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Wird er der neue US-Kapitän? Zumindest gilt Tiger Woods als Favorit. | © golfsupport.nl/Brian Rothmuller/ism

Kapitänsfrage im US-Team: Woods im Gespräch, Mickelson sagt ab

Die Niederlage der Amerikaner im Ryder-Cup-Heimspiel gegen Europa hallt noch immer nach, da rückt bereits das nächste Duell in zwei Jahren in den Blickpunkt – und die heikle Personalfrage: Wer wird das Team USA 2027 in Adare Manor, Irland, anführen? Wer kann den historischen Negativtrend der amerikanischen Mannschaft, die neun der letzten zwölf Begegnungen gegen Europa verloren hat, stoppen? Ein Name fällt immer wieder: Tiger Woods. Überraschend ist es nicht, dass der Superstar schlechthin als potenzieller Architekt für den Neuaufbau eines gefestigten Teams gehandelt wird. Offen ist, ob Woods die Aufgabe annehmen würde. Und: Ob er wirklich die Ideallösung wäre. Nicht alle scheinen davon überzeugt zu sein. 

Keine Kontinuität seit 1949

Einen anderen, beinahe ketzerischen Vorschlag hat kürzlich Phil Mickelson ins Spiel gebracht. Der zwölfmalige Ryder-Cup-Teilnehmer plädiert für einen Blick über den Golfsport hinaus und schreibt auf Social Media: „Darum lohnt es sich, außerhalb des Golfs nach einem Coach K oder Lou Holtz zu schauen. Golf ist ein Einzelsport, der kein Teamwork, kein Support-System, keine Partnerschaften, keine Team-Analytik, keine Persönlichkeitsprofile und mehr hat.“ Seine Idee: Ein ausgewiesener Teamtrainer mit erprobtem Führungs- und Systemwissen könnte Elemente einbringen, die im Individualsport naturgemäß fehlen – und dem Team USA helfen könnten. Es geht, so Mickelson, um Planbarkeit und Kontinuität, die im US-Ryder-Cup-Team seit langem kaum noch vorhanden sind. Während Europa Luke Donald und auch schon einigen seiner Vorgänger immer wieder für zwei oder mehr Auflagen vertraute und nun zuletzt zweimal gewann, wechselte Amerika seit Ben Hogan (1947/49) durch – kein Coach blieb für zwei aufeinanderfolgende Ausgaben.

Mickelson sagt ab

Zum Verständnis: „Coach K“ ist Mike Krzyzewski, der über vier Jahrzehnte Headcoach des Männer-Basketballteams der Duke University war und fünf NCAA-Meisterschaften gewann. Holtz wiederum führte mehrere College-Football-Teams zwischen den späten 1960ern und 2004 zu Erfolgen. Mickelson stellt aber auch klar: Er schlägt nicht die beiden Trainerlegenden persönlich vor, sondern lediglich Coaches, die einen ähnlichen Stil verfolgen. Er selbst übrigens lehnt das Amt des Kapitäns ab. „Schmeichelhaft, aber ich bin es nicht“, schreibt er auf die Frage eines Users, ob er nicht der passende Kandidat wäre. Schon am Samstag in Bethpage hatte er auf der Plattform X klargestellt, dass seine Rolle im Wettbewerb beendet sei: „Keine Gerüchte. Meine Ryder-Cup-Beteiligung ist vorbei. Ich bin glücklich als Zuschauer und drücke Team USA die Daumen.“
 

Mickelsons Absage scheint also festzustehen. Unklar ist, wer stattdessen Nachfolger von Keegan Bradley wird – und ob Tiger Woods sich bereits Gedanken macht. 
 

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