Die drei besten Schläge der Turniergeschichte
Dieser Schlag ging in die US-Golfgeschichte ein als „shot heard 'round the world". Gene Sarazen hatte beim Masters 1935 einen Magic Moment im Augusta National GC: Es war in der Finalrunde am 15. Loch, einem Par 5, wo Sarazen seinen zweiten Schlag mit einem Holz 4 aus etwa 215 Metern einlochen konnte. Dieses Albatros verhalf ihm letztlich ins Stechen gegen Craig Wood, welches Sarazen siegreich beendete. Der Schlag bleibt ewig in Erinnerung als der, der auf der ganzen Welt gehört wurde. Leider gibt es davon wenig bis gar kein Video- bzw. Bildmaterial, denn 1935 war man eben noch nicht so weit.
Aber auch die Neuzeit hat in Sachen „Best Shots in Masters-History“ so einiges zu bieten. Nach dem Jahrtausendwechsel zauberten diese drei Golfer Schläge aus dem Ärmel, die genau in diesem Moment vielleicht nur einmal von tausend Versuchen erfolgreich gewesen wären. Das erfordert Mut, eine Vision und das, was Oliver Kahn (wie viele andere ehemalige Fußball-Stars übrigens heute auch Golfer) einmal so formulierte: „Wir brauchen Eier!“ In einer entscheidenden Situation, die für den Rest der Welt schwierig bis unlösbar erscheint, vollbrachten diese drei Stars ihren Big Deal. Hier sind unsere drei besten Golfschläge in der Geschichte des Masters Tournament:
Platz 3: Phil Mickelson 2010
Die Schatten unter den mächtigen Kiefern des Augusta National GC wurden länger, die Sonne wanderte gen Horizont zum Untergang. Aber die letzte Runde des Masters 2010 stand vor ihrem großen Moment. Nervenkitzel. Nahezu aussichtslos lag Mickelsons Ball nach verzogenem Drive auf Bahn 13 neben dem Fairway auf Kiefernnadeln. Zwei Bäume standen direkt vor ihm, Rae's Creek lauerte in der Ferne nur darauf, die Kugel im Wasser zu versenken. 207 Meter zwischen dem in komplett Schwarz gekleideten Mickelson und dem Loch. Das Grün treffen? Durch die Bäume? Von Nadeln? Mit Wassergraben? Unmöglich. Oder?
Mickelson soll seinem Caddie Jim „Bones“ Mackay gesagt haben: „I'm going for it!“ Im Klartext: Ich mache es. Der Mann, der für den richtigen Schläger zuständig war, schaute etwas verdutzt, reichte das Eisen 6 – und dann passierte genau das: Mickelson schlug den Ball aus schwieriger Lage durch die Kiefern, über den Wassergraben auf das Grün. Die Menge tobte. Mickelson hinterher: „Die Lücke zwischen den Bäumen war nicht riesig, aber sie war groß genug, um einen Ball durchzuschießen. Ich hatte einfach das Gefühl, dass ich damals meinem Schwung vertrauen und diesen Schuss versuchen muss. Er war perfekt.“ Mickelson gewann das Turnier mit drei Schlägen vor Lee Westwood und fünf vor Tiger Woods.
Platz 2: Bubba Watson 2012
Und wieder waren es die Kiefernnadeln. Diesmal aber nicht Mickelson, sondern ein anderer. Rickie Fowler meinte damals, beim Masters 2012: „Bubba war zum richtigen Zeitpunkt am falschen Ort.“ Was war passiert? Der Südafrikaner Louis Oosthuizen und der Amerikaner Watson mussten ins Stechen um den Sieg. Watson schlug seinen Drive am zweiten Extra-Loch des Playoffs in den Wald. Aus der Traum? Von wegen. Er begann gerade jetzt. Bubba war seinerzeit als World's best Ballshaper bekannt. Was er an diesem Sonntag tat, war kein Golf. Das war Kunst.
Der Mann kann Kurven wie kaum ein anderer. Soll er als kleiner Bub zu Hause im Vorgarten gelernt haben. Wie dem auch sei. „Ich musste den Ball nur 30 Meter hoch über die Bäume aufs Grün hooken. Ich bin den Hook gewöhnt“, so Watson. Nur. Den Zuschauern, die um ihn herum standen, hingen die Kinnladen teils bis zum Boden. Sie waren live dabei beim Moment, beim Schlag, mit dem sich Bubba Watson unsterblich machte, den Sieg holte, seinen Kontrahenten demoralisierte und Golffans überall entzückte mit einer „Banane“ aus dem Unterholz, wie sie vielleicht nur Watson schlagen kann. Und das in dieser Situation. Ein deutscher Golf-Pro, der live dabei war, meinte nur: „Das Ding war eigentlich unmöglich.“
Platz 1: Tiger Woods 2005
Okay, dieser Schlag ist nicht nur der beste in der Geschichte des Masters, sondern vielleicht der beste aller Zeiten. Oder zumindest einer der Top Fünf. Augusta National GC 2005: Tiger Woods nimmt sich ewig Zeit, als er die Linien seines Chips auf Bahn 16 liest. Sein Ball liegt suboptimal an der Schwelle vom Second zum Third Cut, an der Bürste sozusagen. Es ist eine ewige Strecke bis zum Loch, das Break brutal. Aber man kann an Woods und seiner Idee und Vision sehen, dass er das Ding unbedingt lochen wollte. Wenige Sekunden später muss die Golfwelt es bereuen, dass es noch kein Twitter gab. Aber die Kameras waren ja live dabei, als Woods seine Kugel auf die Reise schickte.
Der Ball rollte zuerst in eine völlig andere Richtung und einige Zuschauer dachten sich wohl schon, was er da mache. Moment. Der Ball rollte, nahm eine Welle, dann die zweite, um dann fast in Zeitlupe an den Dosenrand zu kullern. Dann blieb das Ding einfach liegen. An der Kante. Kann es eine bessere Werbung für Woods' Hauptsponsor geben? Nein. Nur ein Millimeter bis zum Glück. Es vergingen ein paar Sekunden und er fiel. Die Menge rastete aus, Woods ebenso. Er feierte das Birdie, das ihn schließlich ins Playoff rettete, da er auf den Bahnen 17 und 18 jeweils Bogey schlucken musste. Das Green Jacket holte er trotzdem. Dank Chip-in auf der 16, der unfassbarste Schlag in Masters-History.











