Finanzierung vor dem Ende: Fragen und Antworten zur Zukunft von LIV Golf
Die Hinweise verdichten sich, dass LIV Golf nach der Saison 2026 ohne seinen wichtigsten Geldgeber auskommen muss. Mehrere internationale Medien berichten, dass der saudische Public Investment Fund (PIF) seine Finanzierung einstellen wird. Eine offizielle Mitteilung an Spieler und Mitarbeiter wird heute erwartet. Was bedeutet das für die Liga? Wir beantworten die sieben wichtigsten Fragen.
1) Ist der Ausstieg des PIF bereits beschlossen?
Eine endgültige öffentliche Bestätigung steht noch aus. Allerdings berichten mehrere internationale Medien, dass LIV Golf seine Mitarbeiter, Spieler und Funktionäre am heutigen Donnerstag über das Ende der Finanzierung durch den PIF nach der Saison 2026 informieren wird. Das Wall Street Journal berichtete zuerst darüber, weitere Medien zogen nach. Ein Ligainsider bestätigte den Plan gegenüber dem US-Newsportal golf.com.
2) Warum ist die Rolle des PIF so entscheidend?
Der PIF war seit dem Start von LIV Golf der zentrale Geldgeber. Mehr als fünf Milliarden US-Dollar sollen in die Liga geflossen sein. Dieses Geld ermöglichte hohe Antritts- und Garantieverträge, aufwendige Events und ein Geschäftsmodell, das lange ohne Profitdruck auskam. LIV konnte dadurch jahrelang wie ein Start-up agieren: viel investieren, Verluste hinnehmen und auf Wachstum hoffen.
3) Warum zieht sich Saudi-Arabien offenbar zurück?
Der mögliche Rückzug passt zu einer größeren strategischen Neuausrichtung des PIF. Der Staatsfonds will Ausgaben stärker auf Projekte im eigenen Land konzentrieren und internationale Engagements kritischer prüfen. Hinzu kommen wirtschaftliche Belastungen, sinkende Ölexporte infolge geopolitischer Spannungen und steigende Verteidigungsausgaben. Auch andere Sportprojekte sollen betroffen sein.
4) Wie geht es für LIV Golf ohne den Geldgeber weiter?
Das ist unklar. LIV-CEO Scott O’Neil hatte bereits eingeräumt, dass die Liga nur bis Saisonende finanziert sei und danach ein tragfähiger Geschäftsplan entstehen müsse. Naheliegend ist die Suche nach neuen Investoren; laut Berichten soll dieser Prozess bereits begonnen haben. Fraglich allerdings ist, ob sich ein ähnlich finanzstarker Partner finden lässt, mit dem sich die horrenden Kosten weiterhin finanzieren lassen. Ohne einen solchen dürfte es schwer werden, die Liga in der bisherigen Form fortzuführen.
5) Was passiert kurzfristig mit dem Spielbetrieb?
Vorerst soll die Saison weiterlaufen. O’Neil betonte intern, der Spielbetrieb 2026 werde wie geplant fortgesetzt. Die Spieler stehen bis Saisonende unter Vertrag. Allerdings gab es bereits eine Anpassung im Kalender: Das für Juni geplante Event in New Orleans wurde in den Herbst verschoben.
6) Wie groß ist der Zeitdruck?
Er ist erheblich. Die PIF-Finanzierung reicht nach aktuellem Stand nur bis zum Ende der Saison. Damit bleiben der Liga nur wenige Monate, um neue Kapitalgeber zu finden oder das Modell grundlegend anzupassen. Besonders relevant ist das auch, weil wichtige Spielerverträge auslaufen könnten – darunter der von Bryson DeChambeau.
7) Was bedeutet das für die Spieler und das globale Golf?
Kurzfristig ändert sich wenig, langfristig möglicherweise sehr viel. Sollte LIV keinen neuen Geldgeber finden, stellt sich die Frage, wie Spieler, Teams und Turniere über 2026 hinaus organisiert werden. Auch das Verhältnis zur PGA Tour bleibt offen: Das 2023 verkündete Rahmenabkommen mit dem PIF führte bislang zu keiner endgültigen Zusammenarbeit.









