Partner des DGV

Golf kannst du spielen bis ins hohe Alter. Dr. Herbert Will (wurde am 7. März 2026 100 Jahre alt) ist das beste Beispiel. | © Privat

Golfen mit 100 ist „wunderbar kommunikativ“

Ein perfekter Tag beginnt für Herbert Will aus Dülmen mit einer Runde Schwimmen im privaten Pool. Irgendwann geht's raus aus dem Wasser und rauf aufs Fairway, denn der Senior aus NRW liebt Golf. „Wenn es das Wetter zulässt, gehe ich unter der Woche fast jeden Tag“, erzählt er. Dann trifft er Freunde – und den Ball, denn trotz seines doch stattlichen Alters ist Herbert Will immer noch ein sehr passabler Golfer. Turniere spielt er zwar nicht mehr, aber auf dem Platz seines G&LC Nordkirchen ist er regelmäßig unterwegs. Entweder im Cart oder er schiebt seinen E-Trolley vor sich her. „Ich sehe das als Vorstufe zum Rollator“, sagt er. Den Humor lässt er sich auch mit fast 100 nicht nehmen.

 

Als Herbert Will in Dortmund zur Welt kommt, steckt Deutschland noch in der Weimarer Republik. Es ist das Jahr 1926, in dem auch Elizabeth II., Marilyn Monroe und Fidel Castro geboren werden. „Es war eine schwierige Zeit, später war ich als Soldat im Krieg und schließlich in Gefangenschaft“, erzählt Will. Er überlebt, kehrt nach Deutschland zurück, holt das Abitur nach, studiert Mathematik, Physik und Chemie. Schließlich erhält er einen guten Job in einem Ingenieurbüro, ist fleißig und gründet eine Familie. Es sind Jahre des Wiederaufbaus und des Wachstums.

 

Mit Golf hat er zunächst aber so gar keinen Kontakt. Das kommt erst, als er gegen Ende seiner beruflichen Laufbahn mit Ehefrau in die USA auswandert. In New Jersey leben sie gut, Ronald Reagan ist Präsident und die US-Kollegen nehmen ihn schließlich mit auf den nicht weit entfernten Upper Saddle River Golf Course. „In Amerika ist Golf ja noch viel verbreiteter als bei uns. Also habe ich Trainerstunden genommen und Gefallen daran gefunden.“ Golf entwickelt sich zu seiner Leidenschaft – und wie sich herausstellt: zu seiner Lebensversicherung.

Beim Golf bewegt man sich, ist an der frischen Luft und hat Kontakt zu Menschen. Das genieße ich in meinem heute hohen Alter und vielleicht ist das auch der Schlüssel, warum ich überhaupt so alt werden durfte.“ Kurz vor der Rente kehren die Wills zurück nach Deutschland, um die Enkel aufwachsen zu sehen. Inzwischen gibt es auch schon drei Urenkel. „Ich war auch schon mit meinem Enkel auf dem Golfplatz unterwegs und im letzten Jahr haben wir mit Familie gemeinsam Golfurlaub in der Lüneburger Heide gemacht“, erzählt Herbert Will, dessen Frau vor 17 Jahren verstarb.

 

Im Golf- und Landclub Nordkirchen findet er schnell Anschluss. Und über den westfälischen Seniorenkreis gewinnt er weitere Freunde dazu. Gemeinsam mit seinem 92-jährigen Golfgefährten gehört der Dr. der Naturwissenschaften zu den fleißigsten Aktiven des Clubs. „Ich genieße das immer noch, wenn im Frühjahr die Kirschbäume blühen und die Wildgänse vorbeischauen. Herrlich.“ Klar geht es ihm inzwischen weniger um den Score als vielmehr um die Bewegung an der frischen Luft. Und nach der Runde freut er sich auf einen kühlen „Golfer“ auf der Clubterrasse, um mit Mitspielern und Freunden zu plaudern. „Golf ist wunderbar kommunikativ.“

Geburtstagsfeier mit Familie

Und was passierte zu seinem runden Geburtstag? Am 7. März 2026 wurde Herbert Will 100. Der Chemiker rechnete mit nichts, gab sich diplomatisch und souverän. „Ich plane nichts, denn wahrscheinlich werde ich verplant“, sagte er. Gefeiert wurde mit Familie, den zwei Töchtern, ihren Partnern, den vier Enkeln und drei Urenkeln. Aber auch im G&LC Nordkirchen ließen sie ihren Herbert hochleben.

 

An eine besondere Begegnung mit ihm erinnert sich Nordkirchens Pro Andreas Rössler, der sich altersmäßig irgendwo in den frühen 60ern bewegt. „Ich habe ihn 2025 gefragt, ob wir nächstes Jahr auf seinen 100. anstoßen werden und er meinte nur trocken: ,Ich werde es erleben, aber ich weiß nicht, ob du es bis dahin schaffst'“. Der Humor ist ihm geblieben. Die Liebe zum Golf sowieso, denn: Auch im dreistelligen Alter möchte Herbert Will raus auf den Platz. So oft es geht. Aber erst, wenn er mit Schwimmen fertig ist.

Weiteres zum Thema

Tipps der Redaktion