Konstante Drives: So treffen Sie unter Druck das Fairway
Beginnen wir direkt mit einer guten Nachricht: Wenn Sie immer mal wieder Schwierigkeiten mit Ihrem Drive haben und der Ball zu oft links und rechts vom Fairway landet, dann müssen Sie nicht zwingend an Ihrem gesamten Schwung arbeiten. Manchmal können schon kleine Veränderungen im Setup helfen, Ballflug und Richtung besser zu kontrollieren. Das erklärt die Engländerin Lottie Woad im Video ihres Ausrüsters Titleist (s.u).
Die Tee-Höhe bestimmt den Ballflug
Woad beginnt mit einem einfachen Detail: der Tee-Höhe. Bei ihrem normalen Drive befindet sich in der Ansprechposition etwa die Hälfte des Balls oberhalb der Driver-Schlagfläche. „Wenn ich einen niedrigeren Ball schlagen möchte, tee ich ihn entsprechend tiefer auf“, erklärt sie. Damit verändert sie bewusst den Abflugwinkel. Soll der Ball flacher fliegen – etwa bei starkem Wind –, wird er niedriger aufgeteet. Für einen hohen Drive mit maximaler Länge dagegen wandert das Tee etwas nach oben.
Zielklarheit vor dem Schlag
Ebenso wichtig ist für Woad die Planung des Ballflugs. Die Engländerin spielt bevorzugt einen leichten Draw und berücksichtigt deshalb sowohl Wind als auch Kurve bei ihrer Ausrichtung. „Ich suche mir immer ein Ziel aus, an dem der Ball am Ende landen soll“, sagt sie. Natürlich kalkuliert sie die Windverhältnisse stets mit ein. Weht eine steife Brise von rechts, lässt sie ihren Ball entsprechend weiter nach rechts starten. Entscheidend ist nicht nur die Startlinie, sondern bereits vor dem Schlag ein klares Bild davon, wie der gesamte Ballflug aussehen soll.
Unter Druck locker schwingen
Spannend ist Woads Ansatz, wenn sie auf einer Bahn unter Druck steht und unbedingt das Fairway treffen muss. Viele Amateure versuchen in solchen Situationen, den Driver kontrollierter und langsamer zu schwingen. Woad macht genau das nicht. „Ich würde nicht versuchen, langsamer zu schwingen. Ich habe das Gefühl, dass ich gerade dann eher schlechter treffe, wenn ich versuche, etwas zu verändern“, erzählt sie. Statt ihren normalen Rhythmus aufzugeben, verändert sie bei schwierigen Bedingungen lieber das Setup. Bei starkem Seitenwind oder auf einem Linksplatz steckt sie ihr Tee tiefer in den Boden und reduziert damit den Abflugwinkel.
Präzision wichtiger als Länge
Noch etwas ist für Woad eindeutig: Kontrolle schlägt Länge. Bei einem engen Fairway oder starkem Wind geht es ihr vorrangig darum, den Ball im Spiel zu halten – nicht aber, noch einige zusätzliche Meter herauszuholen. Der Schwung selbst bleibt deshalb weitgehend unverändert; lediglich Tee-Höhe und teilweise der Loft werden angepasst.
Darin steckt eine praktische Lektion für Amateure: Wer unter Druck plötzlich seinen gesamten Schwung verändert, macht einen ohnehin schwierigen Schlag noch komplizierter. Woad setzt stattdessen auf ein vertrautes Bewegungsmuster – und verändert nur jene Stellschrauben im Setup, die Ballhöhe und Flugkurve beeinflussen. Ihr Ansatz in aller Kürze: Tee-Höhe dem gewünschten Ballflug anpassen, eine klare Flugkurve festlegen und anschließend dem eigenen Schwung vertrauen.








