Deutscher Meister 2025: GC Hösel
Deutscher Meister 2025: GC Hösel | © DGV/Heigl

Hösel gelingt die Sensation

West gegen West im Münchener Süden. Nur etwa 15 Kilometer Distanz trennen die beiden Clubs aus Hösel und Hubbelrath. Beide Mannschaften hatten sich mit deutlichen Siegen für die Partie um Gold qualifiziert. Die Hubbelrather dominierten mit einem imposanten Auftritt den Titelverteidiger aus St. Leon-Rot, während sich die Herren vom GC Hösel in einer höchst spannenden Begegnung gegen den Münchener GC durchsetzen konnte.

 

Die Rollen waren vor dem Endspiel beim Final Four 2025 klar verteilt. Hösel-Coach Dawie Stander betonte die Underdog-Rolle, die sein Team bei diesem Turnier bekleiden wollte. Während seine Mannschaft das erste Mal überhaupt in einem Spiel um Gold beim Final Four antrat, wollten die Hubbelrather auf der anderen Seite den insgesamt sechsten Final-Four-Titel perfekt machen.

Hösel startet stark

Die Vierer am Morgen liefen in die Richtung des vermeintlichen Außenseiters. Die ersten drei Punkte gingen allesamt knapp an die Finaldebütanten. Den ersten sicherten sich DP-World-Tour-Profi Jannik de Bruyn und Clemens Decker mit 2 auf über die beiden Golf-Team-Germany-Spieler Peer Wernicke und Tom Haberer. Thomas Georg Schmidt mit Laurenz Schiergen, die bereits am Vortag als Duo überzeugt hatten, holten mit 2&1 über Emil Riegger und Richard Saunders prompt den zweiten Punkt für Blau. Da auch die Partie zwischen Ulrich Max Holschbach und Marcus Tönnessen gegen das Hubbelrather Duo Tim Kretschmann und Wolfgang Glawe mit dem gleichen Ergebnis endete, war der Traumstart perfekt.

 

Ein packender Thriller spielte sich in der letzten der Vierer-Begegnung ab. Erst am letzten Loch sicherten sich Cedric Otten und Yannick Malik mit dem spielentscheidenden Lochgewinn einen Punkt gegen Fynn Wacker und Nick Spillmann. Es war ein Punkt, der nicht nur den Rückstand verkürzte, sondern auch das Potential hatte, zusätzliche Energie für die Einzel freizusetzen.

Haberer holt ersten Punkt

Tatsächlich konnte Tom Haberer den Schwung nach der Mittagspause in den Einzeln aufnehmen. Der 21-Jährige Leistungsträger benötigte nur 13 Löcher, um sich mit 6&5 über Paul Borowski durchzusetzen. „Der Plan war, die Fahne zu tragen und die Stimmung zu setzen”, verriet der Nationalspieler, der an der Wake Forest University studiert. „Diesen Auftrag konnte ich erfüllen.” Dabei wies Haberer im Interview auch auf die zahlreichen imposanten Comebacks hin, die sich in der Clubgeschichte bereits ereignet hatten.

 

Thomas Georg Schmidt konnte durch seinen 3&2-Sieg das im Lochspiel so oft zitierte Momentum aber schnell abschwächen. Zwar konnte Emil Riegger mit einem abschließenden Birdie einen hart umkämpften Punkt (1 auf gegen Marcel Zillekens) erringen und auf 4 zu 3 verkürzen, doch die Zwischenstände in den übrigen Partien ließen erahnen, dass es an diesem Sonntag schwer werden würde mit dem sechsten Hubbelrather Titelgewinn.

 

Spätestens nachdem Laurenz Schiergen per Birdie auf der 18 mit 2 auf gegen Yannick Malik gewinnen konnte, sprach vieles für die Höseler Titelpremiere. „Ich habe super solide gespielt”, kommentierte Schiergen, der in Texas studiert. „Hinten raus wurde es nochmal eng, da Yannick drei Birdies gemacht hat, aber zum Glück konnte ich den wichtigen Punkt holen.”

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De Bruyn verwandelt den Siegputt

Der Punktegarant beschrieb in der Folge, was das Team, das die Abende hauptsächlich mit Kartenspielen beschäftigt war, an diesem Wochenende so stark machte. „Alle haben uns hier als viertbeste Mannschaft gesehen, aber wir sind ein cooles Team und haben an uns geglaubt. Wir haben sehr junge Spieler, aber auch einige, die bereits seit 15 Jahren mit dabei sind. Es passt gut zusammen und bringt uns allen viel Spaß.” Das war sie wieder, die viel zitierte Underdog-Rolle.

 

Wie viel allen Beteiligten dieser erste Meistertitel bedeutet, wurde nur wenige Minuten später sichtbar. Jannik de Bruyn, normalerweise auf der DP World Tour aktiv, ließ sich im Endspurt nicht beirren und setzte auf der 16 den Schlusspunkt einer unwirklichen Heldengeschichte. Er lochte seinen Putt zum Birdie und Sieg über Laurenz Meifels – und bescherte Hösel den Pokal. „Ich wusste der Putt ist zum Sieg, deshalb war Druck drauf, aber zum Glück ist er noch reingefallen”, kommentierte der Profi, der sich auch auf eine anstehende Reise freute. „Unser Trainer kommt aus Südafrika und hat uns eine Golfreise in seine Heimat versprochen, wenn wir den Titel holen. Das muss er natürlich einlösen.”

Stander lädt zum Heimat-Trip

Ein Einsatz, den Stander, der das Team zum größten Triumph der Clubgeschichte führte – und kurioserweise seit 23 Jahren auch im GC Hubbelrath als Trainer aktiv ist, gerne einlösen wird. „In dieser Woche bin ich zu 100 Prozent Höseler”, stellte er klar und ergänzte: „Das alles ist unbeschreiblich. Ich bin so froh für diese Mannschaft. Es ist das beste Team, das man sich vorstellen kann. Ich habe jedem das Vertrauen gegeben – und jeder hat das getan, was getan werden musste.”

 

Noch während der TV-Übertragung bekam das Team aus Hösel von Claus Kobold, Präsident des DGV, den Pokal überreicht. Der Endstand: 7,5 zu 4,5. „Herzlichen Glückwunsch an die beiden neuen Deutschen Mannschaftsmeister – GC St. Leon-Rot und GC Hösel zu diesem verdienten Triumph! Und es freut mich besonders, heute schon verkünden zu können: Auch 2026 kehrt das Final Four an diesen großartigen Austragungsort zurück."

 

Ergebnisse “Finale”

 

Fest steht: Sollten sich die neuen Deutschen Mannschaftsmeister 2026 erneut für die besonderen Tage am Riedhof qualifizieren, werden sie nicht mehr als Underdogs durchgehen.

Bronze geht nach St. Leon-Rot

Im Spiel um Bronze konnte sich nach einem hochspannenden Verlauf der GC St. Leon-Rot durchsetzen. Die Titelverteidiger hatte sich bereits in den Vierern einen Vorsprung von 3:1 herausgearbeitet und brachte in ausnahmslos engen Einzelpartien den Sieg gegen den Münchener GC über die Ziellinie. Am Ende hieß es 7 zu 5 für Kurpfälzer.

 

„Das Spiel um Platz drei war eine Charakterfrage”, erklärte St-Leon-Rot-Coach Benjamin Schlichting. „Nach unserem Ausscheiden am Samstag gab es eine Ansprache und einen Schulterschluss. Wir haben es mit einer Energieleistung geschafft, München zu schlagen und sind bei aller Wertschätzung für das gegnerische Team froh, dass uns das gelungen ist. Es war ein schöner Abschluss mit dem dritten Platz, auch wenn unser Ziel ganz klar der Titel war.”

 

Ergebnisse “Spiel um Bronze”
 

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