In nur fünf Jahren von der Landes- in die 1. Bundesliga
Glückwunsch zum Aufstieg in die 1. Bundesliga. Wie habt ihr das Relegations-Match gegen Neuhof erlebt? Wie waren Platz und Gegner und wie wurde anschließend gefeiert?
Wir mussten davon ausgehen, dass Neuhof doch den einen oder anderen Vorteil hat. Einmal standen sie nicht zum ersten Mal in einem Aufstiegsspiel und dann kannten sie den Platz in Frankfurt sicherlich auch schon besser aufgrund der räumlichen Nähe. Weswegen wir dann doch die eine oder andere Proberunde mehr gespielt haben. Zum Start der Matches hat man es den Teams schon ein bisschen angemerkt, was auf dem Spiel steht. Vielleicht konnten wir die Nervosität schneller ablegen. Auf jeden Fall waren die Neuhofer ein starker aber jederzeit fairer Gegner. Der Platz hat sich in sehr gutem Zustand präsentiert, was knapp zwei Wochen nach den Europameisterschaften eine starke Leistung war. Als klar war, dass uns der Sieg nicht mehr zu nehmen ist, kam erst mal die Erleichterung und dann neben dem 18. Grün die wohlverdiente Champagner-Dusche. Mittlerweile ist es eine kleine Tradition bei uns, die Saison im Herbst in Golf Son Gual auf Mallorca ausklingen zu lassen. Da werden wir es dann sicherlich nochmal ordentlich krachen lassen.
Damit krönt euer Team eine grandiose Saison und eine phänomenale Reise, die vor fünf Jahren in der Landesliga begonnen hat. Im Resümee: Was waren über das Jahr 2025 die Gründe bzw. Garanten für euren Erfolg?
Genaugenommen startete die Reise schon 2019 in der DGL-Gruppenliga. Bis auf 2024 sind wir jede Saison aufgestiegen. Die Extrarunde in der 2. Bundesliga hat uns im Rückblick in meinen Augen gutgetan. 2025 waren wir konstanter in den Ergebnissen. Der Garant für den Erfolg war für uns immer die Chemie im Team. Wir waren und sind extrem darauf bedacht, insbesondere bei Neuzugängen, die DNA der Mannschaft beizubehalten. Rund die Hälfte des 2025er-Kaders hat auch schon in der Gruppen- und Landesliga für uns abgeschlagen. Und mit dem Engagement von Peter Wolfenstetter und seiner Erfahrung als Coach haben wir nochmal einen riesigen Schritt gemacht.
Wie war die Unterstützung des Clubs im Lauf der Saison? Wie stark der Support von Mitgereisten beim Relegationsmatch?
Wir waren sehr happy, so viele bekannte Gesichter aus dem Club in Frankfurt zu sehen. Von den Mitgliedern über die Geschäftsstelle bis hin zum Greenkeeper haben alle mitgefiebert. Und die, die nicht dabei sein konnten, saßen zu Hause am Livescoring. Das Standing des Teams bei den Clubverantwortlichen könnte nicht besser sein. Sowohl unser Präsident als auch unser Sponsor haben keinen einzigen Spieltag verpasst und wir sind wirklich sehr dankbar für die Unterstützung.
Liga eins ist Neuland für den Club. Wie werden sich Team und Stab in der DGL-Saison 2026 verändern und wie stellt man sich als Aufsteiger auf die Matches gegen die „Großen“ aus St. Leon-Rot, München und Frankfurt ein?
Bisher waren wir es gewohnt, nach fast jedem Spieltag oben zu stehen. Wir werden dem sicher mit einem gesunden Maß Respekt und einer ebenso großen Portion Selbstbewusstsein begegnen. Wir gehen jetzt nach einer kleinen Sommer- und Feierpause sehr zügig in die Planung für 2026. Vor allem im mentalen Bereich wollen wir uns noch Verstärkung ins Boot holen. Kader technisch sind wir sicherlich offen für ein bis zwei Neuzugänge, wenn die bereits erwähnte DNA passt. Wenn wir unser Potenzial abrufen können, bin ich mir sicher, dass wir schnell Fuß fassen werden in der 1. Bundesliga.
Verstärkung im mentalen Bereich
Mit Augsburg, München und euch befinden sich 2026 erstmals in der DGL-Geschichte drei bayerische Teams in Liga eins. Wie ist es um die Rivalität der drei Bayern bestellt?
Ohne Frage ein toller Erfolg für den Landesverband. Mit den Jungs aus dem MGC verstehen wir uns gut. Mittlerweile kennt man sich da etwas besser, nachdem wir den Titel um die Bayerische nun wiederholt untereinander ausgemacht haben. Und auf dem Augsburger Platz haben wir aus der Saison 2024 noch etwas gutzumachen. Da wollen wir nächstes Jahr bessere Antworten parat haben also noch zwei Jahre zuvor.
Wie schätzt du das Leistungsniveau in der DGL ein und welche Bedeutung hat das Ligasystem für das deutsche Leistungs-Golf?
Das Niveau ist definitiv hoch. Bei den strukturellen Rahmenbedingungen sehe ich allerdings noch Verbesserungspotenzial. Wenn es das Ziel ist, die stärkst mögliche Liga zu spielen, sehe ich drei Bereiche, in denen wir besser werden können: Einmal das Thema Pros. Wenn man wie wir oder auch die anderen Bundesliga-Clubs Spieler entwickelt und diese dann die Profikarriere anstreben, stehen wir Manager und Coaches immer mit einem lachenden und einem weinenden Auge da. Vielleicht findet man da noch einen besseren Weg, lang gediente Amateure aus dem eigenen Club, die dann ins Profilager wechseln, weiter einsetzen zu können. Dann die Terminierung der internationalen Turniere wie der European Mid-Am. Das ist jedes Jahr für die deutschen Athleten ein Balanceakt. Hier würden wir als Clubs, aber auch vor allem die Spieler, uns freuen, wenn der Verband stärker auf die EGA einwirkt. Ich denke, es hilft dem Leistungsniveau aller Spitzenclubs, wenn die Spieler viel internationale Erfahrung sammeln können, ohne dafür auf DGL-Spieltage verzichten zu müssen. Und dann wäre da noch das College-Golf als ganz eigenes Thema. Solange wir hier auf dem Kontinent keine passenden Antworten haben, sollten wir vielleicht auch da am Terminkalender etwas drehen. So hätten wir Clubs die Möglichkeit, immer die besten Teams aufzustellen und man würde auch einen noch stärkeren Beitrag zum deutschen Spitzen-Golf leisten.
Das Aufstiegsspiel ist Matchplay. Euch scheint dieses Format zu gefallen und zu Höchstleistungen zu pushen. Ist das Final Four für euch nur Träumerei bzw. ist das mittel- bis langfristig für Habsbergs Herren überhaupt möglich?
Kurz- und mittelfristig sicherlich im Bereich der Träumerei. Wir haben unser großes Ziel Bundesliga jetzt erreicht und darüber sind wir super glücklich. Aber wer weiß, vielleicht halten wir, nachdem wir Fuß gefasst haben, Ausschau nach dem nächsten Gipfel.
Hösels Herren sind mit ungeheurem Teamgeist, rosa Socken und KI aufgestiegen. Was passiert bei euch in den kommenden Monaten? Geht auch ihr neue Wege in Sachen Trainingsmethoden und gibt es auch bei euch etwas Besonderes, was voll und ganz für euch steht?
Wir werden auf jeden Fall unsere Sponsoren wieder mit ins Trainingslager nehmen. Die waren 2025 zum ersten Mal dabei und es hat auf jeden Fall Glück gebracht – auch wenn sie die eine oder andere Range-Session mit Coach Peter Wolfenstetter gegen einen Spa-Besuch getauscht haben. In der Teamführung gehen wir einen etwas anderen Weg als die etablierten Teams. Wir, Peter Wolfenstetter als Coach, Christian Stibor als Captain und ich, teilen uns die Aufgaben untereinander auf, das bringt immer gleich mehr Perspektiven an den Tisch und insgesamt eine gute Balance. Die würde ich ganz gerne beibehalten.
Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die DGL-Saison 2026!







