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T1 nach Runde zwei: Helen Briem | © DGV/stebl

Briem in Front

Winsen – Vor einem Jahr hatte Helen Briem noch als Amateurin bei den Amundi German Masters powered by VcG für Aufsehen gesorgt, als sie nicht nur Longhitterin Anne van Dam aus den Niederlanden in den beiden ersten Runden wieder und wieder kurz gelassen hatte und im Endklassement einen hervorragenden elften Platz erspielte.
In diesem Jahr ist das Spiel der Schwäbin vom Stuttgarter GC Solitude nochmal erkennbar reifer, und die 19-Jährige schafft es sogar, einen kleinen Schockmoment souverän wegzustecken und anschließend wieder tief zu gehen.

Die größten Zuschauermassen gingen bei den Gruppen von Helen Briem, Alexandra Försterling und Esther Henseleit mit, sodass man immer gut verfolgen konnte, wo auf dem Nord Course von Green Eagle diese deutschen Favoritinnen gerade sind. Als Briem gemeinsam mit Patricia Schmidt am Mittag in ihre zweite Runde startete, brandete direkt dreimal Jubel auf. Drei Birdies auf den ersten drei Löchern brachten die Nürtingerin, die in der Deutschen Golf Liga presented by All4Golf für den Stuttgarter GC Solitude spielt, im Klassement ganz an die Spitze.
Nach einem Par auf Loch 4 war plötzlich das Loch wie vernagelt, und Briem musste drei Bogeys in Serie notieren. Wer nun mutmaßte, dass damit ein Bruch ins Spiel gekommen sein muss, wurde von dem in jeder Hinsicht großen Talent des Golfsports eines Besseren belehrt. Ganz cool zelebrierte Helen Briem ihren Ehrgeiz und brachte auf der Back Nine nochmal drei Birdies unter – das letzte davon vor der großen Bühne der meisten Zuschauer, die sich auf Loch 18 sammelten.
Unter dem Strich reichte nach der 68 vom ersten Tag die 70 (-3) vom zweiten Tag, um als Führende in den Moving Day zu gehen. Es bleibt in Winsen an der Luhe aber hochgradig spannend, denn die Führung teilt sich Briem mit der Schwedin Ellinor Südow, die ebenfalls 68 und 70 Schläge ins Recording getragen hatte. Hinter den beiden Leaderinnen folgt mit nur einem Schlag mehr in den Büchern Shannon Tan aus Singapur.

Esther macht Esther-Sachen

Esther Henseleit vom Hamburger GC hat ihre zweite 71 (-2) gespielt. Die Zuschauer durften vier Birdies bejubeln, zweimal konnte die Silbermedaillengewinnerin von Paris ihr Par nicht halten. Mit gesamt vier unter Par steht der Weltstar vor dem Moving Day in der Top Ten. Das Wochenende verspricht also sehr viel Spannung für die deutschen Golffans.

Gutes Gesamtbild

Nicht nur die beiden Bundesadler sorgen durch ihre Platzierung in der Top Ten für ein gutes Gesamtbild in Schwarz-Rot-Gold. Neun der 17 gestarteten Deutschen sind am Wochenende noch dabei. Sehr viel Pech hatten Paula Schulz-Hanßen und Sophie Witt, die beide erst am Ende des Tages den Einzug ins Wochenende verspielten und mit gesamt +4 knapp unter der Linie stehen.
Für die Europameisterin von 2020 überwog trotzdem das Positive. „Ich hatte eine sehr schöne Woche hier. Durch die Wildcard hatte ich die Chance, frei aufzuspielen und einfach mal zu schauen, wie weit ich komme. Leider habe ich es am vorletzten Loch verspielt, aber ich bin trotzdem zufrieden mit meiner Leistung diese Woche. Ich hatte viel Spaß mit meiner Mama an der Tasche, die mir immer wieder zeigt, dass man viel besser spielt, wenn man auf dem Platz lächelt. Der Platz hat sich heute Morgen im Wind und Regen relativ schwierig gespielt. Ich habe ein paar Mal den Wind falsch eingeschätzt, weshalb ich mehrere Pars retten musste. Aber die Atmosphäre diese Woche war richtig schön zu erleben. Daran werde ich mich noch lange erinnern“, war Paula Schulz-Hanßen am Abend mit sich und ihrem Spiel im Reinen.

Back stark

Gemeinsam mit Paula Schulz-Hanßen spielt Charlotte Back für den GC St. Leon-Rot. Back hatte schon einmal in der LET Access Serie eine Visitenkarte abgegeben: erster Start, direkt das Stechen um den Sieg erreicht. Auf der LET ist alles eine Nummer größer, aber die Kurpfälzerin zeigt auch im Kreise der europäischen Elite, welches Potenzial in ihr schlummert.
Nach einer 76 (+3) am ersten Tag musste Back liefern, um am Wochenende dabei zu sein. Und dies gelang. Mit drei Birdies bei nur zwei Bogeys blieb die College-Studentin unter Par und schob sich damit bis auf Rang 49 vor.
Entsprechend zufrieden war die 20-Jährige aus dem Junior Team Germany: „Es macht natürlich viel Spaß, hier zu sein, und das merke ich auch an meinem Golfspiel. Der zweite Tag war natürlich sehr gut, aber musste natürlich auch so sein, um den Cut zu machen. Ich habe viele Chancen liegen gelassen, aber auch meine guten Schläge belohnt. Den Cut zu machen, war natürlich auch ein Ziel, um das Wochenende zu erleben.“

Wetter

Das Wetter spielt im Süden von Hamburg auch kräftig mit. Die Athletinnen, die am Donnerstag erst am Nachmittag gestartet sind und somit am Freitag vormittags raus mussten, hatten zweimal deutlich schlechtere Bedingungen. Über viele Monate und Jahre gleicht sich das sicherlich aus, aber konzentriert auf ein Turnier kann dies im Klassement schon mal leicht unglücklich erscheinen. In diesem Fall ist es für Leonie Harm dennoch gut ausgegangen, denn mit 72 und 73 Schlägen ist die Athletin, die ihre sportliche Heimat im Sommer beim GC St. Leon-Rot hat, im Winter die Wärme der saudischen Kapitale Riad für ihr Training nutzt, ganz sicher im Cut und hat mit einem Gesamtscore unter Par sogar Anschluss an die oberen Ränge.
„Es war ein bisschen unglücklich, dass die Startzeitenblöcke vom Wetter her so unterschiedlich waren. Dafür kann niemand etwas, und die Hälfte des Feldes trifft es halt. Dann ist man immer ein bisschen schlechter gelaunt, wenn man betroffen ist. Ich habe mein Bestes gemacht, es irgendwie zusammengehalten. Die Rules Officials haben es sensibel gemacht und den Platz einfach ein bisschen kürzer gesteckt als ursprünglich geplant, um den Leuten, die den krassen Wind abbekommen haben, eine Chance zu geben, nicht komplett die Kontrolle über den Score zu verlieren. Das öffnet dann natürlich für den leichteren Swing mehr Birdie-Chancen. Die Grüns sind auch bedeutend langsamer, als ich erwartet hatte. Schauen wir mal, was da am Wochenende auf uns wartet“, war Leonie Harm mit dem Geschehen aber dennoch einverstanden.

Sattelkau nimmt Schwung mit

Celina Sattelkau, eine weitere Spielerin des GC St. Leon-Rot, ist mit 74 und 73 Schlägen auch sicher im Cut. Die Vorfreude auf die nächsten Tage auf der großen Bühne ist bei der Athletin, die ihre erste Saison als Profi spielt, deutlich zu spüren: „Es war sehr spannend vom Wetter. Regen und Wind – es war alles dabei, aber es hat bisher sehr viel Spaß gemacht. Der Platz ist auf jeden Fall eine Challenge. In den Practice Rounds war er noch deutlich länger, als er jetzt an diesen beiden Tagen gespielt wurde. Man hat viele Birdie-Chancen, wenn man den Ball gut trifft und ein bisschen nachdenkt. Auch mental ist das mit vielen Wasserhindernissen ein sehr anspruchsvoller Platz. Dazu noch die Waste Areas und sehr ondulierten Grüns. Ich versuche, das Positive von den letzten zwei Tagen mit ins Wochenende zu nehmen und weiterhin Birdies zu machen – vielleicht, wie heute auch, noch mal einen Eagle.“

 

Zwischenstand nach Runde 2:
1.    Helen Briem         -8
T8    Esther Henseleit         -4
T22    Carolin Kauffmann    -2
T22    Laura Fünfstück        -2
T27    Leonie Harm        -1
T27    Patricia Schmidt        -1
T36    Alexandra Försterling    Even
T43    Celina Sattelkau        +1
T49    Charlotte Back        +2
+++ CUT +++            +3
T65    Sophie Witt            +4
T65    Paula Schulz-Hanßen    +4
T83    Verena Gimmy        +6
T92    Helen Kreuzer        +7
T103    Chiara Noja            +8
T108    Kimberly Sommer    +9
T108    Christin Eisenbeiß    +9
128    Antonia Steiner        +21

 

Startzeiten am Samstag:
9.29 Uhr Charlotte Back
9.56 Uhr Celina Sattelkau 
10.29 Uhr Alexandra Försterling 
10.56 Uhr Patricia Schmidt 
11.18 Uhr Leonie Harm und Carolin Kauffmann
11.29 Uhr Laura Fünfstück
12.18 Uhr Esther Henseleit 
12.51 Uhr Helen Briem

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