Schefflers Tiger-Moment, Ryder-Cup-Teams nehmen Form an
Die 17. Bahn im Caves Valley GC hatte die Spieler der BMW Championship die ganze Woche über gequält. Am Sonntag spielte sich das Par 3 so schwierig wie kein anderes Loch des Platzes. Der Fahnenstock stand heikel am Wasser, viele Profis wählten die linke Seite ins Rough oder die lange Seite des Grüns – und ließen dort Schläge liegen. Auch Scottie Scheffler landete links im Rough, schien in Bedrängnis und führte nur knapp vor Robert MacIntyre. Doch der Weltranglistenerste demonstrierte erneut seine Klasse: Mit einem perfekt dosierten Chip über den Hang lochte er spektakulär aus 25 Metern ein – ein Schlag, der MacIntyre sichtbar den Zahn zog und das Turnier entschied.
Scheffler brachte den Sieg mit einem Par auf der 18 ins Ziel – sein bereits fünfter Erfolg in dieser Saison. Damit ist er der erste Spieler seit Tiger Woods, der in zwei Jahren hintereinander mindestens fünf Titel holt. 18 PGA-Tour-Siege in nur vier Jahren, Major-Triumphe bei der Open und der PGA Championship – Scheffler liefert Antworten auf jede offene Frage.
MacIntyre fand am Sonntag dagegen nicht zu seiner Form der Vortage. Seine Vier-Schläge-Führung war durch drei frühe Bogeys schnell dahin. Ein Birdie auf der 16 brachte noch einmal kurz Spannung ins Titelrennen – doch dann folgte Scheffler großer Auftritt.
Zwillingsjubel in Portland
Akie Iwai hat am Sonntag bei der Portland Classic ihren ersten Sieg auf der LPGA Tour gefeiert – und damit die Erfolgsgeschichte der Zwillingsschwestern fortgesetzt. Die 23-Jährige aus Japan spielte im Finale eine fehlerfreie 66 (-6) und gewann mit vier Schlägen Vorsprung. Auf den letzten beiden Löchern setzte sie mit Birdies ein Ausrufezeichen, ehe ihre Schwester Chisato auf das Grün stürmte und sie mit Champagner überschüttete.
Iwai hatte zuvor bereits sechs Titel auf der japanischen JLPGA Tour gewonnen und in dieser Saison zwei zweite Plätze auf der LPGA verzeichnet. Während ihre Schwester im Mai in Mayakoba triumphierte, war es nun an ihr, den Premierensieg zu holen – die beiden sind damit das vierte Schwesternpaar mit Titeln auf der LPGA Tour nach den Kordas, Jutanugarns und Sörenstams.
Auch auf der Epson Tour gewann am Ende eine Japanerin. Erika Hara setzte sich bei der Wildhorse Ladies Golf Classic (ebenfalls in Oregon) mit drei Schlägen Vorsprung auf Sabrina Iqbal durch. Überzeugend unterwegs war auf dem Wildhorse Golf Course auch Sophie Hausmann. Die 28-Jährige aus Münster kam auf ein Gesamtergebnis von 13 unter Par und damit als geteilte Vierte ins Ziel.
Penge triumphiert in Dänemark
Marco Penge hat die Danish Golf Championship im Furesø Golf Klub in Kopenhagen gewonnen. Mit einem Birdie am Schlussloch verteidigte der 97. der Weltrangliste seinen knappen Vorsprung vor Lokalmatador Rasmus Højgaard, der mit einem Eagle-Putt noch einmal Spannung ins Finale brachte. Penge spielte eine 67er Runde, kam auf 16 unter Par und sicherte sich nach dem Erfolg bei der Hainan Classic im April bereits seinen zweiten Titel auf der DP World Tour. Højgaard blieb nach seiner 69 einen Schlag zurück und verpasste es, sich in die automatischen Qualifikationsränge für das Ryder-Cup-Team Europas zu spielen. Vor dem British Masters in der kommenden Woche, dem abschließenden Turnier der Qualifikation, rangiert er weiter knapp hinter Shane Lowry und Sepp Straka.
Auch Harry Hall hat sich ins Gespräch für das europäische Ryder-Cup-Team gebracht. Der 28-jährige Engländer, der mit Schiebermütze längst zum Markenzeichen auf der PGA Tour geworden ist, überzeugt weniger durch Länge vom Tee als durch Präzision und Konstanz auf den Grüns. In dieser Saison hat er zwar noch keinen Podestplatz vorzuweisen, konnte sich aber mit einer beeindruckenden Serie an Cuts und konstant starkem Scoring etablieren – und schaffte es dank Rang sechs bei der BMW Championship unter die Top 30 des FedExCup. In den Putt-Statistiken der PGA Tour führt er nahezu jede Kategorie an. Auch wenn seine Chancen auf eine Wildcard von Kapitän Luke Donald vorerst gering erscheinen, könnte Hall zu einer wertvollen Verstärkung für Team Europe werden.
Jon Rahm ist nach seinem LIV-Wechsel aktuell nur noch die Nummer 78 der Golfwelt, und doch wird der Spanier aller Voraussicht nach fest als Leistungsträger des europäischen Teams eingeplant sein. Dass der zweimalige Major-Gewinner viel besser ist, als es die Rangliste suggeriert, bewies er am Wochenende in Indianapolis. Beim letzten LIV-Turnier der Saison gewann er zwar nicht den Titel, sicherte sich aber den Gesamtsieg in der Saisonwertung. In Chatham Hills fabrizierte er eine 60 im Finale und beendete eine Saison, in der er in 13 Starts nur einmal nicht unter den Top 10 gelandet war, mit einem Ausrufezeichen. Martin Kaymer kam als 40. ins Ziel.
US-Team steht zur Hälfte
Beim US-Team stehen sechs der zwölf Teilnehmer bereits vor dem Saisonfinale in Atlanta fest. Nach der BMW Championship sind Scottie Scheffler, J.J. Spaun, Xander Schauffele, Russell Henley, Harris English und LIV-Star Bryson DeChambeau sicher für Bethpage Black gesetzt. Änderungen an der Spitze der Qualifikationswertung gab es in Caves Valley nicht.
Kapitän Keegan Bradley wird sein Team am 27. August nach dem Tour Championship mit sechs Captains Picks vervollständigen. Zu den aussichtsreichen Kandidaten zählen derzeit Justin Thomas, Collin Morikawa, Ben Griffin und Maverick McNealy – oder Bradley selbst. Bei den Europäern fällt die Entscheidung erst nach dem British Masters am 1. September, wenn Kapitän Luke Donald seine Auswahl bekanntgibt.










