Double Trouble in Dänemark
DP World Tour: Danish Golf Championship
Fureso Golf Klub, Dänemark, 14. bis 17. August
Was im November des vergangenen Jahres mit dem „Opening Swing“ in Australien begann, endet diese Woche mit dem letzten Turnier des „Closing Swings“ in Dänemark: Phase eins der Saison der DP World Tour. Danach folgt die zweite Phase, auch „Back 9“ genannt, ehe die Playoffs in den Vereinigten Arabischen Emiraten den Schlusspunkt markieren. Man kann also sagen, dass langsam die Weichen dafür gestellt werden, wie die Saison für die jeweiligen Spieler zu beurteilen ist. Es bleiben nicht mehr viele Turniere, um sich entweder für die Playoffs in Position zu bringen oder sich die Tourkarte für die nächste Saison zu sichern. Bei der Danish Golf Championship werden 3.500 Punkte für das Race-to-Dubai-Ranking vergeben. Ab den „Back Nine” liegen pro Turnier mindestens 5.000 Punkte auf dem Tisch.
Für die meisten Spieler bleibt also noch etwas Zeit, ihr Punktekonto zu füllen. Voraussetzung ist allerdings, dass sie für die Turniere in Phase zwei einen Platz erhalten. Mit Freddy Schott und Maximilian Rottluff sind beispielsweise zwei deutsche Spieler in Dänemark dabei, die in der Woche darauf beim British Masters nach aktuellem Stand leer ausgehen werden. Für einige Spieler entscheidet sich also schon im Fureso Golf Klub der weitere Saisonverlauf. Dabei präsentierte sich Schott bislang recht stabil. Bei 16 Starts in dieser Spielzeit erreichte er zweimal die Top Ten. Ob er mit seiner Kategorie und Rang 104 im Race to Dubai jedoch noch viele weitere Chancen erhalten wird, bleibt fraglich. Rottluff wiederum spielte erst zwei Turniere und schaffte dabei einmal den Cut. Als 249. der Rangliste wird die Danish Golf Championship voraussichtlich sein letzter Auftritt auf der DP World Tour in dieser Saison sein.
In dieser Woche liegt ein besonderes Augenmerk auf zwei weiteren Deutschen: Mit Jeremy und Yannik Paul sind Deutschlands berühmteste Golfzwillinge am Start. Die in Frankfurt geborenen Brüder trafen zuletzt häufiger bei Profi-Turnieren. Erst vor wenigen Wochen spielten sie bei der Barracuda Championship in den USA in einer Gruppe. Zudem traten die Paul-Brüder Ende April bei der Zurich Classic als Team an. Für die Danish Golf Championship erhielt Jeremy Paul, der eigentlich auf der PGA Tour spielt, eine Einladung. Vielleicht auch, um dem dänischen Zwillingspaar Rasmus und Nicolai Höjgaard Gesellschaft zu leisten. Wir dürfen uns also auf ordentlich „Double Trouble” in Dänemark freuen.
Mit Nicolai von Dellingshausen, Maximilian Kieffer, Marcel Schneider, Alexander Knappe und Jannik de Bruyn sind fünf weitere deutsche Golfer im Nachbarland am Start. Wie schon in der vergangenen Woche in Schottland besucht die DP World Tour einen neuen Austragungsort. Der 1974 gegründete Furesø Golf Klub wurde von Jan Cederholm entworfen und 2015 von Tom Mackenzie renoviert. Mit 1.800 Mitgliedern ist er einer der größten Golfclubs Dänemarks. Zu seinen Mitgliedern zählt auch der DP-World-Tour-Profi Rasmus Neergaard-Petersen, der im letzten Jahr zum Ehrenmitglied ernannt wurde, nachdem er seit seiner Kindheit in diesem Club gespielt hatte. Der Veranstaltungsort ist nicht nur zum ersten Mal Austragungsort eines Events der DP World Tour, sondern das Turnier, das 2014 ins Leben gerufen wurde, findet auch zum ersten Mal in der Hauptstadt statt.
LPGA Tour: The Standard Portland Classic
Columbia Edgewater Country Club, Oregon, 14. bis 17. August
Nach drei Turnieren in Europa kehrt die LPGA Tour in die USA zurück. Mit der Portland Classic steht das traditionsreichste LPGA-Event abseits der Majors auf dem Programm. Seit 1972 reisen die besten Spielerinnen nach Portland, und Legenden wie Annika Sörenstam oder Lorena Ochoa konnten das Turnier im Columbia Edgewater Country Club bereits für sich entscheiden. Titelverteidigerin ist Moriya Jutanugarn. Die Thailänderin konnte die 52. Ausgabe der Portland Classic gewinnen, reist aber in desolater Form nach Oregon. Acht der vergangenen neun Cuts hat sie verpasst.
Die Favoritinnen auf den Sieg sind daher andere. Angel Yin zum Beispiel. Die US-Amerikanerin befindet sich in absoluter Topform, beendete drei ihrer vergangenen vier Turniere unter den Top Ten und wurde bei der vergangenen Ausgabe hier in Portland geteilte Zweite. Ein weiterer großer Name ist Yins Landsfrau Rose Zhang, die aber noch nicht richtig in der Saison angekommen ist. Dies liegt vor allem an einer hartnäckigen Nackenverletzung, die sie immer wieder ausbremste. Deutlich positiver verlief das Jahr bislang für Grace Kim. Die Australierin gewann mit der Amundi Evian Championship eines der fünf LPGA-Majors und kann zudem auf ein gutes Ergebnis vom letzten Jahr in Portland zurückblicken (T9). Ansonsten fehlen die ganz großen Stars wie Jeeno Thitikul und Nelly Korda.
Einen seltenen Auftritt auf der LPGA Tour legt die World Golf Hall of Famerin Juli Inkster hin. Die inzwischen 65-jährige US-Amerikanerin gewann die Ausgabe von 1999 in Portland und ist inzwischen maximal noch auf der Legends Tour unterwegs Mit Natalie Gulbis und Christina Kim sind weitere bekannte Gesichter im Feld, die ihre aktive Karriere bereits beendet haben.
Das deutsche Aufgebot ist mit Aline Krauter, Caroline Masson, Sophia Popov, Olivia Cowan, Alexandra Försterling und Polly Mack wieder einmal stark. Cowan, Försterling und Mack waren erst in der vergangenen Woche bei der PIF London Championship am Start. Vor allem Cowan konnte dabei ordentlich Selbstvertrauen tanken. Dank einer hervorragenden Finalrunde bei dem LET-Event wurde sie Vierte und feierte damit ihr bestes Saisonergebnis. Mit diesem Schwung soll es nun im besten Fall in Portland weitergehen. Gespielt wird um insgesamt zwei Millionen US-Dollar.
PGA Tour: BMW Championship
Caves Valley Golf Club, Maryland, 14. bis 17. August
Aus 70 wurden 50, aus 50 werden in dieser Woche 30. Das Rennen um den FedExCup befindet sich in der heißen Phase, und die BMW Championship ist das vorletzte Turnier der Playoffs. Die FedEx St. Jude Championship in der vergangenen Woche eröffnete die Finalserie und kegelte 20 Spieler aus dem Wettbewerb. Darunter waren auch zwei Spieler aus dem Elite Team Germany: Stephan Jäger und Matti Schmid durften frühzeitig in eine Sommerpause gehen, weil sie ihre PGA-Tourkarte für die kommende Saison sicher haben.
Wobei wirklich etwas zu verlieren haben die übrigen 50 Spieler nicht (nach Sepp Strakas Absage aus persönlichen Gründen sind diese Woche 49 Spieler am Start). Alle, die sich für die BMW Championship qualifiziert haben, sind bei den Signature Events 2026 dabei. Diejenigen, die es zur Tour Championship, also zum Saisonfinale nach Atlanta, schaffen, haben Tickets für drei der vier Majors 2026 sicher. Noch viel wichtiger ist jedoch, dass sie die Chance haben, sich zum FedExCup-Champion zu küren. Wer die 30 Finalisten sein werden, entscheidet sich im Caves Valley Golf Club. Einige haben ihren Platz bereits sicher. Andere aber nicht. Und so heißt es wie immer in den Playoffs: Jeder Schlag kann über das Weiterkommen entscheiden.
Lucas Glover ist aktuell die Nummer 30 im FedExCup. Er hat lediglich 32 Punkte Vorsprung auf den 32., Ryan Gerard. Bei 2.000 Punkten für den Gewinner kann in Maryland wirklich alles passieren. Wie schon in der Vorwoche gibt es keinen Cut. Somit sammeln alle 49 Teilnehmer Punkte. Weit weg vom Kampf um die Top 30 macht sich Scottie Scheffler andere Gedanken. Zum Beispiel darum, wie viele Top-Ten-Ergebnisse er in dieser Saison noch sammeln möchte. Bei 17 Starts verpasste er die Top Ten überhaupt erst dreimal. Seit der Players Championship im März hat er sie gar nicht mehr verpasst. In dieser Woche kehrt auch sein größter Konkurrent im FedExCup zurück. Rory McIlroy hatte die FedEx St. Jude Championship noch ausgelassen, möchte jetzt aber mit vollem Akku zum Endspurt ansetzen. Doch an ausreichend Konkurrenz mangelt es Scheffler diese Woche ohnehin nicht. Alle zehn Spieler aus den Top Ten der Weltrangliste sind dabei.
Gespielt wird auf einem Platz, der zuletzt 2021 Austragungsort der BMW Championship war. Seitdem hat sich im Caves Golf Club aber einiges getan. Viele Löcher wurden überarbeitet und alle Grüns neu angelegt, sodass einige nun völlig anders aussehen als zuvor. Es wurden verschiedene Grasarten gepflanzt, um feste und schnelle Bedingungen zu fördern. Unterirdisch wurde zudem ein neues, zehn Meilen langes Entwässerungssystem installiert. Seit der BMW Championship 2021 hat sich die Scorekarte von Par 72 auf Par 70 geändert, wobei durch die zahlreichen Änderungen am Platz fast 60 Yards hinzugekommen sind. Das ursprünglich 1991 von Tom Fazio entworfene Design dürfte also selbst für diejenigen, die schon 2021 bei der BMW Championship dabei waren, eine neue Herausforderung darstellen. Damals gewann Patrick Cantlay im Stechen gegen Bryson DeChambeau.
Titelverteidiger ist Keegan Bradley. Dem US-Ryder-Cup-Captain steht eine besondere Woche bevor. Die BMW Championship ist nämlich die letzte Gelegenheit, um Punkte für das US-Ryder-Cup-Ranking zu sammeln. Die Top Sechs sind automatisch in Bethpage dabei. Bradley belegt aktuell Platz zehn, könnte sich aber dank seiner Position als Kapitän notfalls selbst auswählen, falls es mit der automatischen Qualifikation nichts wird.
LIV Golf: Indianapolis
The Club at Chatham Hills, Indiana, 15. bis 17. August
Eine Woche vor dem Finale der PGA Tour steht in Indianapolis das Finale der LIV-Golf-Saison im Einzelranking an. Zum zweiten Mal in Folge kämpfen Joaquín Niemann und Jon Rahm um den Titel. Sollte Niemann im The Club at Chatham Hills Zweiter werden, ist ihm der Gesamtsieg nicht mehr zu nehmen. Selbst wenn Rahm das letzte Einzelevent gewinnen sollte.
Weiter unten in der Gesamtwertung gibt es jedoch noch viel mehr zu entscheiden: Die Spieler kämpfen darum, ihren Platz unter den Top 24 zu festigen und sich damit ihren aktuellen Franchise-Platz für 2026 zu sichern. Die Spieler auf den Plätzen 25 bis 48 können in der Liga bleiben, laufen jedoch Gefahr, von ihren Teams verkauft zu werden, da diese nicht verpflichtet sind, ihre aktuellen Spieler nach Ablauf ihres Vertrags erneut unter Vertrag zu nehmen. Für die Spieler auf den Plätzen 49 und darunter droht der Abstieg aus der Liga. Dabei laufen mehrere große Namen – darunter Ian Poulter – Gefahr, ihren Tourstatus für 2026 zu verlieren.
Martin Kaymer, der einzige Deutsche im Feld, rangiert auf Platz 37. Als Kapitän der Cleeks hat er den Vorteil, dass er sich schon selbst verkaufen müsste, um seinen Platz im Team zu verlieren. Bei zwölf Starts in dieser Saison erreichte der zweimalige Major-Sieger immerhin zweimal die Top Ten. Dennoch dürfte Kaymer bestrebt sein, die Saison positiv abzuschließen. Zumal in der Woche darauf in Michigan das Teamfinale ansteht.
Weitere Turniere mit deutscher Beteiligung:
Epson Tour: Wildhorse Ladies Golf Classic
Wildhorse Golf Course, Oregon, 15. bis 17. August
Sophie Hausmann und Isi Gabsa
LET Access Series: Ladies Slovak Golf Open
Tale Ski Golf & Hotel Resort, Slowakei, 13. bis 15. August
Anna-Maria Diederichs, Hanna Tauber, Lara Ok, Sophie Witt, Hannah Karg, Similan Scheer und Kimberley Sommer
HotelPlanner Tour: Vierumäki Finnish Challenge
Cooke Course, Finnland, 14. bis 17. August
Anton Albers, Tim Tillmanns, Fabius Will Bradhering, Tiger Christensen, Hurly Long, Maximilian Schmitt, Marc Hammer, Velten Meyer und Philipp Katich
Pro Golf Tour: Staan Open
Golfbaan Westwoud, Niederlande, 14. bis 16. August
Korn Ferry Tour: Albertsons Boise Open
Hillcrest Country Club, Idaho, 14. bis 17. August
Jonas Baumgartner








