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Ein Blick auf das zehnte Loch im Riviera Country Club. | © 2026 Getty Images

Jedes Loch im Riviera Country Club

Der Riviera Country Club ist weit mehr als nur ein traditionsreicher Austragungsort: Er ist ein Prüfstein für die besten Golferinnen und Golfer der Welt. Vor der kommenden US Womens Open rückt der legendäre Platz in Pacific Palisades erneut in den Fokus. Kaum ein anderer Kurs vereint strategische Vielfalt, architektonische Raffinesse und spielerische Fairness so eindrucksvoll wie dieses von George C. Thomas Jr. geschaffene Meisterwerk.

 

Im Profigolf heißt es oft, dass bestimmte Spielertypen auf bestimmten Plätzen im Vorteil sind: Fade-Spieler hier, Draw-Spieler dort. Der Riviera-Kurs widersetzt sich dieser Logik. Der Kurs verlangt Anpassungsfähigkeit, Kreativität und Mut. Genau das macht ihn so beliebt – und so gefürchtet.

 

Seit Jahrzehnten ist Riviera Heimat des Genesis Invitational und genießt unter Profis den Ruf, „hart, aber fair” zu sein. Legenden wie Ben Hogan, Arnold Palmer oder Phil Mickelson haben hier bereits mehrfach triumphiert. Der Schlüssel liegt darin, dass jeder Schlag Optionen eröffnet: Angriff oder Zurückhaltung, Risiko oder Kontrolle.

Die Front Nine – Ein ständiger Strategiewechsel

Schon das Eröffnungsloch setzt den Ton: Es ist ein kurzes, erreichbares Par 5, das Birdie-Chancen bietet, aber vom erhöhten Abschlag aus Präzision verlangt. Direkt im Anschluss folgt mit Loch zwei das schwerste Loch des Platzes, was einen brutalen Kontrast darstellt.

 

Riviera spielt mit der Wahrnehmung. Bunker wirken näher oder weiter entfernt als sie tatsächlich sind. Die Grüns sind diagonal angelegt, die Fairways geschwungen und von Kikuyu-Gras gesäumt. Dieses Gras ermöglicht perfekte Lagen, aber auch unangenehme Überraschungen.

 

Besonders markant:

 

  • Loch vier mit einem riesigen Bunker, der größer ist als das Grün selbst.
  • Loch fünf mit einem künstlichen Hügel, der die Sicht erschwert.
  • Loch sechs, ein kurzes Par 3 mit einem Bunker mitten im Grün, auch „Donut-Hole“ genannt.

Die Back Nine – Ikonen und Entscheidungen

Die zweiten neun Löcher bieten einige der bekanntesten Herausforderungen im Golfsport.

 

  • Legendär ist das zehnte Loch: ein kurzes, oft erreichbares Par 4 mit einem winzigen Grün, das von Bunkern umgeben ist. Hier liegen Risiko und Belohnung extrem nah beieinander.
  • Loch elf bietet eine der letzten echten Birdie-Chancen, bevor es technisch anspruchsvoller wird. Die Löcher zwölf und 13 verlangen unterschiedliche Flugkurven – Fade und Draw – und demonstrieren die Ausgewogenheit des Designs von Thomas.
  • Ein besonderes Highlight ist Loch 15, das von Architekten als eines der besten Par 4 der Welt bezeichnet wird. Das schwer lesbare Grün und die strategisch platzierten Hindernisse machen es zu einer echten Herausforderung.

Die Schlusslöcher verlangen noch einmal alles:

 

  • Loch 17 ist ein langes Par 5 mit zahlreichen Fairwaybunkern und belohnt strategisches Course Management.
  • Loch 18 ist eines der ungewöhnlichsten Finallöcher im Golf: ein blinder Abschlag, ein geneigtes Fairway und ein amphitheaterartiges Grün, das wie geschaffen ist für große Momente.

Ein zeitloses Meisterwerk

Was den Platz Riviera so besonders macht, ist seine Zeitlosigkeit. Seit seiner Eröffnung im Jahr 1927 hat sich die Anlage als erstaunlich resistent gegenüber technologischen Entwicklungen erwiesen. Moderne Schläger und Bälle haben ihn nicht entwertet – im Gegenteil: Seine strategische Tiefe bleibt erhalten.

 

Für die Teilnehmerinnen der US Womens Open bedeutet das: Es gibt keinen einfachen Weg. Jede Entscheidung zählt, jeder Schlag verlangt Überlegung. Riviera belohnt nicht einen bestimmten Spielstil, sondern die Fähigkeit, viele zu beherrschen. Oder, wie es oft heißt: Dieser Platz bevorzugt niemanden, aber er entlarvt jeden.

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