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Am Ende gingen beide Daumen hoch: Moa Svedenskiold nach ihrem Sieg bei der CSK Steel Womens Open in Dänemark. | © Martin Gorritzen

Kuriose Regelverkettung im Playoff

Was für ein Finale bei der CSK Steel Womens Open im dänischen HimmerLand Resort: Moa Svedenskiold gewann das Turnier der LET Access Series nach einem dramatischen Playoff über vier Löcher. Zwischenzeitlich schien der Titel bereits vergeben, doch dann stellte eine nachträgliche Strafe für die Schwedin und eine weitere Regelentscheidung für Beth Coulter das Stechen völlig auf den Kopf.

 

Svedenskiold war mit neun Schlägen Rückstand auf die Führende, Tereza Zapletal Kozeluhova, in die Schlussrunde gegangen. Mit einer 69, der besten Runde des Turniers, arbeitete sich die 22-Jährige bei schwierigen Bedingungen noch auf fünf über Par nach vorne. Auch Coulter und die deutsche Amateurin Lena Geier beendeten das Turnier bei fünf über Par. Das Trio musste ins Stechen. Geier schied bereits am ersten Extraloch aus. Während Svedenskiold und Coulter jeweils Par spielten, musste sich die Deutsche mit einem Bogey verabschieden.

Plötzlich ist alles anders

Am zweiten Playoff-Loch schien die Entscheidung gefallen zu sein. Svedenskiold spielte sich aus dichtem Rough neben einem Grünbunker an die Fahne und lochte zum Par ein. Coulter verpasste ihren Par-Putt und hob anschließend ihren Ball auf – in der Annahme, das Stechen sei damit beendet.

 

Auf dem 18. Grün wurde Svedenskiold bereits von ihren Begleitern gefeiert. Doch rund zehn Minuten später folgte die überraschende Wendung: Ein Referee teilte der Schwedin mit, dass sie sich beim Schlag aus dem Rough einen regelwidrigen Stand im Bunker verschafft hatte. Dafür erhielt sie eine Zwei-Schläge-Strafe. Aus ihrem Par wurde ein Doppel-Bogey.

 

Damit war das Playoff jedoch nicht beendet. Auch Coulter erhielt eine Strafe. Weil sie ihren Ball aufgenommen hatte, bevor das Loch offiziell beendet war, wurde ihr ein Strafschlag auferlegt. Sie musste den Ball an seine ursprüngliche Position auf dem Grün legen und einlochen. Damit stand auch bei ihr ein Doppel-Bogey auf der Scorekarte. Durch diese kuriose Regelverkettung ging das eigentlich bereits beendete Stechen plötzlich weiter.

 

„Ich dachte, ich hätte gewonnen“, erklärte Svedenskiold anschließend. „Ich stand im Bunker, der Ball lag draußen im Rough. Ich habe meinen Stand eingenommen, den Schlag gemacht und Par gespielt. Beth verpasste ihren Par-Putt und ich dachte, ich hätte gewonnen.“

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Am dritten Playoff-Loch geriet Svedenskiold erneut unter Druck. Ihr Abschlag landete im Penalty-Bereich. Mit einem starken Annäherungsschlag und zwei Putts rettete sie jedoch das Bogey. Coulter hatte die Chance, daraus Kapital zu schlagen, kam aber ebenfalls nicht über ein Bogey hinaus.

 

Die Entscheidung fiel schließlich am vierten Extraloch. Diesmal landete Coulters Abschlag in der Penalty Area, während Svedenskiold im Fairwaybunker lag. Die Schwedin bewahrte die Nerven, spielte sich aus dem Bunker in eine gute Position und legte ihren Chip aus rund 20 Metern dicht an die Fahne. Der anschließende Putt zum Par saß. Coulter musste sich hingegen mit einem Bogey begnügen. Damit war Svedenskiold zum zweiten Mal in ihrer noch jungen Profikarriere Siegerin auf der LET Access Series.

 

„Es war ein langer Tag, ich bin erschöpft“, sagte die Schwedin. „Ich bin wirklich stolz darauf, wie ich damit umgegangen bin. Zurück am 18. Loch habe ich einfach versucht, ruhig zu bleiben, bei mir zu bleiben und meinem Spiel zu vertrauen.“ Ihr Erfolg ist umso bemerkenswerter, da sie neun Schläge hinter der Spitze in die Finalrunde gestartet war. Es ist das größte Comeback zu einem Sieg auf der LET Access Series in dieser Saison. Ihren ersten Titel hatte die Schwedin erst vor sieben Wochen bei der Ladies German Challenge powered by VcG gewonnen.

Das sagt Regelexperte Dietrich von Garn dazu:

„Ich beneide die Kollegen um dieses Stechen mit seinen unerwarteten Wendungen! Es ist ein schönes Beispiel dafür, wie zwei Spielerinnen ahnungslos ganz normal spielen und dabei beide unbewusst Regelverstöße begehen. Offensichtlich war die Einnahme des Stands im Bunker mit der Verbesserung einer Standposition verbunden, indem unnötig viel Sand bewegt wurde, um einen besseren Stand zu erreichen. Das war sicher kein böswilliger Regelverstoß, wenn man in einem Stechen darauf fixiert ist, den Ball aus einer schlechten Lage gut zu spielen. Aber es kommt nicht darauf an, ob es Absicht oder Versehen war, sondern nur darauf, was geschehen ist.

 

Hier kommt allerdings ein kleines Fragezeichen in die Geschichte. Wenn dieser Regelverstoß ‚live‘ bekannt geworden wäre, hätte ich an Stelle der Kollegen sofort die andere Spielerin informiert, damit sie sich auf den neuen Spielstand einstellen konnte. Warum dies erst geschah, nachdem auch diese Spielerin durch das Aufnehmen ihres Balls einen Regelverstoß begangen hatte, geht aus der Berichterstattung nicht hervor.

 

Was kann man nun daraus lernen? Auch wenn man eigentlich sicher verloren hat, sollte man noch einlochen, denn vielleicht hat man noch gar nicht verloren.“

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