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Hauptsache lang? Nicht immer! Nicht auf jedem Par 5 müssen Sie zu Driver oder Holz greifen – manchmal ist das Eisen die bessere Wahl. | © golfsupport.nl/Carl Fourie

Par-5-Taktik: Drei Strategien für lange Bahnen

Bekanntlich führen viele Wege zu einem Ziel – auch auf dem Golfplatz. Die eine Taktik, die immer und für jeden funktioniert, gibt es selten. Meistens ist die Vielfalt der Möglichkeiten groß. Es kommt also darauf an, sich und sein eigenes Spiel gut zu kennen, um die passende Strategie für eine Bahn zu wählen. Vaughan Hawtrey, PGA Golf Professional, erklärt im Video drei Optionen, mit denen Sie ein Par 5 bewältigen können. Eines vorweg: Anders als Sie möglicherweise vermuten, brauchen Sie den Driver dabei nicht unbedingt ... 

Taktik 1: Viermal der gleiche Schlag – mit dem Pitching Wedge

Der ungewöhnlichste Weg zuerst: Auf einer 457-Meter-Bahn entscheidet Hawtrey sich dafür, den Ball viermal mit demselben Schläger, einem Pitching-Wedge, zu spielen. Der Grundgedanke: Konstanz statt Power. „Das ist sehr komisch, mit dem Pitching-Wedge am Abschlag zu stehen“, kommentiert er und erklärt: „Ich möchte viermal etwa 115 Meter schlagen.“ Entscheidend dabei: Bei jedem Schlag Technik, Schwunggeschwindigkeit und Timing gleich zu halten. Der Vorteil: „Ich habe diesen Schlag jetzt dreimal geübt – und das kann vorteilhaft sein beim Schlag ins Grün.“ Er behält recht. Mit einem ruhigen Pitch platziert er die Kugel recht nah an der Fahne und behält tatsächlich die Chance aufs Par. Den Driver hat er dafür nicht benötigt... 

Taktik 2: Mutiger Angriff mit dem Driver und Holz 3

Anders als beim nächsten Loch: Hawtrey attackiert jetzt. Die Bahn ist 447 Meter lang, er wählt bewusst den offensiven Weg – und greift am Abschlag deshalb zum Driver. Sein Ziel: Mit zwei Schlägen will er das Grün erreichen. Hawtrey demonstriert dabei eine Technik, bei der man bewusst schneller schwingen kann, ohne die Kontrolle zu verlieren. „Viele Golfer kommen bei mehr Tempo von außen an den Ball“, warnt er. Um das zu vermeiden, greift der Experte auf einen Profi-Trick zurück: Er schließt das Schlägerblatt oben im Schwung bewusst und zieht dann den Schläger nach links durch – eine Kombination, die den Ball gerade fliegen lässt. „Ziele leicht links, schließe das Blatt – und du wirst sehen, der Ball fliegt sehr gerade“, erklärt er. Sein mutiger Schlag gelingt. Der Ball rollt weit aus. Anschließend attackiert er mit dem Holz drei das Grün. Am Ende steht ein lockeres Birdie auf seiner Scorekarte – und der Beweis: Auch das riskante Spiel kann sich lohnen. 

Taktik 3: Kontrolle mit dem Fairwayholz – vom Boden

Im dritten Beispiel – auf einer 453 Meter langen Bahn – geht Hawtrey wieder kontrollierter vor. Seine Empfehlung: Schlagen Sie mit dem Fairwayholz ab – vom Boden, also ohne Tee. Warum? Weil Sie den Schlag anschließend vom Fairway wiederholen werden. Voraussetzung ist, dass Sie ihn beherrschen und ihn auf der Driving Range regelmäßig üben. Hawtrey spielt sein Holz drei mit einem kompakten Dreiviertelschwung und rät, bei Schlägen vom Boden den Schläger tiefer zu greifen und sich auf das Timing und die Körperstreckung durch den Ball zu konzentrieren. Nach zwei sauberen Schlägen mit dem Holz hat Hawtrey nur noch rund 63 Meter bis zur Fahne zu überwinden. Dafür greift er zum Sandwedge – und meistert am Ende auch die Herausforderung dieser Bahn souverän. 

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