Der Süden rockt die Halbfinals
So stellt man sich einen Geburtstag vor. Sebastian Buhl hatte am Vortag zum Final Four im GC München-Riedhof noch seinen 41. gefeiert. Mit Freunden und Mannschaft. Alles in Maßen, denn am Samstagmorgen mussten die Damen aus dem GC St. Leon-Rot fit sein für das Halbfinale gegen den Meister aus Hamburg. In den Vierern am Vormittag lief's noch ausgeglichen. Mit einem 1,5:1,5 ging's in die Einzel am Nachmittag – und in diesen schnürten die SLR-Mädels das erste Geschenkpackerl in Oberbayern für ihren niederbayerischen Trainer.
„Ich bin super happy und froh, dass wir diese Partie für uns entscheiden konnten. Hamburg ist immer sehr unangenehm zu spielen. Die sind zwar sportlich-fair, aber giftig und geben bis zum Schluss alles. Da darfst du dir keine Fehler erlauben“, so Buhl. Die entscheidenden Punkte zum 5,5:3,5-Sieg über den Vorjahres-Meister holten Charly Back (2&1 gegen Theresa Quasdorf) und Chiara Horder (3&2 gegen Maike Schlender). In der Tat hatte Hamburg in München fast ein Heimspiel, denn die Fans aus der Hansestadt waren im Halbfinale am lautesten. Der Sieg ging diesmal an St. Leon-Rot, das sich erfolgreich für die Final-Niederlage aus dem Vorjahr revanchierte. Auf dem Weg zum Turnierbüro, um die Aufstellungen für das Endspiel am Sonntag abzugeben, liefen sich die beiden Erfolgscoaches aus dem Süden entgegen – und in die Arme. „Süd! Süd! Süd!“ skandierten Buhl und Stuttgarts Coach Heiko Burkhard.
Es wird also ein reines Süd-Finale bei den Damen geben. „Die drei Siege in den Vierern waren heute der Grundstein. Das hat uns das Momentum für die Einzelpartien gegeben. Spannend deswegen, weil wir in den Vierern in der DGL-Saison eigentlich immer etwas geschwächelt hatten“, so Solitude-Coach Burkhard. Den entscheidenden Punkt holte am Ende Eva Ringwald in der Partie gegen den Ersten aus dem Norden, den G&LC Berlin-Wannsee. Burkhard: Plan war, vorne raus mit Uma Bergner, Eva Ringwald und Yana Beeli stark aufgestellt zu sein, um früh alles klar zu machen.“ Taktik aufgegangen. Das Team aus Schwaben setzte sich 6,5:2,5 recht deutlich durch.
Groß Zeit zum Feiern gibt es für beide Finalisten jedoch nicht. Im Finale am Sonntag steht der Showdown mit den beiden Südvertretern an. Bis dahin werden die Muskeln entspannt, die Marschrichtung für das Gold-Duell besprochen und dann früh zu Bett gegangen. Team SLR möchte dann gerne das Schleifchen ums Geburtstagsgeschenk binden. Burkhard hat allerdings etwas dagegen: „Wir verstehen uns wirklich gut, haben uns während einer langen DGL-Saison oft genug gebattelt, aber es tut mir leid für Buhli, morgen gibt’s keine Geschenke, das bekommt er ein anderes Mal von mir.“
Fünfmal hatten St. Leon-Rot und Stuttgart in der 1. Bundesliga Süd miteinander zu tun. Fünfmal hatte Team SLR die Nase vorn. Am Sonntag ist Finale. Matchplay. Ryder-Cup-Feeling. Das ist etwas anderes als Zählspiel an den „normalen“ Spieltagen. Und das Duell um DM-Gold wird ohnehin alles andere als normal, denn: Erstmals wird es am Sonntag ab 16 Uhr neben dem Livestream auf deutschegolfliga.de nicht nur eine TV-Berichterstattung auf Sky, sondern auch im Free-TV auf Sport1 geben (ab 16 Uhr). „Auf diese neue Situation werden wir die Mädels gut vorbereiten, wenn etwas mehr Kameras auf dem Platz unterwegs sind und On-Course-Interviews geführt werden“, so Burkhard.
Dann schaut ganz Golf-Deutschland zu, wenn es um den Titel geht. Der Süden im Endspiel unter sich. Die beiden Teams aus der Nord-Staffel werden dann um Bronze kämpfen. Los geht’s um 7:30 Uhr mit den Vierern an Tee eins (Finale) und Tee 10 (Match um Bronze). Der Eintritt ist frei; die Public Area im GC München-Riedhof lockt mit einem bunten Programm und allerlei kulinarischen Leckerbissen.






