Kuchars Emotionen, Q-School-Hammer und ein Masters-Ticket über Umwege
Für Matt Kuchar verlief die Saison eher enttäuschend. Erstmals seit 19 Jahren verlor der 47-jährige Routinier sein volles Spielrecht für die kommende Saison der PGA Tour. Immerhin endete das Jahr für den ehemaligen US-Ryder-Cup-Spieler mit einem Erfolg. An der Seite seines Sohnes Cameron, der im kommenden Jahr Teil des Golf-Teams der Texas Christian University sein wird, setzte er sich bei der PNC Championship souverän durch. Mit einem Gesamtergebnis von -33 hatte das Duo nach zwei Turniertagen stolze sieben Schläge Vorsprung auf das Team Love und die Dalys.
Es war ein Titel, der für die Familie Kuchar eine zutiefst emotionale Bedeutung hatte. Der Sieg bei der PNC Championship stand im Zeichen des Abschieds von Matt Kuchars Vater Peter, der im Februar überraschend verstorben war und über viele Jahre ein fester Bestandteil seines Golfleben gewesen ist – als Begleiter, Unterstützer und Team-Partner bei genau diesem Turnier.
Bernhard Langer ging beim Spaß-Event in Florida erneut mit seinem Sohn Jason an den Start. Das Duo hatte die Austragung im Vorjahr spektakulär im Stechen gegen Tiger und Charlie Woods gewinnen können. Während Woods nach seiner erneuten Rückenoperation noch nicht wieder fit ist und zur Enttäuschung der Veranstalter absagen musste, kamen die Langers auf dem siebten Rang ins Ziel.
Schapers Double, Gerards Masters-Ticket
Auf Mauritius ging es beim letzten Turnier des Kalenderjahres der DP World Tour bereits um Punkte für die neue Saison. Bei der AfrAsia Bank Mauritius Open bestätigte Jayden Schaper eindrucksvoll seinen Status als Mann der Stunde: Wie schon eine Woche zuvor entschied der Südafrikaner ein Playoff gegen Ryan Gerard mit einem spektakulären Eagle für sich und feiert damit seinen zweiten Sieg in Serie. Der Chip-in über die Welle an der 18 war sinnbildlich für einen Dezember, der sportlich kaum perfekter hätte sein können. Während an der Spitze gejubelt wurde, fielen die beiden Deutschen Marcel Siem und Marcel Schneider am Finaltag im Klassement zurück.
Für den Amerikaner Gerard, für gewöhnlich auf der PGA Tour aktiv, fühlte sich der zweite Rang beim Turnier auf der Trauminsel wohl wie ein Sieg an. Der 26-Jährige aus North Carolina verbesserte sich durch das Top-Ergebnis vom 57. auf den 46. Rang der Weltrangliste – und kann dadurch als Teil der Top 50 zum Jahresende im Frühjahr einen Trip zum Masters in Augusta einplanen.
Hammers dramatisches Happyend
Tolle Nachrichten aus Thailand: Marc Hammer hat sich bei der Final Stage der Asian-Tour-Q-School in Hua Hin ein sportliches Happyend erarbeitet, das an Dramatik kaum zu überbieten war. Nach einer nicht immer einfachen Saison bewies der Nationalspieler aus dem Golf Team Germany im entscheidenden Moment Nervenstärke, rettete sich mit einem wichtigen Birdie am Schlussloch ins Stechen und nutzte das Playoff mit einem weiteren langen Putt eiskalt zum Gewinn der Tour-Karte für 2026. Das Ticket für die Asian Tour verschafft Hammer nicht nur Planungssicherheit, sondern auch wichtiges Momentum für das kommende Jahr.
Auch Isi Gabsa konnte im Finale der Q-School zur Ladies European Tour glänzen. Die 30-Jährige aus dem National Team Germany zeigte nach wechselhaften Runden mit einer herausragenden 66 die beste Runde des Tages und brachte sich noch einmal in Schlagdistanz zu den Top 20, verpasste die angepeilte Kategorie 12 jedoch denkbar knapp um nur einen Schlag. Trotz der Enttäuschung über den hauchdünn verfehlten Sprung nach oben überwiegt die positive Bilanz: Mit der zuvor errungenen LPGA-Spielberechtigung geht auch Gabsa mit Rückenwind in die neue Saison.
Auszeichnungen für die Weltspitze
Rory McIlroy oder Scottie Scheffler? Diese Frage mussten die Entscheider bei der Wahl zum Spieler des Jahres auf der PGA Tour beantworten. Die Wahl fiel erneut auf Scheffler, der sich zum vierten Mal in Serie den Jack Nicklaus Award sichert. Sechs Siege, konstante Präsenz an der Spitze und eine nahezu beispiellose Preisgeldbilanz machen deutlich, warum an der Wahl zum Spieler des Jahres kaum ein Weg an der Nummer eins der Welt vorbeiführte – selbst in einem Jahr, das mit McIlroys Career-Grand-Slam große Schlagzeilen bot.
Für McIlroy endete das Jahr ebenfalls mit einer Auszeichnung. Der Nordire krönte sein Jahr mit dem Gewinn der BBC Sports Personality of the Year. Der Titel, den der amtierende Masters-Champion vor Rugbyspieler Ellie Kildunne und Formel-1-Weltmeister Lando Norris gewann, ging zum ersten Mal seit 1989 (Nick Faldo) an einen Golfer.









