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Archivbild: Playing Captain Jennifer Sräga und die deutsche Nationalmannschaft kämpfen sich am Abschlusstag noch auf Platz sieben vor. | © DGV/ Tiess

Deutschland kämpft sich auf Platz sieben

Nach dem harten Foursome-Freitag geht es am Samstag zurück ins Greensome – jene Spielform, in der beide Spieler abschlagen, den besseren Ball wählen und ihn anschließend abwechselnd ins Loch bringen. Das bedeutet: zwei Chancen vom Tee, mehr Optionen und vor allem mehr Raum für mutiges Spiel.
 

Der Meisterschaftsplatz des GC Genova Sant’Anna bleibt dennoch ein Prüfstand. Die Hügel der Riviera di Ponente, die wechselnden Höhenlagen und die clevere Platzarchitektur sorgen dafür, dass selbst gute Abschläge präzise Folgeschläge verlangen. Wer am Finaltag glänzen will, braucht nicht nur Länge und Technik, sondern immer wieder auch klare Kommunikation im Team.
 

Knappes Rennen um den Titel

An der Spitze des Tableaus entwickelte sich ein packendes Duell. England bringt mit einer 147 (+5) insgesamt 447 Schläge (+21) ins Ziel und verteidigt damit seine Führung. Die Niederlande aber machen noch einmal richtig Druck: Das Duo um Marcella Neggers und Mari Berkers spielt eine herausragende 69 (-2) – die einzige Unter-Par-Runde des gesamten Turniers – und sorgt damit für den besten Tagesscore der EM.
 

Mit dieser 69 als Basis kommt das niederländische Team auf ein Gesamtergebnis von 144 Schlägen (+2) am Finaltag und insgesamt 451 Schläge (+25) für das Turnier. Der Abstand zu England bleibt knapp, das Titelrennen war bis zum Ende offen – doch am Ende reichen die fünf Schläge Differenz nicht ganz, um die Engländer noch abzufangen. Frankreich nutzt ebenfalls den Greensome-Samstag: Eine 146 (+4) bringt das Team auf 461 Schläge (+35) und lässt die Titelverteidiger noch auf Rang drei klettern.
 

Gastgeber am Finaltag ohne Glück

Italien, die Squadra Azzurra des G4D-Golfs, erlebt einen schweren Finaltag ohne Happy End. Mit 166 Schlägen (+24) steht das Heimteam am Ende bei 479 Schlägen (+53) und fällt damit auf Rang vier zurück. Ganze 20 Schläge hat das französische Team den Gastgebern allein am Finaltag abgenommen. Die Italiener können sich dennoch zugutehalten, eine Meisterschaft auf hohem Niveau ausgerichtet zu haben und mit ihrem Team über drei Tage hinweg um die vorderen Plätze gekämpft zu haben.
 

Schweden beendet die EM mit einer 156 (+14) und insgesamt 484 Schlägen (+58), Norwegen mit 164 (+22) und 492 Schlägen (+66). Beide skandinavischen Teams liefern ein Bild von solidem Turniergolf auf einem Kurs, der niemanden schont. Irland kommt an diesem Abschlusstag mit 165 (+23) ins Clubhaus und steht am Ende bei 508 Schlägen (+82) – nur einen Schlag hinter Deutschland. Auch hier: ein Turnier, das mehr über Lernkurve und Erfahrung als über nackte Zahlen erzählt.
 

Deutschland: Beste Runde genau am entscheidenden Tag

Aus deutscher Sicht ist der Finaltag das klare Highlight der Woche. Nach 171 Schlägen am Donnerstag (90 für Christof Buhl/Jennifer Sräga, 81 für Jonas Rother/Christian Nachtwey) und 178 Schlägen im anspruchsvollen Foursome am Freitag (98 für Sräga/Buhl, 80 für Rother/Nachtwey) stand Deutschland am Samstag vor der Aufgabe, im Greensome noch einmal alles herauszuholen.
 

Das gelingt eindrucksvoll: Jennifer Sräga und Christoph Buhl unterschreiben eine 80, Jonas Rother und Christian Nachtwey sogar eine 78. Zusammen ergibt das 158 Schläge – der beste deutsche Teamscore aller drei Turniertage. Insgesamt kommt Deutschland damit auf 507 Schläge (+81) und schiebt sich noch an Irland vorbei auf Rang sieben. Ein Platz nach oben mag auf den ersten Blick wie ein kleines Detail wirken, doch in der Art und Weise, wie er erreicht wurde, steckt viel: Konsequente Steigerung, klare Haltung und der Fakt, dass das Team trotz des schweren Starts gerade am letzten Tag sein bestes Golf gezeigt hat.
 

Konstanz hat zwei Namen: Die Rolle von Rother und Nachtwey

Besonders hervorzuheben ist die Konstanz von Jonas Rother und Christian Nachtwey. Die beiden liefern mit 81 am ersten Tag, 80 im Foursome und 78 am Finaltag drei stabile Runden ab – eine Entwicklung, die zeigt, wie sicher dieses Duo sich auf dem fordernden Kurs zurechtgefunden hat. In einem Feld, in dem die Scores spürbar schwankten, werden Rother/Nachtwey zu einer festen Größe nicht nur im deutschen Ergebnisbild.
 

Für Jennifer Sräga und Christoph Buhl wiederum ist der Weg vom schweren Start über eine anspruchsvolle Foursome-Runde hin zur 80 im finalen Greensome ein Zeichen von Widerstandskraft. Die Playing Captain und ihr Spielpartner beweisen, dass man auch nach Rückschlägen die Kurve bekommen kann – und dass eine EM nicht nach dem ersten oder zweiten Tag erzählt wird, sondern im Gesamtbild.
 

Ein Abschluss, der Rückenwind gibt

Genova Sant’Anna verabschiedet das europäische Teilnehmerfeld mit dem Bild eines Sports, in dem Inklusion und Leistung keine Gegensätze sind. Für Deutschland steht am Ende Platz sieben – und ein Turnierverlauf, der mit einem „Arbeitstag“ begann, sich durch einen kompromisslosen Foursome-Tag zog und mit der besten deutschen Runde am Finaltag endet. Für die Mannschaft um Jennifer Sräga bleibt vor allem eines: das Bewusstsein, dass man sich in einem starken europäischen Feld behauptet, sich Tag für Tag gesteigert und sich den verdienten Lohn am entscheidenden Samstag geholt hat.

 

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