Emotionaler Sieg, Schmid bester Deutscher, Sensation durch Wiedemeyer
Es war eine bemerkenswerte Woche beim Stopp der DP World Tour in München Eichenried: Ein Sieger, der mit schwerem Herzen antrat. Ein stark aufspielender Matti Schmid, der als bester Deutscher auf Rang sieben ins Ziel kam. Und ein hochtalentierter Amateur aus dem Junior Team Germany, der Martin Kaymer und Marcel Siem hinter sich ließ.
Daniel Brown blickte ungläubig auf den Pokal – im Siegerinterview war er hörbar bewegt. Mit einer konstant starken Leistung sicherte sich der 30-jährige Engländer seinen bislang größten Karriereerfolg: den Titel der BMW International Open 2025. Brown siegte im Golfclub München Eichenried mit einem Gesamtergebnis von 22 unter Par und setzte sich mit zwei Schlägen Vorsprung gegen seinen Landsmann Jordan Smith durch.
In einem über weite Strecken offenen Duell behauptete sich Brown nervenstark. Beide spielten auf den Front Nine nahezu fehlerfrei, lagen zeitweise gleichauf, ehe sich Brown einen Vorsprung erspielte, den er mit einer fehlerfreien 66 ins Clubhaus brachte.
Motiviert durch Verlust
Was den Sieg besonders machte: Nur wenige Tage vor dem Turnier hatte Brown einen engen Freund verloren. „Ich weiß nicht genau, wie ich den Tag überstanden habe. Es fühlte sich wie ein Außerkörper-Erlebnis an. Aber ich bin mir sicher, dass er heute bei mir war. Es bedeutet mir sehr viel. Bei meinem ersten Turniersieg habe ich es nicht wirklich realisiert. Aber heute hat es mich sofort umgehauen“, sagte Brown mit brüchiger Stimme.
Smith blieb trotz einer starken 67 zwei Schläge zurück – schon zum zweiten Mal in Folge verpasste er den Sieg in München nur knapp. Platz drei sicherte sich der Neuseeländer Kazuma Kobori, der mit einer herausragenden 63 die beste Runde des Tages spielte und auf -18 kam. Dahinter folgte ein Trio mit Joost Luiten, Davis Bryant und Kristoffer Reitan (alle -16).
Starke Heimspiele für Schmid und Wiedemeyer
Für die deutschen Fans gab es ebenfalls Grund zur Freude. Matti Schmid, der auf der PGA Tour zu Hause ist, präsentierte sich in seiner Heimat stark. Nach Runden von 72, 66, 68 und 67 Schlägen kam der 26-Jährige mit insgesamt -15 auf den geteilten siebten Rang. Der gebürtige Regensburger zeigte sich publikumsnah, erfüllte zahlreiche Selfie- und Autogrammwünsche – und spielte dabei Golf auf höchstem Niveau.
Noch überraschender war der Auftritt von Tim Wiedemeyer. Der 20-jährige Amateur aus München, Mitglied im Junior Team Germany und College-Golfer an der Texas Tech University, nutzte seine Einladung eindrucksvoll: Nach einer soliden 72 zum Auftakt folgten Runden von 66 sowie zweimal 69 Schlägen – Platz 17 für den Nachwuchsspieler, der damit sowohl Martin Kaymer als auch Marcel Siem hinter sich ließ.
„Es war richtig cool“, fasste Wiedemeyer zusammen. „Ich habe zwar noch ein paar Schläge liegen gelassen – zweimal hatte ich sogar ein Socket aus dem Bunker –, aber natürlich bin ich sehr zufrieden.“ Direkt nach der Runde ging es für ihn weiter zur Team-EM nach Irland.
Kaymer mit starker Schlussrunde
Auch Martin Kaymer fand am Sonntag in den Rhythmus: Mit einer abschließenden 67 verbesserte sich der zweifache Major-Sieger auf Rang 19 (-11). Bereits in der LIV Golf League hatte er in den vergangenen Wochen ansteigende Form bewiesen. Marcel Schneider kam nach einer soliden 70 auf Platz 26.
Eine Achterbahnfahrt erlebte Marcel Siem. Nach fünf Birdies zwischen den Bahnen vier und elf verlor er auf den letzten sechs Löchern fünf Schläge – am Ende stand eine 73 (+1) und Rang 58 zu Buche. Yannik Paul und Hurly Long beendeten das Turnier gemeinsam auf dem 66. Platz.








