Die LET-Stars zu Gast im Norden Deutschlands
Ladies European Tour: Amundi German Masters powered by VcG
Green Eagle Golf Courses, Winsen (Luhe), 26. bis 29. Juni
Seit 2022 hat Deutschland wieder ein Turnier der Ladies European Tour. Drei Jahre lang fand das Amundi German Masters powered by VcG am Seddiner See bei Berlin statt. Nach drei erfolgreichen Austragungen, bei denen im vergangenen Jahr Alexandra Försterling in ihrer Heimat den Titel holte, zieht das beliebte Event weiter. Von Berlin geht es nach Hamburg. Genauer gesagt nach Winsen (Luhe), südlich der Hansestadt. Hier befindet sich mit dem North Course der Green Eagle Golf Courses ein etablierter Austragungsort für Profi-Events auf höchstem Niveau. Von 2017 bis 2024 war hier die DP World Tour mit der European Open zu Gast. Obwohl das Männer-Event dieses Jahr nicht stattfindet, müssen Golffans im Norden der Republik also nicht auf Golf der Spitzenklasse verzichten.
Das Amundi German Masters wird live im TV und auf Golf.de übertragen >>>
Insgesamt 132 Spielerinnen stellen sich der anspruchsvollen Herausforderung des berühmten „Green Monsters“ aus der Feder des deutschen Platzdesigners Michael Blesch. Auch wenn der Platz, auf dem an 17 Löchern Wasserhindernisse lauern, aus logischen Gründen nicht so lang sein wird wie bei den Herren, dürften auch die LET-Stars auf einen präzisen Drive hoffen, um keine allzu langen Annäherungsschläge vor sich zu haben. Zu den internationalen Stars im Feld zählt unter anderem die Engländerin Bronte Law, die vor zwei Wochen ein Top-Ten-Ergebnis auf der LPGA Tour feierte und mit entsprechendem Selbstvertrauen nach Winsen reist. Mit Krystina Napoleaova ist zudem die Siegerin des Amundi German Masters 2023 am Start.
Eine weitere ehemalige Turniersiegerin ist die Spielerin des Elite Team Germany, Försterling. Ihr Sieg im vergangenen Jahr begeisterte die Fans in ihrer Heimatstadt Berlin und verhalf dem einzigen LET-Event in Deutschland zu einem großen Schub. Im Play-off gegen ihre gute Freundin, die Österreicherin Emma Spitz, präsentierte sich die Olympionikin nervenstark und zeigte in der entscheidenden Phase ihr bestes Golf. Försterling würde ihren Titel nur allzu gerne verteidigen, jedoch müsste sich dafür ihre aktuelle Form verbessern. Die Berlinerin wartet in diesem Jahr noch auf ein Top-35-Ergebnis.
Doch die deutschen Golffans können vielen weiteren deutschen Titelhoffnungen die Daumen drücken. Neben Försterling sind 16 weitere Deutsche am Start. Darunter ist auch die Silbermedaillengewinnerin aus Paris und aktuelle Nummer eins im deutschen Damengolf, Esther Henseleit. Erst am Sonntag feierte die Norddeutsche ein starkes Major-Ergebnis und wurde bei der Womens PGA Championship geteilte Zwölfte. Ihr wird unter allen Spielerinnen aus dem deutschen Lager am meisten zugetraut. Eine ganz besondere Woche hätte der Amateurin Lara Sophie Görlich bevor gestanden, die sich über den von Henseleit initiierten Junior Qualifier ihr Ticket sicherte. Sie musste ihren Start jedoch aufgrund einer Ellbogenverletzung absagen.
Weitere deutsche Spielerinnen im Teilnehmerfeld sind Sophie Witt, Christin Eisenbeiß, Paula Schulz-Hansen, Charlotte Back, Antonia Steiner, Chiara Noja, Helen Briem, Laura Fünfstück, Patricia Isabel Schmidt, Verena Gimmy, Carolin Kauffmann, Leonie Harm, Helen Tamy Kreuzer, Kimberley Sommer und Celina Sattelkau.
PGA Tour Champions: US Senior Open
Broadmoor Golf Club, Colorado, 26. bis 29. Juni
Ein kleiner Fun Fact vorweg: Die US Senior Open findet diese Woche zum 45. Mal statt. Zum 44. Mal sind jedoch erst Senioren ab 50 spielberechtigt. Die Premiere im Jahr 1980 im Winged Foot Golf Club war zunächst ausschließlich für die Altersklasse der über 55-Jährigen. Bereits im zweiten Jahr des USGA-Majors senkte man die Altersgrenze jedoch, um sich den Regularien der PGA Tour Champions anzupassen – und dabei ist man bis heute geblieben. Der jüngste Sieger der US Senior Open stammt aus dem Jahr 1986. Damals gewann Dale Douglass im Alter von 50 Jahren, drei Monaten und 24 Tagen. In dieser Woche ist Christopher „Boomer” Erick, Director of Golf beim Boston Golf Club, der jüngste Teilnehmer. Sechs Tage vor Turnierbeginn ist er 50 Jahre alt geworden. Der älteste Spieler im Feld ist Brad Bryant, der 20 Jahre älter ist als Erick.
Bleiben wir noch kurz bei den Altersgeschichten. Dies führt uns zu einem der deutschen Teilnehmer der 45. Ausgabe: Bernhard Langer. 2023 gewann der Hall of Famer im Alter von 65 Jahren, zehn Monaten und sechs Tagen. Damit trug er sich als ältester Sieger der US Senior Open ein. Es war Langers zweiter Sieg bei diesem Turnier nach 2010; nur Miller Barber, dreifacher Champion in den Achtzigern, war häufiger erfolgreich. Langer ist einer von drei deutschen Spielern im Feld und natürlich der erfahrenste von ihnen. Thomas Gögele feiert sein Turnierdebüt, während Alex Cejka seine fünfte US Senior Open in Folge spielt. Sein bestes Ergebnis war ein geteilter neunter Rang vor zwei Jahren. Langer ist übrigens zum 17. Mal dabei.
Langer ist einer von nur vier Spielern, die bereits die ersten beiden US Senior Opens im Broadmoor Golf Club miterlebten. 2008 und 2018 war man erstmals bzw. zum zweiten Mal auf dem East Course in Colorado zu Gast. Insgesamt findet in Broadmoor bereits die neunte Meisterschaft der USGA statt. Den Anfang machte 1959 die US Amateur. Sieger war damals Jack Nicklaus.
In dieser Woche wird um vier Millionen US-Dollar gespielt. Titelverteidiger ist Richard Bland, der vor einem Jahr 800.000 US-Dollar für seinen Erfolg erhielt. Der Top-Favorit für diese Woche ist schnell gefunden. Miguel Ángel Jiménez gewann mit der Kaulig Companies Championship in der vergangenen Woche seinen vierten Titel in dieser Saison und spielt mit 61 Jahren so gutes Golf wie vermutlich noch nie zuvor auf der Senior Tour.
LPGA Tour: Dow Championship
Midland Country Club, Michigan, 26. bis 29. Juni
Es ist Zeit für eine Rhythmuswechsel auf der LPGA Tour. Im 1928 von Gilbert A. Currie entworfenen Platz im Midland Country Club findet ein Teamevent statt. Punkte für die Weltrangliste können dabei zwar keine gesammelt werden, dafür zählt der Sieg aber als offizieller Tour-Erfolg. Im vergangenen Jahr gewann das Star-Duo „Jin and Ronic“, bestehend aus Jeeno Thitikul und Ruoning Yin. Beide Spielerinnen sind in den Top Vier der Weltrangliste geführt und gehen damit selbstverständlich auch für die sechste Ausgabe als Top-Favoritinnen in die Woche. Weitere klangvolle Paarungen lauten: Lydia Ko/Danielle Kang, Haeran Ryu/Rose Zhang, Jennifer Kupcho/Leona Maguire und Megan Khang/Lexi Thompson.
Das Format des 72-Löcher-Events ist schnell erklärt: Runden eins und drei finden im klassischen Vierer statt. Für die Runden zwei und vier greift man auf den beliebten Bestball zurück. Das Team mit dem niedrigsten Score nach 72 Löchern gewinnt den größten Batzen der 3,3 Millionen US-Dollar Preisgeld. Der Platz ist seit der Premiere das Zuhause der Dow Championship. Die Spielerinnen erwarten den zweitkürzesten Platz der bisherigen Saison sowie die drittkleinsten Grüns. In kaum einer anderen Woche geht es also so sehr um Präzision wie in dieser.
Während Henseleit in Winsen abschlägt, messen sich mit Polly Mack und Sophia Popov zwei andere Spielerinnen aus dem Golf Team Germany im Team-Event. Mack spielt wie schon in den vergangenen Jahren mit Freundin Celine Borge aus Norwegen, während sich Popov mit der Schwedin Pernilla Lindberg zusammen tut.
DP World Tour: Italian Open
Argentario GC, Italien, 26. bis 29. Juni
Mit buntem Blumenhemd und unverkennbarer Faust zählt er zu den exzentrischsten Protagonisten auf der Tour: Die Bilder von Marcel Siems Triumph bei der Italian Open 2024 dürften deutschen Golffans noch gut in Erinnerung sein. Mit einem Birdie auf dem 72. Loch kämpfte er sich ins Play-off, in dem er den Nordiren Tom McKibbin bezwang. Es war sein insgesamt sechster Sieg auf der DP World Tour und der zweite innerhalb von zwei Saisons. „Ich liebe diesen Sport und diese Momente. Ich arbeite wirklich hart dafür“, sagte Siem damals. „Wenn man so belohnt wird, ist das ein ganz besonderer Moment.“ In dieser Woche verteidigt der 44-Jährige seinen Titel an einem anderen Ort. Die italienische Meisterschaft zieht von der Adria in die Toskana, wo man zuvor erst einmal in der Turniergeschichte zu Gast war.
1982 fand die Italian Open in Florenz statt, die Bernhard Langer gewann. Vielleicht ein gutes Omen für die neun deutschen Golfer, die im Argentario Golf Club abschlagen. Siems Erinnerungen an das Turnier könnten ohnehin nicht besser sein, und mit Nicolai von Dellingshausen ist zudem einer der Saisonsieger dabei. Der Spieler des National Team Germany erhielt erst kürzlich seine Trophäe der Austrian Open per Post. Die weiteren deutschen Teilnehmer im Feld sind Freddy Schott, Michael Hirmer, Yannik Paul, Maximilian Kieffer, Marcel Schneider, Alexander Knappe und Jannik de Bruyn. Für alle ist es in gewisser Weise auch eine Generalprobe für die in der kommenden Woche in München stattfindende BMW International Open.
Ein Top-Ergebnis bei der Italian Open lohnt sich diese Woche gleich doppelt. Denn bei der 82. Ausgabe der Italian Open werden zwei Startplätze für die Open Championship in Royal Portrush vergeben. Den Spielern der DP World Tour bietet sich nicht mehr oft die Gelegenheit, sich für das letzte Major des Jahres zu qualifizieren.
Weitere Turniere mit deutscher Beteiligung:
PGA Tour: Rocket Classic
Detroit Golf Club, Michigan, 26. bis 29. Juni
Stephan Jäger, Thomas Rosenmüller und Jeremy Paul
Korn Ferry Tour: Memorial Health Championship
Panther Creek Country Club, Illinois, 26. bis 29. Juni
Jonas Baumgartner
Epson Tour: Otter Creek Championship
Otter Creek Golf Course, Indiana, 27. bis 29. Juni
Isi Gabsa und Sophie Hausmann
LET Access Series: PGA of Sweden Championship Landeryd
Landeryd Masters & Landeryd Vasterby, Schweden, 25. bis 28. Juni
Hannah Karg, Anna-Maria Diederichs und Hanna Tauber
HotelPlanner Tour: Le Vaudreuil Golf Challenge
Golf PGA France du Vaudreuil, Frankreich, 26. bis 29. Juni
Anton Albers, Hurly Long, Maximilian Schmitt und Tiger Christensen
LIV Golf: Dallas
Maridoe Golf Club, Texas, 27. bis 29. Juni
Martin Kaymer









