„Das kann kaum eine andere Branche bieten“
Frau Rösner, Sie sind ehemalige Kader-Athletin und lebten einige Jahre in den USA, um zu studieren. Wie war diese Zeit und warum sind Sie wieder zurück in Deutschland?
Golf hat mich neben Skifahren und Tennis seit meiner Kindheit begleitet; ich bin durch meine Eltern dazu gekommen. Über Freunde, die wir im Urlaub kennengelernt hatten, bin ich dann mehr oder weniger in den Leistungssport gerutscht. Ab etwa meinem zehnten Lebensjahr hat mich die Begeisterung gepackt und Golf war für mich vor allem Training und Wettkampf. Später habe ich Sportmanagement in Florida studiert und für das Flagler College Golf gespielt, das ist eine sehr kleine Division-II-Uni in St. Augustine. Dort hat einfach das Gesamtpaket gepasst, weil ich ein gutes Team und ganzjährig gute Trainingsbedingungen hatte. Die Zeit in den USA war beruflich wie persönlich sehr bereichernd für mich. Diese Erfahrung war wertvoll, aber die Nähe zu Familie und Freunden sowie verlässliche Strukturen haben mich zur Rückkehr in die Heimat bewogen. Als ich wieder nach Deutschland kam, war klar, dass es für mich in den Bereich Clubmanagement gehen würde. Als Saarländerin hatte ich immer Kontakt zum Golfpark Weiherhof, wo ich seit März 2024 arbeite und mich die Geschäftsführung sehr bei meinen Weiterbildungsmaßnahmen unterstützt.
Stichwort Fortbildung: Wie sind Sie auf die Möglichkeiten aufmerksam geworden und inwiefern half Ihnen das Studium?
Vom Gesamtpaket her war mir eigentlich von Anfang an klar, dass ich meine Ausbildung beim Deutschen Golf Verband machen möchte. Welche Optionen es gibt, darüber habe ich mich zunächst online informiert. Da erkennt man ja sehr gut und schnell, wie die Anforderungsprofile aussehen, welche Inhalte sie hat und wie hoch der zeitliche Aufwand ist. Den Golfsekretär (DGV) habe ich übersprungen und hätte wegen meines Studiums in den USA direkt mit dem Golfbetriebswirt (DGV) starten können. Ich wollte aber mit dem Golfbetriebsassistenten (DGV) beginnen, da zum einen die Blöcke direkt aufeinander aufbauen und weil ich mir genügend Zeit geben wollte, alles mitzunehmen.
Sie haben die Gestaltung bzw. die Struktur der DGV-Ausbildung angerissen. Erzählen Sie uns mehr zum zeitlichen Aufwand, die Module und Unterschiede zum Studium?
Sehr gut finde ich, dass es während der Ausbildung ein Mix aus Präsenz- und Online-Teil war. Ich bin zwar ein großer Fan von Präsenzveranstaltungen, aber durch die doch recht zeitaufwändige Tätigkeit auf der Golfanlage ist der Unterricht über die Online-Plattform des DGV doch ein großer Vorteil und schafft sehr viel Flexibilität. Der interne Austausch und die Interaktion mit den Referenten und Mitschülern waren ebenfalls sehr gut, weil es eine kleine Gruppe von etwa zehn bis zwölf Personen war und weil man über in Blöcke eingeteilten Präsenz-Unterricht doch wieder tiefer und detaillierter eintauchen konnte. Sehr gut fand ich auch die Kombination der Themen: Finanzen, Marketing, Spielbetrieb und Mitgliederbetreuung. Unser Job ist nun mal sehr vielseitig. Der Unterschied ist, dass Studium sehr breit aufgestellt und auf viele Sportarten ausgerichtet ist. Der Vorteil beim DGV ist, dass alles auf die Golfbranche angepasst ist und viele praktische Beispiele und konkrete Bereiche herausgearbeitet werden.

Was war Ihr Highlight in der Ausbildung zum Golfbetriebsassistenten (DGV)?
Den praxisnahen Austausch während der Ausbildung fand ich extrem wertvoll. Da gibt es längst keine Frontalbeschallung mehr. Es wurde sehr vieles in der Theorie besprochen, an die sich meist ein sehr reger Austausch angeschlossen hat. Aus diesen Diskussionen heraus konnten alle sehr viel mitnehmen. Von den Erfahrungen der Referenten, aber auch von den Erfahrungen untereinander konnte man sehr viel lernen, zumal wir alle das gleiche Ziel verfolgen, den Golfsport in Deutschland weiter zu entwickeln, professioneller aufzustellen und den anstehenden und immer größer werdenden Herausforderungen gewachsen zu sein und sie zu meistern.
Welche waren Ihre Prüfungsinhalte und was ist eigentlich der Unterschied zwischen Golfbetriebsassistent und Golfbetriebswirt (DGV)?
Das teilt sich in einen schriftlichen und einen mündlichen Teil auf, durch die alle Bereiche geprüft und abgefragt werden: Marketing, Spielbetrieb, Kundenbetreuung, Finanzen und so weiter. Da ging es doch sehr in die Tiefe, aber es war alles gut machbar. Beim Golfbetriebswirt sind die Anforderungen noch etwas höher. Für die Teilnahme an dieser Ausbildung sollten kaufmännisches Hintergrundwissen, zum Beispiel aus einem Studium oder ähnliches, und eine mehrjährige Erfahrung auf einer Golfanlage vorhanden sein. Zudem sind die Module beim Golfbetriebswirt (DGV) umfangreicher und umfassen mehr Lernstoff und zusätzliche Themen aus dem Bereich Unternehmensführung wie beispielsweise Controlling, strategische Planungen und Platzpflege. Letzteres halte ich für ein sehr wichtiges Thema - gerade in einer Zeit, in der wir in Bezug auf große, klimatische Herausforderungen auf Golfanlagen einiges zu tun haben. Und es muss beim Golfbetriebswirt eine Abschlussarbeit geschrieben werden.
Es tut sich was am Weiherhof
Warum ist eine Golfanlage ein perfekter Arbeitsplatz und was macht den Weiherhof so besonders?
Dafür gibt es viele Gründe. Ich kann den Alltag mitgestalten, meine Erfahrungen einbringen, kann dazu beitragen, dass andere Menschen die Begeisterung für den Sport erfahren, die mich schon ein Leben lang begleitet. Für mich sind die Vielfalt und der Kontakt mit Menschen ein riesiger Bonus. Dazu das Arbeiten in herrlicher Natur, das Sportliche – das alles in Kombination kann kaum eine andere Branche bieten. Der Weiherhof ist eine tolle, wunderschöne Anlage, die noch sehr viel Potenzial bietet. Es gibt 27 Löcher und in den vergangenen Jahren hat sich sehr viel getan. Wir haben ein Hotel und eine steigende Zahl an golfenden Kindern und Jugendlichen, die wir mit Spaß am Sport und an der Bewegung ausbilden und weiterentwickeln wollen. Wir verbinden hier viele Bereiche vom touristischen Anstrich bis zum Sportlichen. Unsere Herren sind gerade in die Regionalliga aufgestiegen. Wir haben Feriencamps veranstaltet sowie am Projekt Abschlag Schule teilgenommen. Zudem verfügen wir über gute Trainer, die junge Menschen und auch deren Eltern begeistern können. Es tut sich was bei uns am Weiherhof.
Was macht Vivien Rösner, wenn sie gerade nicht auf der Golfanlage arbeitet oder Golf spielt?
Tatsächlich ist mein Golfspiel in letzter Zeit etwas weniger geworden, was vielleicht nicht schlecht war. Die Pause habe ich gebraucht und so konnte ich mich auf die berufliche Karriere konzentrieren. Sonst verbringe ich gerne Zeit mit Freunden, fahre im Winter sehr gerne Ski, lebe mich kreativ etwas mit Malerei aus und bin gerne draußen mit unserer Berner-Sennen-Hündin Bella. Das ist für mich Ausgleich und Erholung, wobei ich glücklicherweise auch sagen kann, dass ich immer wieder gerne zur Arbeit in den Golfpark Weiherhof gehe.
Viel Erfolg weiterhin und besten Dank für das Gespräch!
Hinweis: Die Präsenzphase Golfbetriebsassistent beginnt am 8.12. und die des Golfbetriebswirts am 7.1.26. Für beide Ausbildungen sind noch Plätze frei.









