Harringtons Triumph, Koepkas Wut und ein Fitting-Fehler mit Folgen
Eines der größten Talente der Golfwelt hat sich seinen ersten Titel auf der PGA Tour gesichert. Aldrich Potgieter, 20, hat die Rocket Mortgage Classic in Detroit gewonnen – nach einem nervenaufreibenden Fünf-Löcher-Playoff gegen Max Greyserman und Chris Kirk. Der Südafrikaner, der in den vergangenen Monaten bereits Top-Ergebnisse erspielt hatte, lochte auf dem fünften Extraloch den entscheidenden Birdie-Putt. Zuvor hatte er nach einem wackligen Start und mehreren ausgelassenen Chancen stark zurück ins Spiel gefunden. Greyserman, der zuletzt zehnmal in Folge den Cut schaffte, verpasste hingegen seine Titelpremiere.
In die Nachspielzeit ging es auch auf der LPGA Tour. Lexi Thompson und Megan Khang verpassten beim Team-Event der LPGA Tour in Midland, Michigan, den Sieg nur knapp und verloren im ersten Playoff-Loch gegen das südkoreanische Duo Jin Hee Im und Somi Lee. Nach einer starken Finalrunde von 60 Schlägen (−10) im Vierball-Format hatten sie mit 20 unter Par gleichgezogen, wobei Khang alleine acht Birdies auf ihrer eigenen Scorekarte verbuchte. Im Stechen, das im klassischen Vierer stattfand, setzten sich die Südkoreanerinnen dann mit einem Birdie durch.
Für Thompson wäre es der erste Sieg seit 2019 gewesen. Aber hatte das einstige Supertalent nicht eigentlich ohnehin ihre Laufbahn beendet? Nein, sie wolle nur keinen vollen Turnierkalender mehr absolvieren, stellte die Amerikanerin klar. Dennoch steht nun eine Pause an. „Ich werde fünf Wochen kein Turnier mehr bestreiten und mir Zeit für mich nehmen“, so Thompson.
Ein Fitting mit Folgen
Es spricht für Jenny Shin, dass sie monatelang an ihrem Schwung arbeitete, um den Ball wieder besser mit dem Driver zu treffen. Doch in diesem Fall wäre es besser gewesen, den Fehler beim Material zu suchen. Denn die Amerikanerin spielte über Monate einen Driver mit einem für sie unpassenden Schwunggewicht. Grund hierfür: ein Fehler bei einem Fitting-Termin. Die Folge: Bei der Women’s PGA Championship (T12) traf die Südkoreanerin (zwei Siege auf der LPGA Tour) den Ball wieder deutlich besser.
Stechen, die Dritte! Patrick Reed hat mit einem Birdie auf dem ersten Extra-Loch das LIV-Golf-Turnier in Dallas gewonnen und damit seinen ersten Titel seit dem Wechsel in die Saudi-finanzierte Liga 2022 gefeiert. Der Texaner, der mit drei Schlägen Vorsprung in den Finaltag gestartet war, verlor zwischenzeitlich die Führung nach einer 75er Runde, setzte sich aber im Vierer-Playoff gegen Louis Oosthuizen, Paul Casey und Jinichiro Kozuma durch. Reed war im Stechen der Einzige, der zum Birdie puttete – und nutzte die Chance mit einem gelochten Putt aus gut fünf Metern. Für Reed war es ein emotionaler Sieg im Heimatstaat und zugleich der erste Erfolg nach 41 erfolglosen Starts in der LIV-Serie.
Wut bei Koepka
Weniger Spaß hatte Brooks Koepka in Dallas. Der fünfmalige Major-Gewinner verabschiedete sich nach einer 81 (+9) aus dem Turnier. Für Aufsehen sorgte, dass er auf dem Platz ausrastete und einen Tee-Marker in eine Menschenmenge schlug. Danach: Aufgabe wegen Krankheit. „Vom ersten Wochenende im April bis etwa Anfang Juni wollte man nicht in meiner Nähe sein“, erklärte Koepka zuletzt bei der US Open. „Es hat mich verrückt gemacht. Es hat mich aufgefressen. Ich war nicht glücklich. Es war sehr irritierend."
Padraig Harrington ist nach 2022 zum zweiten Mal Gewinner der US Senior Open. Der Ire spielte am Schlusstag eine 67 (−3) und setzte sich mit einem Gesamtergebnis von 11 unter Par knapp gegen Stewart Cink durch, der eine 68 ins Clubhaus brachte. In einem Duell, das eher wie Matchplay wirkte, verpasste Cink im Endspurt kurze Birdie-Chancen. „Es bestätigt in vielerlei Hinsicht die Vergangenheit“, freute sich Harrington. „Man durchlebt alte Erfolge noch einmal, hat diese wichtigen Schläge, winkt dem Publikum zu. Die Leute kommen, weil sie einen von früher kennen.“
Dellingshausens Topform hält an
Es läuft aktuell für den 32-jährigen Nicolai von Dellingshausen: Er holte vor wenigen Wochen in Österreich seinen ersten Titel auf der DP World Tour und konnte diesem Premierensieg zwei Top-Ten-Ergebnisse folgen lassen. Erst wurde er geteilter Siebter in den Niederlanden, nun kam er als geteilter Fünfter (−9) bei der Italian Open ins Ziel.
Großes Golf in Hamburg: De 21-jährige Singapurerin Shannon Tan sichert sich den Titel beim Amundi German Masters in Hamburg, knapp vor Helen Briem auf Platz zwei. Tan zeigte auf dem anspruchsvollen Nord Course bemerkenswerte Stabilität. Alle Infos zum Turnier-Highlight >>>









