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Top-Favoriten und deutsche Starter: Rory McIlroy (Mi.) und Scottie Scheffler (u.r.) gelten als Anwärter auf den Titel bei der PGA Championship. Mit Martin Kaymer (o.l), Stephan Jäger (u.l.) und Matti Schmid (o.r.) sind drei Deutsche dabei. | © golfsupport.nl

Vor dem zweiten Major: Favoritencheck und deutsche Hoffnungen

Es gibt viele gute Gründe, den Frühling zu lieben. Die Tage werden länger, die eigenen Golfrunden schöner und in den Turnierkalendern der Touren folgt ein Highlight auf das andere. Noch nicht einmal vier Wochen ist es her, dass Rory McIlroy seinen Titel beim Masters in Augusta verteidigen konnte – und bereits in der kommenden Woche (14. bis 17. Mai) beginnt im Aronimink Golf Club in Pennsylvania mit der PGA Championship das zweite Major-Turnier des Jahres. Mit einem großen und hochklassigen Feld, zu dem auch Martin Kaymer, Stephan Jäger und Matti Schmid gehören werden, dazu später mehr. 

McIlroys neues Mindset

Erstmal zurück zu McIlroy, auf den die meisten Blicke gerichtet sein dürften. Der Nordire wirkt aktuell so gefestigt wie selten zuvor. Nach der Vollendung seines Karriere-Grand-Slams im vergangenen Jahr, scheint er inzwischen eine neue Gelassenheit gefunden zu haben, eine mentale Stabilität, die ihm in den Schlussrunden der großen vier Turniere lange gefehlt hatte. Sportlich spricht ohnehin viel für McIlroy. Die PGA Championship gewann er bereits zweimal (2012, 2014) und auch trotz seiner dreiwöchigen Pause nach dem erneuten Augusta-Triumph gehört er zu den formstärksten Spielern der Tour. Hinzu kommt: Lange und anspruchsvolle Plätze liegen McIlroy – und genau ein solcher Kurs wartet in Aronimink.

Zweiter Karriere-Grand-Slam im Blick

Dazu passt auch die Motivation des Nordiren. Nach dem Karriere-Grand-Slam im vergangenen Jahr fiel McIlroy zunächst in ein emotionales Loch. Inzwischen scheint daraus eine starke Energie entstanden zu sein. Er sei nach Augusta „motivierter als jemals zuvor“ gab er kürzlich zu Protokoll. Selbst die Idee eines zweiten Karriere-Grand-Slams beschäftige ihn mittlerweile – schließlich habe er mit dem Masters bereits den ersten Schritt gemacht. Der zweite könnte schon in gut einer Woche folgen.  

Schefflers besondere Vorbereitung

Allerdings gibt es viele Kandidaten, die McIlroys Traum vom nächsten Coup verhindern wollen. Vor allem natürlich Titelverteidiger Scottie Scheffler, die Nummer eins der Welt. Viele halten ihn nach wie vor für den komplettesten Spieler. Der anspruchsvolle Platz dürfte auch ihm liegen: lange Bahnen, präzises Eisenspiel und schwierige Grüns – genau die Bedingungen, unter denen er besonders stark ist. Scheffler verzichtet zugunsten seiner individuellen Vorbereitung sogar auf die Truist Championship an diesem Wochenende.

Weitere Favoriten: Rahm, Schauffele, Åberg

Hinter McIlroy und Scheffler wartet eine Reihe weiterer potenzieller Favoriten. Dazu zählen Jon Rahm, Xander Schauffele, Ludvig Åberg, Justin Thomas oder Cameron Young. Vor allem Young ist aktuell in hervorragender Verfassung und gehört zu den Besten der Saison – zwei Siege, sieben Platzierungen unter den Top 25, kein verpasster Cut. Auch die LIV-Spieler um Rahm, Bryson DeChambeau und Brooks Koepka könnten beim zweiten Major des Jahres um den Titel kämpfen.

Kaymers Comeback

Aus deutscher Sicht richtet sich der Blick nach längerer Zeit mal wieder auf Martin Kaymer. Der zweifache Major-Sieger kehrt mit einer Starterlaubnis zu jenem Turnier zurück, das er 2010 in Whistling Straits erstmals gewann. Die Ausgangslage hat mit der vor 16 Jahren allerdings nichts mehr gemein. Vom Kreis der erweiterten Favoriten scheint Kaymer derzeit weiter entfernt als Pebble Beach von St. Andrews. Auf der LIV Tour zeigte der 41-Jährige in diesem Jahr nur vereinzelt gute Leistungen, das beste Ergebnis war bislang ein geteilter zehnter Platz in Hongkong. Sonst landete er meistens im unteren Bereich des Leaderboards. 

Die Chancen von Jäger und Schmid

Anders ist die Situation bei Stephan Jäger. Der 36-Jährige hat sich auf der PGA Tour etabliert und zeigte in diesem Jahr mehrfach starke Leistungen. Überzeugend war sein geteilter fünfter Platz bei der Farmers Insurance Open in Torrey Pines – auf einem Kurs, der ebenfalls hohe Anforderungen an das lange Spiel stellt. Dazu kamen weitere gute Ergebnisse wie Rang sieben bei der Valspar Championship. Zwar fehlte Jäger zuletzt die Konstanz, insgesamt wirkt seine Form aber stabiler als die von Kaymer. Zumindest ein Platz im oberen Mittelfeld erscheint deshalb durchaus realistisch. Matti Schmid ist die dritte deutsche Hoffnung. Der 27-Jährige spielt seine zweite komplette Saison auf der PGA Tour. Bei neun von zwölf Events in diesem Jahr schaffte er den Cut. Seine Major-Bilanz ist noch überschaubar: Fünf Starts, bestes Ergebnis Platz 59 bei der Open Championship 2021, damals noch als Amateur. 

Ein traditionsreicher Austragungsort

Der Aronimink Golf Club richtet die PGA Championship erst zum zweiten Mal aus. Zuletzt 1962 wurde dort ein Major gespielt – damals gewann Gary Player. Der klassische Donald-Ross-Kurs gilt als anspruchsvoll und dürfte vor allem die Longhitter im Feld belohnen. Mit 156 Teilnehmern besitzt die PGA Championship traditionell das größte Starterfeld aller vier Major-Turniere – und damit auch eine Vielzahl potenzieller Favoriten. 

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