‚Ein großer Fehler‘: Major-Sieger spielt falschen Ball
Was wie ein perfekter Schlag aussah, entpuppte sich als folgenschwerer Regelverstoß. In der Auftaktrunde des The American Express auf dem Stadium Course von PGA West legte der Major-Sieger Brian Harman am Par 4 der zehnten Bahn seinen Annäherungsschlag bis auf knapp drei Meter an die Fahne. Doch statt sich über eine große Birdie-Chance zu freuen, folgte die Ernüchterung: Der Linkshänder hatte nicht seinen eigenen Ball gespielt, sondern den eines Amateurs aus seiner Gruppe.
Die Konsequenzen waren klar geregelt. Nach Regel 6.3c(1) im Zählspiel gibt es die Grundstrafe von zwei Schlägen, zudem muss der Fehler korrigiert und mit dem ursprünglichen Ball weitergespielt werden. Genau das tat der 39-Jährige: Er spielte seinen eigenen Ball erneut aus 112 Metern ins Grün, benötigte zwei Putts – und schrieb statt der erhofften „3“ eine „6“ auf die Scorekarte.
Zwei Doppel-Bogeys
„Das ist das schlimmste Gefühl der Welt“, kommentierte TV-Analyst Smylie Kaufman im US-Broadcast von Golf Channel. Auch Co-Kommentator Billy Ray Brown sprach von einem „riesigen Fehler“, den man auf diesem Niveau nur selten sehe.
Der Patzer wirkte nach. Am folgenden Par 5 der elften Bahn leistete sich Harman nach einem Ball ins Wasser direkt das nächste Doppel-Bogey. Am Ende stand eine 73 (+1), die ihn weit ans Ende des Leaderboards zurückwarf.
Besonders bitter: Der falsch gespielte Ball gehörte nicht etwa dem Mitspieler Max Homa, sondern einem Amateur – eine typische Gefahr bei ProAm-Turnieren. Trotz deutlicher Markierung auf seinem Titleist-Ball reichte ein kurzer Moment der Unachtsamkeit.
Das sagt DGV-Regelfachmann Dietrich von Garn dazu:
„Wir als große Mehrheit der Amateurgolfer kennen so etwas natürlich. Ein Spieler schlägt den Ball nach links, hinter dem Hügel springt er nach rechts, und beim Mitspieler ist es genau andersherum. Das ist die beste Voraussetzung, um den falschen Ball zu spielen, das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.
Man sollte jedoch nicht glauben, dass so etwas im professionellen Golf vorkommt. Es ist eine Warnung an uns, unsere Bälle im Amateurgolf umso gründlicher zu identifizieren.
In diesem Fall schreibt die Presse, dass die Professionals eher selten ihre Bälle mit denen der Amateure in der Gruppe vergleichen, was zu diesem Fehler geführt hat. Es kann aber auch sein, dass ein Amateur im Verlauf der Runde seinen Ball ersetzt und nicht merkt, dass er nun die gleiche Marke und Nummer spielt wie der Profi. Die Bälle sind zwar noch zusätzlich mit einer individuellen Markierung versehen, doch danach schaut man eher im Rough, wenn dort irgendein Ball liegt, der schon länger dort liegen könnte. Ein Ball mit meiner Marke und Nummer auf dem Fairway ist ziemlich meiner – und schon ist es passiert!"








