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Entspannter Fokus: In der Phase unmittelbar vor dem Schlag ist die Konzentration besonders wichtig. | © golfsupport.nl/Jos Linckens

Weniger Kopf, mehr Körper: Vier Tipps für eine entspannte Fokussierung

Golfcoach und Verleger des erfolgreichen Buchs Inner Game Golf, Frank Pyko, sagt: “Für niedrige Scores und einen stabilen Spielfluss brauchen Sie mehr als nur eine saubere Technik – Spielroutine zum Beispiel.” Ein gelungener Schlag hängt nämlich zu einem großen Teil davon ab, wie Sie alle Phasen Ihrer Routine durchführen und als Ganzes verinnerlicht haben. Helfen kann Ihnen das Konzept der Zugegenheit, das aus drei Phasen besteht: vor dem Schlag, im Schlag und nach dem Schlag.

 

  1. Zukunft – was soll geschehen: Wo soll der Ball hin? Welchen Schläger wähle ich? Probeschlag.
  2. Gegenwart – den Ball spielen: Die Aufmerksamkeit ist jetzt fokussiert bei sich, im Körper und in der Schlagbewegung.
  3. Vergangenheit – was ist geschehen: letzten Schlag auswerten und abschließen.

 

Aus der ersten Phase gilt es, mit einem klaren Plan und der Überzeugung, das Richtige zu tun, herauszukommen. In der zweiten Phase, also in der Gegenwart, wenn Sie am Ball stehen und schlagen, kommt es vor allem darauf an, das Umfeld auszublenden, bei sich zu sein, Gedanken auszublenden und in die volle Aufmerksamkeit für diese eine Schlagbewegung zu gelangen (s. Video unten). Profis nennen diesen Zustand der entspannten Konzentration auch „in the zone“.

Spielroutine genauso wichtig wie die Technik

So wichtig diese Fähigkeiten für ein erfolgreiches Golfspiel sind, so wenig lassen sie sich per Knopfdruck erzeugen. Deshalb gilt: An einer professionellen Spielroutine sollten Sie genauso fortlaufend arbeiten wie an Ihrer Schlagtechnik. Für die Phase am Ball bedeutet das: Sie müssen über einen einfachen und gleichbleibenden Ablauf verfügen. Und gleichzeitig in Ihrem Körper präsent sein – um sich zu verankern und den Schlag über das Bewegungsgefühl steuern zu können. Die folgenden vier Herangehensweisen sind gängige Praxis unter den Profis und bewähren sich auch in Coachings auf Amateurlevel immer wieder.

 

a) Der Weg zum Ball – so wichtig wie der Schlag selbst

Die Schritte bis Sie die Ansprechposition am Ball einnehmen, sollten Sie bereits mit der gleichen Aufmerksamkeit und Qualität absolvieren, die Sie auch für den Schlag benötigen. Ihr Körper ist entspannt aufgerichtet, Sie atmen ruhig und sind mit der Aufmerksamkeit bei sich. Wer glaubt, damit erst direkt am Ball starten zu müssen, macht es sich unnötig schwer. Aus einem hastigen und angespannten Modus innerhalb von 30 Sekunden am Ball stehend in den Zustand der Entspannung zu finden, kostet viel Energie und Zeit – sofern es überhaupt gelingt.

 

b) Stand einnehmen – die besten Voraussetzungen schaffen 

Wenn Sie die Ansprechposition am Ball einnehmen, gehen Sie mit der Aufmerksamkeit in die Füße und finden Sie einen guten Kontakt zum Boden. Das hilft, den Fokus bei sich zu verankern und Vertrauen zu gewinnen. Tipp: Lassen Sie bei geradem Rücken mit dem Ausatmen die Schultern sinken. Stehen Sie mit krummen Rücken, oder mit hochgezogenen Schultern am Ball, ist die Gefahr groß, von Anfang an auf eine suboptimale Schwungbahn zu gelangen.

 

c) Den Ball ansprechen wie ein Pro

Zu viele Amateure treten an ihren Ball heran und greifen dabei bereits den Schläger mit beiden Händen, oft halten sie ihn zudem zu fest. Machen Sie es wie ein Profi! Der Schläger wird ausgerichtet zum Ziel hinter den Ball gestellt. Eventuell wird die Ausrichtung im Stand noch einmal feingetunt. Erst dann greifen Sie den Schläger mit beiden Händen, um dabei einen „weichen“ Kontakt Ihrer Hände am Schläger zu spüren.

 

d) Den Ball schlagen – im Körper, nicht im Kopf sein

Golf ist technisch anspruchsvoll, doch Technik wird auf der Range trainiert. Sich auf der Runde keine technischen Anweisungen zu geben, ist eine Herausforderung – aber wichtig. Für einen guten Schlag auf der Runde braucht es eine innere Vorstellung sowie ein Gespür für die gesamte Bewegung. Dieses Gefühl zu entwickeln und einen passenden Rhythmus für den Schlag aufzubauen, ist Aufgabe des Probeschwungs.

Reduzieren Sie den Perfektionismus

Sich Schlag für Schlag immer wieder aufs Neue in eine gute Spielroutine zu bringen, gehört zu den wesentlichen Aufgaben auf einer Golfrunde. Ob Weltklasse-Spieler, Amateure oder Beginner – eine entspannte Fokussierung am Ball gelingt nicht immer und das ist menschlich. Deshalb sollten Sie Ihren Anspruch auf Perfektionismus reduzieren – das erleichtert das Spiel. Wenn es Ihnen gelingt, Ihre Spielroutine auf ein höheren Level zu bringen, werden niedrige Scores einfacher möglich – im Idealfall finden Sie sogar in den Flow. Was gibt es Schöneres?

Vier Praxistipps für Ihre Spielroutine

  • Beobachten Sie in Videos wie die Profis an den Ball treten und sich auf den Schlag vorbereiten.
  • Konzentrieren Sie sich zunächst nur auf einen Aspekt Ihrer Routine am Ball, den Sie verbessern wollen (siehe a bis d). Beobachten Sie andere Spieler, experimentieren Sie und finden eigene Lösungen. Verändern Sie nicht alles auf einmal.
  • Mit dieser Übung lernen Sie, Ihre Schlagbewegung mehr über den Körper als über den Kopf zu steuern: Schwingen Sie mit einem 7er Eisen und verlangsamen Sie dabei den Schwung kontinuierlich. Ermitteln Sie Ihr optimales Schwungtempo. Erkennen Sie, womit im Körper Sie die Schwungbewegung am besten steuern können.
  • Trainieren Sie auf der Range die zweite Phase der Spielroutine und schlagen Sie Bälle ohne technische Anweisungen mit dem Fokus auf die gesamte Bewegung. Wählen Sie für diese Übung sechs Schläger aus und schlagen Sie mit jedem der Schläger drei Bälle.

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