Die größten Amateurfehler rund ums Grün
Wer rund ums Grün regelmäßig Schläge liegen lässt, sucht die Ursache oft an der falschen Stelle. Der misslungene Chip, der verhauene Bunkerschlag oder der zu lange Pitch wirken zwar wie die entscheidenden Fehler – tatsächlich beginnt das Problem aber schon deutlich früher. Das behauptet Golf Professional Fabian Bünker (s. Video).
Strategie als wichtiger Faktor
Bünker sieht vor allem die Strategie beim Schlag ins Grün als entscheidenden Faktor. Viele Amateure attackieren Fahnen zu aggressiv, obwohl die Lage auf dem Grün oder die Hindernisse rundherum kaum Fehlertoleranz zulassen. Das Ergebnis: schwierige Bunkerlagen, kurze Seiten neben dem Grün oder unangenehme Chips aus dichtem Rough. „Du musst nicht den perfekten Schlag machen“, sagt Bünker. „Oft ist es viel sinnvoller, gezielt auf die sichere Seite oder einfach in die Mitte des Grüns zu spielen.“ Course Management heißt das Zauberwort. Wer clever plant, lässt viele Schwierigkeiten gar nicht erst entstehen.
Keine Zauberschläge
Ein zweiter Fehler vieler Hobbygolfer: Sie machen sich das kurze Spiel unnötig kompliziert. Statt die einfache Lösung zu wählen, greifen sie häufig zum spektakulären hohen Pitch mit viel Spin – obwohl genau dieser Schlag technisch am schwierigsten ist. Bünker empfiehlt deshalb eine deutlich einfachere Herangehensweise. Sein Grundsatz: „Flach spielen, niedrig scoren.“
Drei Fragen für eine klare Taktik
Dafür stellt er eine klare Entscheidungsreihenfolge auf:
1. Kann ich putten?
2. Kann ich chippen?
3. Muss ich wirklich pitchen?
Erst wenn die ersten beiden Optionen ausscheiden, sollte laut Bünker der hohe Pitch gespielt werden. Der Grund: Putts bieten die höchste Präzision, Chips das geringste Risiko. Hohe Pitchschläge dagegen erzeugen die größte Streuung und führen gerade unter Druck häufig zu Fehlern. „Die meisten Golfer entscheiden sich trotzdem für den Pitch“, sagt Bünker. „Dabei wäre es oft viel einfacher, den Ball flach Richtung Fahne rollen zu lassen.“
Unterschätzter Schlüssel zu besseren Handicaps
Noch entscheidender allerdings ist für Bünker ein anderer Punkt: Viele Spieler investieren den Großteil ihrer Trainingszeit auf der Driving Range – und vernachlässigen ausgerechnet den Bereich, in dem sich Scores am schnellsten verbessern lassen. „Das kurze Spiel ist der Bereich, in dem du am schnellsten Schläge sparen kannst“, betont der Experte. Gerade dort entscheidet sich häufig, ob aus einem schlechten Loch noch ein Bogey oder sogar ein Par wird – oder eben ein Doppelbogey.
Zielgerichtetes Training
Das Problem sieht Bünker auch in der Art des Trainings. Ein paar zufällig verteilte Bälle rund ums Übungsgrün zu chippen, hat für ihn wenig mit zielgerichtetem Training zu tun. Entscheidend sind für ihn klare Ziele, Distanzkontrolle und möglichst realistische Situationen wie auf dem Platz. Für Bünker steht deshalb fest: Wer sein kurzes Spiel strategischer denkt, einfachere Lösungen akzeptiert und gezielter trainiert, kann oft deutlich schneller bessere Scores spielen als über reine Schwungarbeit auf der Range.








