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Die Schlangengrube gehört zu den schwierigsten Finishes im professionellen Golf. | © Innisbrook Resort

Location-Check: Innisbrook Resort – Palm Harbor

Mit der Valspar Championship endet traditionell der Florida Swing der PGA Tour. Austragungsort ist der Copperhead Course im Innisbrook Resort, etwa 40 Minuten nordwestlich von Tampa an der Golfküste Floridas. Der Platz gehört zu den ungewöhnlicheren Stopps im Kalender – und zu den anspruchsvollsten.

 

Während viele Florida-Layouts von Wasser, flachen Fairways und offenen Resortlandschaften geprägt sind, fühlt sich Copperhead eher wie ein Parkland-Kurs im Süden der USA an. Enge, von hohen Pinien gesäumte Spielbahnen, sanfte Höhenunterschiede und zahlreiche Doglegs prägen das Bild – ein deutlicher Kontrast zu den typischen Florida-Resortplätzen.

Design und Entwicklung

Der Copperhead Course wurde Anfang der 1970er Jahre vom amerikanischen Architekten Larry Packard entworfen und 1974 eröffnet. Packard setzte bewusst auf ein Layout, das sich deutlich von den klassischen Florida-Plätzen unterscheiden sollte. Statt großer Erdbewegungen nutzte er weitgehend die natürlichen Konturen des Geländes. Das Ergebnis sind leicht wellige Fairways, erhöhte Grüns und zahlreiche strategische Doglegs. Wasser kommt zwar ins Spiel, steht aber nicht im Mittelpunkt des Designs – entscheidend sind präzise Abschläge und eine kluge Positionierung.

 

Der Copperhead Course fordert gutes Course Management über alle 18 Löcher. Enge Fairways, leicht gewellte Lagen und dichtes Rough bestrafen ungenaue Abschläge. Gleichzeitig sind die Grüns vergleichsweise klein und gut verteidigt, sodass präzise Annäherungen entscheidend sind. Unter Tourspielern genießt der Copperhead Course seit Jahren einen hervorragenden Ruf und wird regelmäßig als einer der besten und fairsten Plätze im Kalender bezeichnet.

Die Schlangengrube

Der eigentliche Charakter des Platzes zeigt sich so richtig auf den letzten drei Löchern. Die Kombination aus Loch 16, 17 und 18 ist auf der PGA Tour als „Snake Pit“ (Schlangengrube) bekannt und gehört zu den schwierigsten Finishes im professionellen Golf. Der Name passt dabei gleich doppelt: Zum einen wegen der Schwierigkeit der Löcher, zum anderen als Anspielung auf den Namen des Platzes selbst – „Copperhead“ bezeichnet eine in Florida vorkommende Vipernart.

 

  • #16 – Par 4: Ein langes Dogleg, bei dem der Abschlag präzise platziert werden muss, um eine gute Linie ins Grün zu erhalten. Ein Fehler vom Tee macht die Annäherung sofort deutlich schwieriger.
  • #17 – Par 3: Das vielleicht schwierigste Par 3 des Platzes. Ein langes Eisen oder Hybrid auf ein gut geschütztes Grün ist nötig – und selbst kleine Fehler werden hier selten verziehen.
  • #18 – Par 4: Das Schlussloch verlangt einen präzisen Drive zwischen Bäumen und Bunkern, bevor ein langer zweiter Schlag auf ein erhöhtes Grün folgt. Gerade in Turniersituationen entscheidet dieses Loch häufig über Sieg oder Niederlage.

Vier Plätze, ein Resort

Das Innisbrook Resort verfügt insgesamt über vier Golfplätze. Neben dem Copperhead Course, der das sportliche Herzstück der Anlage und Austragungsort der Valspar Championship ist, gibt es noch drei weitere Plätze, die das Resort deutlich vielseitiger machen:

 

  • Island Course: Der anspruchsvollste der drei Zusatzplätze, geprägt von Wasserhindernissen, engen Landezonen und häufigem Wind. Viele Löcher verlaufen entlang von Seen – ein strategischer Test, der dem Namen gerecht wird.
  • North Course: Der wohl zugänglichste Platz der Anlage. Breitere Fairways und ein etwas offeneres Layout machen ihn ideal für entspanntere Runden, ohne auf sportlichen Anspruch zu verzichten.
  • South Course: Klassischer Resortkurs mit abwechslungsreichem Routing, moderaten Längen und gut spielbaren Grüns – eine ausgewogene Mischung aus Herausforderung und Spielbarkeit.

Neuer Glanz

Lange Zeit wirkte das traditionsreiche Resort etwas aus der Zeit gefallen. Noch Mitte der 2010er Jahre hatten Teile der Anlage einen leicht nostalgischen Charme. In den vergangenen Jahren wurde Innisbrook deshalb umfassend modernisiert. Gästezimmer, Restaurants, Clubbereiche und Freizeiteinrichtungen wurden renoviert und auf den neuesten Stand gebracht. Heute präsentiert sich das Resort wieder deutlich zeitgemäßer, ohne seinen klassischen Charakter zu verlieren. Zum Gesamterlebnis gehört auch Packard's Steakhouse, benannt nach Platzarchitekt Larry Packard, das seit Jahren zu den beliebtesten Golfrestaurants der Region zählt. Ergänzt wird das Angebot durch ein großes Spa- und Wellnessangebot sowie mehrere Pools und Trainingsanlagen.

Location-Score

  • Architektur: 9/10
    Ungewöhnliches Florida-Design mit Parkland-Charakter, engen Fairways und strategischen Doglegs.
  • Dramaturgie: 9/10
    Die Snake Pit (16-18) gehört zu den schwierigsten und spannendsten Finishes auf der PGA Tour.
  • Amateur-Tauglichkeit: 7/10
    Herausfordernd, aber fair. Präzision und Positionierung sind wichtiger als reine Länge.
  • Reise-Faktor: 8/10
    Klassisches Golfresort mit vier Plätzen nahe Tampa und der Golfküste Floridas – ideal für Golfreisen im Sunshine State.

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