Briem mit starker Auftaktrunde
Winsen/Luhe – Die erste von vier Runden der Amundi German Masters powered by VcG ist gespielt. Auch wenn zwischendurch ein Gewitter drohte, konnte ohne Unterbrechung zu Ende gespielt werden. Vier Spielerinnen teilen sich mit jeweils 68 (-5) Schlägen die Führung. Darunter: Helen Briem vom Stuttgarter GC Solitude.
Dies ist insofern besonders bemerkenswert, weil eine der großen Stärken der 19-Jährigen nur gebremst abgefordert wurde. Normal ist der Nordkurs von Green Eagle auch und gerade wegen seiner Längen gefürchtet, aber auf sechs Bahnen hatte die Spielleitung entschieden, die Tees teils bis zu 60 Meter kürzer zu stecken. Wo Patricia Schmidt und Helen Briem, die in der Regel die Proberunden gemeinsam spielen, am Vortag einen guten Driver und dann ein Wedge ins Grün hatten, reichte nun mitunter ein nicht ganz volles Rescue, um dann mit dem Wedge ins Grün zu spielen. Zwar reicht die Spreizung der Ergebnisse der Runde von fünf unter Par bis hin zu 15 über Par, aber ganz so selektiv, wie der Kurs vor den Toren Hamburgs oft daherkommt, war es an diesem Tag nicht.
Kürzer gesteckt
Insgesamt waren die Bedingungen gut, auch wenn es zwischendurch einige Stunden regnete, ehe die Sonne wieder auf die Athleten und ihre Fans brannte. Für eine Auftaktrunde waren viele Besucher rausgekommen, und so war der Support in vielen Gruppen stark. Insgesamt sind ja auch 17 Deutsche im Feld, bei denen oft Familie und Freunde die Chance nutzten, mal ein Turnier in heimischen Gefilden zu erleben. Als gute Nachricht für alle Fans des professionellen Damengolfs muss somit auch gelten, dass auch in den kommenden Jahren dieses Turnier stattfinden wird und der Standort in Winsen an der Luhe damit weiterentwickelt werden kann. Amundi zeigt damit seine starke und treue Verbindung zu dem mehr als sympathischen Tourgeschehen, bei dem die Athletinnen oft sehr nahbar sind und insgesamt eine familiäre Atmosphäre das Golferlebnis für viele Fans sehr angenehm macht.
Sportlich gesehen war die Runde von Helen Briem aus deutscher Sicht herausragend. Sieben Birdies muss man auf Green Eagle erst mal auf die Karte bringen, auch wenn auch zwei Bogeys notiert worden sind.
Solider Start für Weltstar
Esther Henseleit, die als Silbermedaillengewinnerin der Olympischen Spiele von Paris natürlich im Mittelpunkt des Interesses steht und zudem noch eine Art Heimspiel hat, startete von Tee 10 und legte erst mal zwei Birdies vor. Zwei unter nach zwei Bahnen – viel besser geht es nicht. Es folgten neun Löcher in Par, ehe der Norddeutschen, die im GC Am Meer in Bad Zwischenahn mit dem Golf begonnen hatte und danach im Hamburger GC Falkenstein sportlich aufwuchs, ein Bogey auf die Karte rutschte. Kurz danach stellte Henseleit den Score aber wieder auf „zwei unter“, und dabei blieb es auch bis zum Ende der Runde. Mit 71 (-2) Schlägen rangiert der Weltstar zunächst als zweitbeste Deutsche auf Rang 15.
„Es hat auf jeden Fall Spaß gemacht. Es war schön, so viele Leute schon am ersten Abschlag zu sehen, obwohl es ja echt früh heute Morgen war. Es war schön, auch so viele bekannte Gesichter vom Golfclub in Hamburg und aus meinem ersten Golfclub in Bad Zwischenahn zu sehen. Mein Spiel war okay, war ganz solide heute, war echt gut vom Tee. Meine Eisen waren nicht so gut, wie ich es gewöhnt bin, aber ich habe eben noch ein paar Bälle gehauen und bin auf jeden Fall bereit für die nächsten Tage. Die Wettervorhersage sieht aus, als ob es in den nächsten Tagen noch einiges schwieriger wird. Dann wird es einfach viel wichtiger, dass man wirklich gut ums Grün herum ist und den Score so zusammenhält. Mal schauen, wie schlimm der Wind wirklich wird“, ist die Olympionikin bestens vorbereitet.
Auch wenn Henseleit am Sonntag noch bei einem Major in den USA sehr erfolgreich gespielt hat, ist das Jetlag kein Thema mehr. Am zweiten Tag geht das Nordlicht um 13.03 Uhr von Tee 1 raus, sodass noch einmal etwas mehr Ruhe vor dem Start ist.
Titelverteidigerin
Alexandra Försterling hatte im Vorjahr bei Berlin das Turnier gewonnen und gehört auch in diesem Jahr zum engsten Kreis der Favoriten. Die Spielerin des G&LC Berlin-Wannsee hatte am ersten Tag eine späte Startzeit und hatte früh mit zwei Birdies ein Ausrufezeichen gesetzt. Ein Doppelbogey auf Loch 6 stellte den Score wieder auf Even, aber Försterling blieb cool. Mit Birdie auf Loch 12 ging es ins letzte Drittel der Runde.
Für die Galerie, direkt vor dem großen VIP-Zelt neben Grün 18, legte die 24-Jährige nach und lochte einen langen Putt zum Birdie, sodass am Ende ebenfalls die 71 (-2) stand. Am zweiten Tag muss die Athletin, die seit 2014 im Golf Team Germany alle Kader durchlaufen hat und aktuell zum Elite Team Germany gehört, früher aufstehen. Um 8.13 Uhr geht es von Tee 10 in die zweite Runde.
Morales am Mittag
Nachdem die frühen Startzeiten ihre erste Runde absolviert hatten, zog Chef-Bundestrainer Stephan Morales ein sehr positives Zwischenfazit:
„Ich finde, dass wir schon ein paar gute deutsche Ergebnisse in den Büchern haben, und ich hoffe, dass dann noch mehr dazukommen. Ich finde den Platz herausfordernd. Das Layout gefällt mir sehr, sehr gut, der Platz gefällt mir sehr, sehr gut. Ich bin glücklich mit dem, was den Athletinnen hier geboten wird.“







