang ihm nun die deutliche Steigerung. Nach zehn Löchern lag der Bayer bereits vier unter Par. Danach kamen keine weiteren Birdies mehr hinzu, doch Buhl hielt seine Scorekarte über weite Strecken sauber. Erst auf der 18 musste er noch ein Bogey hinnehmen. Mit gesamt drei unter Par hat sich der Debütant vor der Schlussrunde in der erweiterten Spitze festgesetzt.
 

Die Runde zog sich bei schwüler Hitze lange hin, dennoch behielt Buhl die Konzentration: „Es war heute eine sehr lange Runde. Trotz der extremen Temperaturen hat es viel Spaß gemacht, zu spielen. Ich habe meinen Score lange gut zusammengehalten und mir viele gute Möglichkeiten erarbeitet. Mit der 69 bin ich sehr zufrieden.“
 

Mit seiner zweiten Turnierrunde zeigte der Münchener, dass er auf dem anspruchsvollen Platz nicht nur Chancen kreieren, sondern diese auch in einen tiefen Score umsetzen kann.

Murr bleibt im Medaillenrennen

Auch Bjarne Murr geht mit guten Aussichten in die Schlussrunde. Der Spieler des GC St. Leon-Rot benötigte 71 (-1) Schläge und liegt in der Jungenwertung auf Rang fünf. Seine Front Nine verlief deutlich wechselhafter als am Vortag. Birdies und Schlagverluste wechselten sich ab, sodass Murr mehrfach reagieren musste. Der 16-Jährige ließ sich von diesem Verlauf jedoch nicht aus dem Rhythmus bringen.
 

Auf der Back Nine blieb seine Scorekarte sauber. Mit zwei späten Birdies drückte er sein Tagesergebnis noch unter Par und brachte damit erneut einen wichtigen Score für die deutsche Mannschaft ins Clubhaus. Nach seiner 69 (-3) mit zwei Eagles zum Auftakt steht Murr nun bei gesamt vier unter Par. Auf das Führungstrio fehlen ihm lediglich zwei Schläge. Damit hat er vor der Finalrunde weiterhin alle Chancen auf eine Medaille und kann auch in den Kampf um den Einzeltitel noch eingreifen.
 

Gerade seine Reaktion auf die wechselhafte Front Nine war bemerkenswert. Murr blieb geduldig, vermied auf den zweiten neun Löchern weitere Schlagverluste und belohnte sich zum Ende mit den entscheidenden Birdies.

Baraka bleibt auf Rang 17

Helena Baraka kam am zweiten Tag mit einer 73 (+1) ins Clubhaus. Die Spielerin des GC St. Leon-Rot liegt damit weiterhin auf Rang 17 der Mädchenwertung. Im Gegensatz zum Auftakt vermied Baraka diesmal den ganz großen Ausreißer. Vier Bogeys standen auf ihrer Karte, gleichzeitig erspielte sie sich drei Birdies. Mit gesamt vier über Par fehlen ihr vor der Schlussrunde vier Schläge auf die Medaillenplätze.
 

Die frisch gekürte Siegerin der Dutch International Girls hatte bereits am ersten Tag über weite Strecken stark gespielt. Gestern lag sie nach 16 Löchern deutlich unter Par, ehe ein hoher Score auf der 17 ihr Ergebnis noch verhagelte. Am zweiten Tag war ihre Runde weniger spektakulär, dafür ausgeglichener. Baraka hielt sich trotz der unangenehmen Hitze im Rennen um eine vordere Platzierung und steuerte mit ihrer 73 das dritte deutsche Ergebnis zur Teamwertung bei.
 

„Die Bedingungen sind aufgrund der Hitze sehr herausfordernd. Generell gefällt mir der Platz aber sehr gut. Er bietet eine Mischung aus eher kurzen Par 5 und langen Par 3. Durch die verschiedenen Grassorten ist er trotzdem nicht einfach und fordert viele unterschiedliche und komplizierte Golfschläge“, erklärte Baraka nach der Runde.

 

Mit ihrem Spiel war die 14-Jährige über weite Strecken einverstanden: „Insgesamt war mein Spiel an den ersten beiden Tagen sehr solide, abgesehen von dem Ausrutscher auf der 17 in der ersten Runde. Mit dem dritten Platz in der Teamwertung sind wir natürlich noch nicht ganz zufrieden, weil wir wissen, dass deutlich mehr möglich ist. Wir werden in der letzten Runde noch einmal alles geben und schauen, was dabei herauskommt.“

Volckens fängt sich

Cecilie Volckens erwischte am zweiten Tag einen schwierigen Start. Nach sechs Löchern lag die Spielerin des GC St. Leon-Rot bereits zehn über Par. Anschließend stabilisierte Volckens ihr Spiel jedoch bemerkenswert. Auf den verbleibenden zwölf Bahnen musste sie kein weiteres Bogey mehr hinnehmen. Zwei Birdies sorgten dafür, dass sie ihren Score noch auf 80 (+8) verbesserte.
 

Das Ergebnis blieb in der deutschen Teamwertung unberücksichtigt. Dennoch war ihre Reaktion nach der schwierigen Anfangsphase sportlich wertvoll. Volckens fand zurück zu ihrem Spiel und hielt ihre Karte auf den letzten zwei Dritteln sauber.
 

Vor der Schlussrunde geht es für sie nun darum, an diese stabile Phase anzuknüpfen und die Fehler der ersten sechs Löcher zu vermeiden.

Stark durch die Hitze

Die Bedingungen auf dem Parador de El Saler verlangten den Jugendlichen erneut viel ab. Die schwüle Hitze machte die langen Runden zu einer körperlichen Herausforderung. Im Turnier kam es bei Jugendlichen sogar zu Kreislaufproblemen.

Das deutsche Team bewältigte diese Belastung nach Einschätzung von Bundestrainer Pascal Proske sehr gut. Neben den eigenen Runden unterstützten sich die Spielerinnen und Spieler zusätzlich gegenseitig als Caddies und gingen dadurch täglich noch weitere Bahnen mit.

„Der zweite Tag war eine kleine Steigerung im Vergleich zum Auftakt. Die Mädchen und Jungen sind golferisch weiterhin sehr gut unterwegs und haben insgesamt besser gescort. Gestern war Bjarne mit der 69 sehr wichtig, heute hat uns Fabians 69 enorm geholfen“, sagte Proske.

Besonders zufrieden war der Bundestrainer mit dem Umgang seiner Athleten mit den äußeren Bedingungen: „Sie machen das bei diesem Wetter extrem gut. Die Hitze ist wirklich nicht ohne. Im Turnier gab es bereits den einen oder anderen Kreislaufzusammenbruch. Unsere Spieler gehen sehr stark damit um und unterstützen sich zusätzlich gegenseitig als Caddies. Darauf können wir wirklich stolz sein.“

Guter Trend

Aus Sicht des Bundestrainers zeigte der Trend nach dem zweiten Tag in die richtige Richtung. Die spielerischen Voraussetzungen für eine weitere Verbesserung sind vorhanden. Entscheidend wird sein, einzelne hohe Ergebnisse auf den Löchern zu vermeiden.

„Der Score-Trend geht nach oben. Wir waren heute besser als gestern und ich denke, dass wir morgen noch einmal eine Schippe drauflegen können. Die Spieler grooven sich immer besser ein“, erklärte Proske.

Golferisch müsse seine Mannschaft nicht grundsätzlich mehr leisten: „Vom golferischen Niveau her müssen sie nichts drauflegen. Das können sie. Wir müssen nur schauen, dass höhere Ergebnisse auf einzelnen Löchern wegbleiben. Dann können wir die Scores noch weiter nach unten schrauben.“

In der Teamwertung ist die Situation vor der letzten Runde klar. Deutschland liegt auf einem Medaillenplatz und hat Frankreich auf Rang zwei in unmittelbarer Reichweite. Für eine erfolgreiche Titelverteidigung müsste Spitzenreiter Spanien dagegen deutlich Federn lassen.

Mit Buhl und Murr liegen zwei deutsche Jungen in der Top Ten, Baraka hat in der Mädchenwertung weiterhin Kontakt zu den Medaillenplätzen und auch in der Mannschaftswertung ist nach vorne noch Bewegung möglich.

„Wir haben auf jeden Fall Chancen, uns in der Platzierung weiter zu verbessern. Unser Ziel bleibt eine Top-Platzierung“, sagte Proske.
 

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