Henseleit glänzt, Briem hofft, Kaymer warnt
Der 14. Sieg auf der PGA Tour Champions war ein besonderer für Jerry Kelly. Es war sein dritter bei einem Major-Turnier und der erste bei der Senior Open. Der 59-Jährige aus Wisconsin siegte in Gleneagles, Schottland, dank einer 68 im Finale mit zwei Schlägen Vorsprung auf Cameron Percy, Darren Fichardt und Matt Gogel. Als Lohn darf Kelly im kommenden Jahr bei The Open in St. Andrews abschlagen.
„Der Senior Claret Jug ist die Trophäe, die ich mir als Golfer über 50 mehr als jede andere gewünscht habe“, erklärte der Sieger. „Das in Schottland, der Wiege des Golfsports, zu schaffen, tatsächlich zu gewinnen und mich dadurch für St. Andrews zu qualifizieren – ich bin einfach sprachlos.“
Während Alex Cejka das Major-Turnier auf dem geteilten 14. Rang abschloss und Thomas Gögele den Cut verpasste, stand Bernhard Langer nicht im Feld. Der 68-Jährige verzichtete auf die Reise nach Schottland. Der Grund: Der King's Course liege seinem Spiel nicht wirklich. „Es gibt einige blinde Schläge, es geht bergauf und bergab und vor allem einige erzwungene Carry-Schläge“, so Langer bei Sky. „Man muss auf vier oder fünf Löchern mehr als 250 Meter Carry schlagen, ich schaffe aktuell maximal 230.“
Highlight-Clip: Rookie-Sensation triumphiert vor Scheffler
Während Scottie Scheffler bei der 3M Open in Minnesota zum fünften Mal in dieser Saison ein Turnier der PGA Tour als Zweiter beendete, triumphierte Jackson Koivun bei seinem erst dritten Start als Profi. Der Weltranglistenerste hatte das Turnier in Minnesota mit einer sensationellen 63 beendet und hoffte auf einen Einbruch des Rookies. Doch dieser blieb aus.
Eine fehlerfreie 66 besiegelte die Titelpremiere der ehemaligen Nummer eins der Amateurweltrangliste, der erst im Juni den Schritt ins Profilager gewagt hatte. Mit insgesamt 259 Schlägen (25 unter Par) stellte der aufstrebende Kalifornier zudem eine neue Bestmarke im TPC Twin Cities. Matti Schmid aus dem Elite Team Germany beendete das Turnier auf dem geteilten 44. Rang. Stephan Jäger war am Cut gescheitert.
Schlagzeilen produzierte auch Lucas Glover, weil er auf einem Loch seine Schuhe auszog, bevor er seinen Ball nach einem gelochten Putt aus dem Loch holte. Zunächst wurde die Szene als Protest gegen die umstrittene AimPoint-Methode interpretiert, die Glover in der Vergangenheit mehrfach kritisiert hatte. Später stellte der Amerikaner jedoch klar, dass seine Aktion nichts damit zu tun hatte. Vielmehr habe er nach Hinweisen der Offiziellen auf mögliche Spuren seiner Metallspikes auf den weichen Grüns lediglich scherzhaft reagiert.
Henseleit macht wichtigen Schritt
Zehn Jahre musste Jenny Shin auf ihren zweiten Titel auf der LPGA Tour warten. Bei interessanten Bedingungen mit wechselhaftem Wetter und viel Wind in Dundonald Links war es dann endlich wieder so weit. Zwar blieb die Südkoreanerin im Finale der Womens Scottish Open über Par, konnte ihren komfortablen Vorsprung aber dennoch ins Ziel retten. Die 33-Jährige hatte am Ende zwei Schläge Vorsprung auf Landsfrau A Lim Kim.
Für Esther Henseleit war der Ausflug an die schottische Westküste ein enorm ertragreicher. Die Athletin aus dem Elite Team Germany kam als Vierte ins Ziel und machte mit ihrer Top-Platzierung möglicherweise bereits den entscheidenden Schritt in Richtung einer erneuten Nominierung für Europas Solheim-Cup-Team. Mit der AIG Womens Open in der kommenden Woche steht nur noch ein Turnier vor Ablauf des Qualifikationszeitraums an. Stand jetzt wäre Henseleit über die Weltrangliste qualifiziert.
Auch für Helen Briem lebt die Hoffnung auf eine Solheim-Cup-Teilnahme weiter. Die Athletin aus dem Elite Team Germany wurde in Schottland geteilte 44. und sammelte wichtige Punkte für eine mögliche Qualifikation über die LET-Punkteliste.
Das Wochenende hatte auch einen deutschen Sieger zu bieten: Anton Albers triumphierte bei der Golf Challenge im Kaskáda Golf Resort. Der Hamburger aus dem National Team Germany war als geteilter Führender in die Finalrunde gestartet und fand in dieser besonderen Drucksituation zu seiner Bestform. Sieben Birdies, nur ein Bogey und ansonsten Pars führten zu einer 65 (-6) und zum ersten Sieg auf der HotelPlanner Tour.
Die 65 von Sophie Hausmann zum Abschluss der Hartford HealthCare Womens Championship in Connecticut war eine der besten Runden des Tages beim Stopp der Epson Tour – und hatte angenehme Folgen: Die 29-Jährige aus dem National Team Germany verbesserte sich auf Rang 15 und freute sich über ihr bislang bestes Saisonergebnis.
Auch Thomas Rosenmüller blickt einmal mehr auf eine solide Woche zurück. Nach drei Top-Ten-Ergebnissen in Folge auf der DP World Tour und PGA Tour kam der Münchener beim Evans Scholars Invitational der Korn Ferry Tour auf Rang 25 ins Ziel.
Kaymer sorgt für Schlagzeilen
Martin Kaymer hatte zuletzt betont, dass er wieder gesund sei und das Gefühl habe, die Form komme langsam zurück. Auf ein sportliches Ausrufezeichen wartet der 41-Jährige aber weiterhin. Beim Stopp der LIV Golf League in London reichte es nur zu Rang 31 im 57 Spieler starken Feld. Im Fokus stand der zweimalige Major-Gewinner jedoch vor allem wegen seiner Aussagen zur Zukunft der LIV Golf League. Kaymer erklärte vor dem Turnier in England, dass die Spieler selbst nicht wüssten, ob die Tour 2027 überhaupt noch existieren werde. Nach dem angekündigten Rückzug der saudischen Finanzierung zum Saisonende hänge alles von neuen Investoren ab. Zudem sei die für Ende des Jahres geplante Team Championship in Michigan „höchst unwahrscheinlich“. LIV-CEO Scott O'Neil könne den Spielern derzeit keine verbindlichen Antworten geben, da die Gespräche mit potenziellen Geldgebern noch liefen.
Zuvor war bekannt geworden, dass die PGA Tour, DP World Tour und Asian Tour eine bis 2029 laufende strategische Partnerschaft geschlossen haben. Für LIV Golf ist das ein herber Rückschlag, da die Asian Tour seit 2022 ein zentraler Partner der Liga war und mit 300 Millionen US-Dollar aus Saudi-Arabien beim Aufbau der International Series unterstützt wurde. Die neue Allianz eröffnet Spielern der Asian Tour künftig bessere Aufstiegsmöglichkeiten in Richtung DP World Tour und PGA Tour.
Rocket Classic und Final Four bei MagentaSport und MagentaTV
In dieser Woche bekommt bei MagentaSport und MagentaTV neben dem Rocket Classic vom 30. Juli bis 2. August in Detroit, Michigan, auch der deutsche Golfsport die große TV-Bühne: Am kommenden Sonntag, 2. August, steht live und kostenlos ab 16 Uhr eine vierstündige Übertragung des Finaltags des Final Four 2026 der Deutschen Golf Liga auf dem Programm.










