Tatort LPGA Tour: Diesmal will es Hausmann schaffen
Jürgen Klopps Aufgabe ist es, den deutschen Fußball wieder in die Weltspitze zu führen. Der Mann hat viel gesehen in seiner Karriere – und er hat Ecken wie Kanten. Der Bundes-Kloppo macht sein Ding. So wie Lindsey Vonn. Die US-Ski-Königin folgte ihrem Herzen, übernahm Verantwortung für ihre Entscheidungen. Und sie bastelt an ihrem Comeback – mit fast 42. Solche Sport-Helden, die zielstrebig und mutig nach vorne schauen, mag Sophie Hausmann. Auch sie ist ihren Weg gegangen, allerdings noch nicht ganz am Ziel. Die 29-Jährige ist vielleicht die Spielerin aus dem National Team Germany, über die Golf-Deutschland am wenigsten weiß.
Seit zehn Jahren ist Sophie Hausmanns Lebensmittelpunkt in den USA, wo sie beharrlich versucht, endlich auf die LPGA Tour aufzusteigen. In diesem Jahr soll es klappen. Zuletzt sorgte sie mit Platz zwei bei der Ladies Italian Open für Furore und unterstrich in Mailand ihre Ambitionen. „Das war ein sehr guter Platz mit kleinen Grüns. Die Motorengeräusche von der Rennstrecke nebenan in Monza haben mich eigentlich nicht gestört“, erzählt Hausmann. Von Italien ging's direkt zum Finale der Epson-Tour nach Kalifornien. Danach? Korea (LET) lässt sie aus und bereitet sich auf die Q-Series zur LPGA Tour vor. Wer große Ziele hat, muss Opfer bringen.
Diese Erkenntnis hat sie in den letzten Jahr definitiv gewonnen. Verletzungssorgen hatten sie immer wieder zurückgeworfen. Vielleicht ist Sophie Hausmann jetzt einfach mal dran. In ihrem Spiel greifen die Rädchen gerade ineinander. Wie kam das überhaupt mit Golf? „Ich bin durch meine Eltern dazugekommen. Mein zwei Jahre älterer Bruder und ich haben dann auch angefangen“, erzählt sie. Wo? Im GC Münster-Tinnen, der nicht weit von ihrem Heimatort Nottuln liegt, wo sie nach dem Abitur direkt den amerikanischen Weg wählte. Erst ein Jahr Golfmanagement bei der PGA of America, danach wechselte Sophie Hausmann in ein Wirtschaftsstudium an die University of Idaho. Aktuell wohnt sie in Jacksonville/Florida in Ozean- und Golfplatznähe.
Sport war schon immer ein großes Thema. Sophie Hausmann fährt nach wie vor gerne Ski, tanzte früher Ballett, kämpfte Taekwondo, spielte gelegentlich Fußball – und eben Golf. Und als sie da immer besser wurde, blieb für andere Disziplinen nicht viel Zeit. Von Münster-Tinnen ging's für sie über die Station Düsseldorfer GC zum Nachbarclub. „Mit Hubbelrath in der DGL um den Titel mitspielen zu können, fand ich cool.“ Zweimal stand sie mit ihrem Team im Final Four, der Pokal war ihr allerdings nicht vergönnt. Die DGL und vor allem das Final Four verfolgt sie noch – und findet das Format großartig. „Es ist wichtig, dass es im deutschen Golf so einen Mannschaftswettbewerb gibt, der nach dem Vorbild Solheim oder Ryder Cup im Matchplay ausgetragen wird. Da entstehen Freundschaften, Emotionen und eine ganz andere Energie.“
Zu Polly Mack, mit der sie in Orlando zusammengewohnt hat, pflegt Sophie Hausmann noch Kontakt. Mit ihr erlebte sie im Frauenkader der deutschen Nationalmannschaft bei internationalen Turnieren unvergessliche Momente. Einige Events stehen in der laufenden Saison noch an. Sie möchte früh die Weichen stellen, um in den ruhigeren Wochen im Dezember mit Freunden und Familie zu Hause Weihnachten feiern zu können. Es muss nicht wieder ein Q-School-Krimi bis ganz zum Schluss werden, wobei: Mit Krimis kennt sie sich aus, liest viele Bücher der US-Autoren John Grisham und Freida McFadden.
Und manchmal sitzt sie dann doch noch am Sonntagabend vor dem Fernseher, um Tatort zu schauen. So wie früher zu Hause bei den Eltern in NRW. „Es macht mir Spaß, so ein bisschen mit zu ermitteln, wer der Täter ist.“ Das sei Psychologie. Fast wie im Golf. Auch wenn du noch so lange im Ausland lebst, deine deutschen Wurzeln kannst du eben nicht leugnen. Das schafft auch Kloppo nicht. Hausmanns Lieblings-Tatort? Die LPGA Tour 2027.








